Schlagwort: Pioniervegetation

  • Blühende Landschaften

    Blühende Landschaften

    Seit nunmehr sieben Jahren versuchen wir die Flächen mit Graukresse (Berteroa incana) und Kanada-Goldrute (Solidago canadensis) in artenreiches Grünland umzuwandeln. Es geht dabei um einen kleinen Beitrag zum Erhalt von Biodiversität und der Schaffung einer gesunden Nahrungsgrundlage für unsere vierbeinigen Lieblinge.

    Neben dem Zurückdrängen der Graukresse und der Kanada-Goldrute sollen die Weiden mit Kräutern angereichert werden, durch Förderung der Pioniervegetation und Einsaat in offene Bodenstellen (zb Wildschweinstellen) sowie Mahdgutübertragung aus einer Einsaatfläche. Dabei verwenden wir regiozertifiziertes Saatgut aus dem Ursprungsgebiet 4 – Ostdeutsches Tiefland.

    Die (für Pferde giftige) Graukresse konnte in den letzten Jahren durch die Vermeidung von Überbeweidung bzw. Schonung der Grasnarbe, Mahd, Mulchen und vor allem durch händisches Rausreißen zurückgedrängt werden.

    Dabei haben wir beispielsweise die Erfahrung gemacht, dass das Mulchen nur sinnvoll ist, wenn die Graukresse vor der Bildung von Samenkapseln/Schötchen gemulcht wird, weil sie ansonsten nachreifen kann. Auf dem folgenden Foto wurde die Graukresse im Juli gemulcht, was schon zu spät war.

    Die gleiche Fläche, aus der gleichen Perspektive in diesem Jahr fotografiert zeigt, dass unsere Maßnahmen – in Bezug auf die Graukresse – durchaus erfolgreich waren.

    Wir haben dieses Jahr Anfang Juni mulchen lassen, aber die Graukresse hat es geschafft noch einmal zur Blüte und zur Ausbildung von Samenkapseln zu kommen. Aus diesem Grund mussten wir die Graukresse noch einmal vollständig händisch rausziehen. Aktuell fragen wir uns, ob es überhaupt Sinn macht, zu mulchen oder ob man sie von vornherein rauszupfen sollte?

    Das Problem ist auch der Samenvorrat im Boden aus den letzten Jahren. Ein Schötchen enthält ca. zehn Samen und an einer Pflanze können hunderte von Schötchen sein…

    Die Graukresse ist vor allem mit ihren Sternhaaren sehr gut gegen Verdunstung geschützt und hat in den letzten Jahren von den Dürre-Ereignissen profitiert, weil sie dadurch einen Konkurrenzvorteil gegenüber anderen Pflanzen hat.

    Und auch die Goldrute wurde dieses Jahr wieder „geärgert“ mit Mulchen und einer temporären Beweidung mit Schafen. Es wäre illusorisch, die Goldrute komplett loszuwerden, dafür müsste man sie rausreißen oder den Oberboden inklusive ihrer Rhizome abtragen. Das geht natürlich nicht auf zehn Hektar, deshalb können wir nur jedes Jahr immer wieder dafür sorgen, dass sie zurückgedrängt wird. Würde der Druck nachlassen, würde sie wieder 100% Deckung einnehmen. Im Folgenden der Vergleich zweier Flächen mit Goldrute im Jahr 2019 und heute.

    Wenn wir es schaffen, Goldrute und Graukresse zurückzudrängen machen wir auch Platz für Artenvielfalt und eine gesunde Grasnarbe. In den letzten Jahren sind auf den Weiden unter anderem neu dazugekommen: Labkraut (Galium mollugo agg.), Grasnelke (Armeria maritima subs. elongata), Wilde Möhre (Daucus carota), Margarite (cf. Leucanthemum ircutianum), Rispen-Flockenblume (Centaurea stoebe subd. stoebe), Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys), Lichtnelke (Silene vulgaris) usw.

    Das Ziel ist die Schaffung bunter Wiesen mit verschiedenen Gräsern und Kräutern als gesunde Nahrungsgrundlage für unsere Tiere und ein reiches Blütenangebot für Wildbienen, Tagfalter etc. – Das Generieren blühender Landschaften statt tot geweideter Paddocks oder Brachen mit Goldrute.

