Weidelandschaft Glindow

Extensive Ganzjahresbeweidung als Beitrag zum Erhalt der Biodiversität

Wir sind eine Haltergemeinschaft mit zwei Fjällrindern und sechs Pferden. Unser Ziel ist es, artgerechte Pferdehaltung mit der Förderung von Artenvielfalt zu verbinden. Dazu gehöhren unter anderem die Mischbeweidung mit Rindern, selektive Entwurmung, der Verzicht auf Chemie, Mineraldünger und die Förderung von Strukturvielfalt beispielsweise in Form von aufkommenden Gehölzen auf den Weideflächen.

Eine Weidelandschaft als funktionales Ökosystem für eine vielfältige Flora und Fauna besteht aus einem Mosaik aus kurzrasigen Bereichen, Pfaden, Staudenfluren, überständiger Vegetation, Gebüschen, Solitärbäumen bis hin zu Baumgruppen. Die meisten heimischen Arten sind an eine Beweidung angepasst und brauchen solche Weidelandschaften, weil ehemals große Pflanzenfresser wie Wisent, Auerochse, Wildpferd usw. die mitteleuropäische Landschaft mitgestaltet haben. Viele Arten haben nach der Ausrottung der Großherbivoren in der vom Menschen gestalteten „Kulturlandschaft“ geeignete Ersatzhabitate gefunden, so lange die Landwirtschaft noch aus kleinen Feldern, Ackerbrachen mit Säumen, Wiesen, Weiden und Hecken bestand.

Heute gibt es nur noch kleinflächige Relikte von Weidelandschaften oder Ersatz durch die Pflanzung von Streuobstwiesen, Hecken oder der Pflege von Grünland durch den amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz.

Mancherorts ist die Pferdehaltung die einzig verbliebende Form der Landnutzung mit großen Weidetieren und dörflicher Strukturelemente. Deshalb haben Pferdehalter eine besondere Verantwortung für den Erhalt von Biodiversität und können mit ihrer Art der Nutzung sowie der Auswahl des Heulieferanten aktiv Natur schützen.

Und es gibt so viele Synergien zwischen einer naturnahen Pferdehaltung und dem Erhalt der Artenvielfalt. Beispielsweise die Möglichkeit ganzjährig zu grasen, sich dabei zu bewegen, von Halm zu Halm, auch an Gehölzen wie Hundsrose, Schlehe, Weißdorn oder Eichen knabbern zu können. Gleichzeitig wird die Landschaft (halb-) offen gehalten und die Gebüsche bieten Brutmöglichkeiten für Vögel wie beispielsweise der Nachtigall oder dem Neuntöter. Allein der Dung – natürlich ohne Belastung mit Wurmkuren – setzt mit dem Vorkommen von Dungfliegen, Dungkäfern oder widerum parasitär an den Dungkäfern lebenden Kurzflügelkäfern Nahrungsketten für Vögel, Fledermäuse, Reptilien usw. in Gang.