  • Die gesunde Grasnarbe

    Die gesunde Grasnarbe

    In dem Podcast mit Celina Skogan haben wir viel über die „Grasnarbe des Grauens“ gesprochen, die man vielerorten in der Pferdehaltung sieht. Mit diesem Beitrag möchte ich daran anknüpfen und aufzeigen, wie wir in den letzten fünf Jahren zu einer gesünderen Grasnarbe gekommen sind.

    Dafür will ich kurz ausführen, was aus meiner Sicht eine gesunde Grasnarbe ist. Eine Pferdeweide sollte nicht nur ein Auslauf, sondern eine Ernährungsgrundlage sein, damit die Pferde ihrem natürlichen Bedürfnis nach grasen – langsam fortbewegen – grasen nachgehen können. Dabei sollte eine Pferdeweide möglichst arten- und vor allem kräuterreich sein, mit Baumgruppen und Gebüschen, im Idealfall mit trockenen Kuppen, feuchten Senken, eingestreuten Kleingewässern etc. – also eine vielfältige Weidelandschaft.

    Das heißt, wenn eine Weide auch Ernährungsgrundlage sein soll, darf sie nicht nur aus einer golfrasenartig abgenagten, öden, viereckigen Fläche bestehen. Denn das ist nicht nur ungesund für unsere Ponys, sondern auch ökologisch völlig wertlos für Artengruppen wie Insekten oder Vögel. Dabei könnten Pferde eine Schlüsselrolle in der Wiederbelebung von Ökosystemen und beim Erhalt der Artenvielfalt einnehmen.

    Aber was wir überall sehen, sind zu viele Pferde auf zu kleinen Flächen, traurige Matschpaddocks im Winter, Sandpaddocks im Sommer mit einem Auslauf bzw. einer völlig runtergerockten Grasnarbe des Grauens.

    Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man Pferde möglichst großzügig auf großen Flächen halten, um eine Übernutzung der Grasnarbe zu vermeiden, ansonsten geht es natürlich nicht ohne die Anlage von Trails oder einer Umtriebsbeweidung.

    Wir konnten in den letzten fünf Jahren die übernutzte Hauptweide, auf der nur noch Graukresse gewachsen ist, zu einer blütenreichen Fläche entwickeln. Dafür wurden die Pferde im Sommer von der Fläche genommen, damit sich die Grasnarbe erholen kann. Dadurch hat sich eine bunte Pioniervegetation aus Schafgarbe, Wegwarte, Malve, Rainfarn, Brennessel, Spitzwegerich, Beifuß und vieles mehr eingestellt. Es sind sogar schon die ersten Weißdörner, Schlehen und Rosen aufgewachsen, über die ich mich besonders freue 🙂

    Ein Fotovergleich zeigt die Entwicklung der Hauptweide aus zwei verschiedenen Perspektiven. Erreicht wurde die Umwandlung der Grasnarbe des Grauens mit Graukresse hin zu einer verhältnismäßig geschlossenen Grasnarbe mit verschiedenen Kräutern durch Schonung im Sommer, also Pferde runter von der Fläche oder anders gesagt: Umtriebsbeweidung. In den ersten drei Jahren musste die Hauptweide im Sommer noch gemulcht werden, um die Graukresse in den Griff zu bekommen und vor allem an der Aussamung zu hindern. Davon abgesehen wurden keine weiteren Maßnahmen wie beispielsweise eine Neuansaat ergriffen. Und erst seit wir auf das Mulchen verzichten können, etablieren sich auch Gehölze wie die Hundsrose.

    2019
    2023
    2024
    2019
    2021
    2024

    Und auch auf den Luftbildern bei Google Earth kann man die Entwicklung in der Zeitreihe sehen. Die Hauptweide wurde zunächst als Trail angelegt, den wir jedoch abbauen konnten, da wir genug Weiden zum Ausweichen haben und es schlicht nicht mehr notwendig war.

    2018
    2021
    2024

    Und in diesem Jahr wollen wir etwas neues ausprobieren – weg von der Umtriebsbeweidung – hin zu einer extensiven Ganzjahresbeweidung. Mein langfristiges Ziel ist dabei aus der Pioniervegetation ein artenreiches Grünland zu entwickeln, dass dann auch eine gesunde Grasnarbe für unsere Pferde sein kann.

  • Einsaat – Sinn und Unsinn

    Einsaat – Sinn und Unsinn

    In entsprechenden Foren oder Gruppen der social media wird häufig die Frage nach der richtigen Einsaat für Pferdeweiden gestellt. Dabei lässt sich oft an den Antworten ablesen, dass sich die Erkenntnis noch nicht durchgesetzt hat, dass Weidelgras kein geeignetes Futter für Freizeitpferde ist. Weidelgras ist zu gehaltvoll für Pferde, die nicht arbeiten und dazu noch sehr gute Futterverwerter sind, vor allem für die Robustrassen unter den Freizeitponys.

    Weidelgras ist ein protein- und zuckerreiches Futtergras für Rinder und Pferde, die Leistungen erbringen müssen und ansonsten bildet es den typischen englischen Rasen aus. Schauen wir uns beispielsweise die Zusammensetzung der Pferdeweide Universal an:

    15 % Wiesenlieschgras, 5 % Rotschwingel, 5 % Wiesenrispengras, 75 % Deutsches Weidelgras

    Weidelgras bildet schnell eine Grasnarbe und sieht schön grün aus, funktioniert aber auf Dauer nur, wenn die Flächen nicht wieder hoffnungslos übernutzt werden und es keine Dürreperioden gibt. Und Kräuter, die der Pferdegesundheit und der Biodiversität gleichermaßen zuträglich wären, sucht man in dieser Mischung vergeblich. Wiesenlieschgras und Wiesenrispengras sind eher für frische Standorte geeignet, eigentlich kommt nur der Rotschwingel für die märkische Streusandbüchse in Frage. Und auch die Zusammensetzung der Brandenburger Pferdeweide hat genau die gleichen Arten, nur weniger Weidelgras und dafür Wiesenschwingel, eine Art der frischen bis feuchten Standorte:

    5 % Wiesenschwingel, 20 % Wiesenrispengras, 18 % Wiesenlieschgras, 23 % Rotschwingel, 24% Deutsches Weidelgras

    Da muss man sich gut überlegen, ob die Kosten für das Saatgut und die Einsaat im Verhältnis zum gewünschten Ergebnis stehen. Und nur um eine Übernutzung kaschieren zu wollen, halte ich es ohnehin für zwecklos, wenn die Flächen auf Dauer nicht geschont werden können. Da sollte man lieber auf Pioniervegetation setzen, die ist auch schön grün und sicherlich gesünder als Weidelgras. Im Folgenden ein Fotovergleich einer intensiv genutzten Heustelle mit offenem Boden, die sich mit Vogelknöterich, Portulak, Amarant und Weißen Gänsefuss selbst wieder begrünt hat.

    Und obwohl ich ein Verfechter von Pioniervegetation bin, habe ich auch schon oft versucht Pflanzen aus Saatgut zu etablieren. Warum? Weil ich den Eindruck habe, dass sich bei uns keine Grünlandarten in der Samenbank befinden. Die Flächen wurden früher als Fichtenplantage und nach ihrer Abholzung (für die Ziegelei in Glindow) vornehmlich als Gartenland genutzt. Danach sind diese Flächen vermutlich brach gefallen und es haben sich Dominanzbestände mit Kanada-Goldrute entwickelt.

    Das Ausbringen von Saatgut hat in diesem Fall also den Sinn, die Flächen naturschutzfachlich aufzuwerten und dem Ziel einer artenreichen Pferdenweide ein Stückchen näher zu kommen. Dafür kommt für mich nur standortangepasstes, regiozertifiziertes Saatgut in Frage. Bislang war jedoch noch nie etwas von dem Saatgut aufgelaufen, das ich in den Rillen der Wiesenschleppe oder „von Wildschweinen vorbereiten Stellen“ ausgebracht habe. Die schönen, offenen Wildschweinstellen wurden, inklusive Saatgut schnell von Brennnessel, Graukresse, Beifuß, Rainfarn & co. wieder überwuchert.

    Nun hat sich dieses Jahr die Chance ergeben, eine neu einzurichtende Fläche mit ca. 2000qm komplett einzusäen. Eingesät wurde dabei eine regiozertifizierte Saatgutmischung mit einem Kräuteranteil von 30% (siehe unten stehende Artenliste). Dieses Mal wollte ich es richtig machen (lassen), mit kombinierter Saatbettvorbereitung und anwalzen durch einen ortsansässigen Landwirt.

    Einsaat im April
    Anwalzen direkt nach der Einsaat
    Mitte Juli, es dominieren Arten der Äcker und Unkrautfluren

    Anfang Juli habe ich den ersten Pflegeschnitt händisch mit Freischneider und abharken des Mahdgutes durchgeführt, weil sich aufgrund des hohen Anteils an Graukresse kein Heu daraus gewinnen ließ. Die Graukresse war natürlich nicht im Saatgut, aber offensichtlich in der Samenbank. Ein bis zwei Pflegeschnitte sind je nach Aufwuchs notwendig, um ungewollte „Ackerunkräuter“ wie Graukresse oder Kanadisches Berufkraut zu minimieren und die Arten im Saatgut zu bevorteilen.

    durchaus erkennbare Drillreihen im Mai mit Graukresse-Rosetten
    Graukresse wie gesät im Juni
    zweiter Pflegeschnitt Ende Juli

    Eine Artenliste der Saatgutmischung im Vergleich zu den Arten, die ich im Juli aufgenommen habe, zeigt, dass bislang nur wenig Pflanzen aus dem Saatgut aufgelaufen sind. Die Pflanzenarten aus dem Saatgut sind grün und die Pflanzenarten, die sich auch etabliert haben sind dunkelgrün markiert. Der Anteil Juli 2023 in Prozent ist dabei eine reine Schätzangabe und die Stickstoffzahl nach Ellenbergs Zeigerwerten (x=indifferent).

    Viele Pflanzenarten, die von allein aufgelaufen sind, sind Arten der Äcker und kurzlebigen Unkrautfluren wie Küsten-Kamille, Kanadisches Berufkraut oder Hohe Rauke und Stickstoffzeiger (gelb markiert) wie Brennnessel, Beifuß oder Weißer Gänsefuß.

    Ich hoffe, dass spricht für sich, dass es auch Unsinn wäre, zu düngen. Wir haben ohnehin schon eine extrem überdüngte Landschaft und artenreiches Grünland lässt sich nur bei einer Aushagerung entwickeln, weil sonst konkurrenzstarke Arten dominieren. Gefährdete Arten der Roten Liste wie beispielsweise Heide-Nelke, die auch im Saatgut war, sind an nährstoffarme Verhältnisse angepasst und verschwinden bei Überdüngung bzw. werden von den konkurrenzstärkeren Arten verdrängt.

    Immerhin habe ich mich über einzelne Wiesen-Margariten und Gewöhnliches Leimkraut freuen können, die ich teilweise beim mähen stehen gelassen habe. „Allerweltsarten“ wie Schafgarbe, Wilde Möhre, Weiße Lichtnelke, Wegwarte oder Spitzwegerich wären vermutlich auch ohne Einsaat gekommen, aber ich heiße sie willkommen. Ich würde mich freuen, wenn noch Heide-Nelke, Wiesen-Flockenblume und Kleine Braunelle auftauchen – vielleicht im nächsten Jahr?

    Insgesamt muss man sich auch hier fragen, ob der Input an Kosten, Diesel und Arbeit im Verhältnis zum Ergebnis stehen? Denn der Zweck der Einsaat war eigentlich via Mahdgutübertragung die Weideflächen aufzuwerten, davon muss man jedoch aktuell noch Abstand nehmen und das Mahdgut wegen dem hohen Graukresse-Anteil entsorgen. Immerhin ein paar schöne Blühaspekte gibt es:

  • „Wildschaden“?

    Bei uns haben Wildschweine ein paar Quadratmeter Weide umgepflügt….

    Aber ist das gleich ein „Wild-Schaden“? So werden Wühlspuren von Wildschweinen in der Regel wahrgenommen. Ich sehe darin vielmehr die Chance für mehr Artenvielfalt auf der Weide. Vor allem vermooste und/oder vergraste Weiden werden oberflächlich ein wenig aufgewühlt und bieten neuen Pflanzenarten gute Keimungsbedingungen. Insbesondere jetzt im Herbst, wenn es regelmäßig regnet, aber noch warm genug für Pflanzenwachstum ist. Diese Stellen werden bald von selbst wieder zugewachsen sein, da man immer einen großen Samenvorrat im Boden hat.

    Bei uns wäre es auch so kein großer Verlust, wenn 20 Quadratmeter Grünland von den Wildschweinen umgegraben werden – bei über acht Hektar Weidefläche. Wildschweine gehören zur Natur, ihre Spuren sind ein kleines Stück Wildnis und wir haben schon so wenig natürliche, dynamische Prozesse in unserer Kulturlandschaft, in der alles vom Menschen geregelt und auf Kante geschnitten ist.

    Und ich habe – trotz Samenvorrat im Boden – die Chance ergriffen, der Artenvielfalt auf unseren Weiden noch ein wenig mehr auf die Sprünge zu helfen. Ich habe regiozertifiziertes Saatgut in die frischen, offenen Bodenstellen verteilt.

    Wenn man seine Flächen naturschutzfachlich aufwerten will, sollte man definitiv auf Selbstbegrünung und Pioniervegetation setzen. Und wenn man schon unbedingt nachhelfen will, sollte man nur gebietsheimisches Saatgut verwenden. In Brandenburg stehen dafür drei Anbieter zur Verfügung: Rieger-Hoffmann, Saaten Zeller und Nagola Re.

  • Pioniervegetation

    Pioniervegetation

    Offene Bodenstellen verschwinden von ganz allein, wenn man es zulässt und den Beweidungsdruck wegnimmt….

    Anstatt teures Saatgut zu kaufen – so wie ich auch den Fehler gemacht habe – sollte man einfach auf die Kraft der Natur setzen und Pionier- bzw. Ruderalvegetation zulassen. In der Lichterfelder Weidelandschaft ist beispielsweise die Schaffung von offenen Bodenstellen durch punktuelle Überbeweidung, dann das wegnehmen des Beweidungsdruckes und das Fördern von artenreichen Pionierfluren sogar das ausgesprochene Naturschutzziel. Gehölze oder bestimmte Bereiche, die geschont werden sollen, werden ausgezäunt. Kothaufen werden an der einen Stelle weggenommen und an der anderen Stelle konzentriert, um einerseits magere Standorte mit konkurrenzschwachen Arten und andererseits Disteln, Kletten und Brennnesseln zu fördern. Auf diese Weise hat Anne Loba mit ihrer Reitgemeinschaft Holderhof ein artenreiches Mosaik geschaffen und die Vielfalt an Pflanzen, Insekten, Vögeln etc. geben ihr Recht:

    • 450 Arten Gefässpflanzen
    • 260 Arten Stechimmen
    • 290 Arten Schmetterlinge
    • 26 Arten Heuschrecken
    • 58 Brutvogelarten

    Für ihr besonderes Engagement hat Anne Loba 2017 den Berliner Naturschutzpreis erhalten.

    Bei uns gibt es auch einige Bereiche, an den es zu punktueller Überbeweidung kam. Wenn auch nicht als Naturschutzziel, sondern schlichtweg, weil dort Heuraufen standen und die Pferde aufgrund eines kranken Pferdes konzentriert werden mussten.

    Juli 2019
    Februar 2020

    April 2020
    Juli 2020

    Was zunächst von allein wächst, (wenn man die Pferde auf eine andere Fläche stellen kann) sind vor allem trittresistente Arten wie Vogelknöterich und typische Pionierarten wie Portulak, Weißer Gänsefuss, Wegrauke, Küstenkamille, Kanadisches Berufkraut und leider auch Graukresse. Aus einjährigen Ruderalfluren entwickeln sich von Natur aus mehrjährige Staudenfluren, die auch ziemlich arten- und vor allem blütenreich sind. Dazu gehören unter anderem Acker-Kratzdistel, Rainfarn, Schafgarbe, Brennnessel, Sauerampfer, Kanada-Goldrute, Wilde Möhre, Ochsenzunge, Wegwarte und Johanneskraut.

    Wenn man der Sukzession weiter freien Lauf lassen würde, entwickeln sich diese Flächen weiter zu artenarmen Dominanzbeständen aus Landreitgras, Kanada-Goldrute oder Brennnessel – je nachdem, wer Oberwasser gewinnt. Und letztlich würden erste Gehölze und schließlich Wald aufwachsen….

    Das lassen wir natürlich nicht zu, sondern wir werden diese Fläche mulchen, auch wenn es schmerzt um all der Tagfalter, Heuschrecken & co. Aber als Kompromiss lassen wir besonders schöne, blütenreiche Ecken mit Kamille, Schafgarbe, Disteln, Kletten etc. stehen, schon allein als Nektarquelle und als wichtige Struktur für Überwinterungsstadien der Insekten. In diesen Bereichen muss dann die Graukresse per Hand raußgerissen werden. Und wenn diese Fläche in einigen Wochen wieder nachgewachsen ist, können die Pferde wieder rauf….