Schlagwort: Weidepflege

  • Auf ewig Kanada-Goldrute

    Ursprünglich wollte ich auf diesem Blog über Artenvielfalt auf der Pferdeweide berichten, aber irgendwie treiben einen immer die gleichen Themen um. So zum Beispiel die Kanada-Goldrute, sie hat mittlerweile 11 Einträge mit Beschreibungen, warum sie so dominant ist, warum wir sie nicht haben wollen, welche Maßnahmen wir ergreifen und wie bislang der „Erfolg“ der Maßnahmen ist.

    Vor allem auf den neu eingerichteten Flächen kommt die Kanada-Goldrute flächendeckend vor. Sie wird von den Pferden nicht gefressen, raubt also den Platz für Futterpflanzen, soll in Mengen sogar giftig sein und von Artenvielfalt ist man auch weit entfernt. Was also tun? Eine Mahd ist für uns technisch nicht möglich, als Auftragsarbeit sehr teuer, wobei es ohnehin schwierig ist jemanden zu finden und das Mahdgut müsste entsorgt werden. Da hilft nur Mulchen (gefühlt mein neues Hobby) oder Beweidung mit anderen Weidetieren wie beispielsweise Schafe.

    Wobei wir dieses Jahr (bisher) sehr viel Glück mit dem Wetter hatten, so dass die Vegetation nach jedem mulchen nachgewachsen ist und man immer wieder Flächen für die Pferde vorhalten konnte. Aber da ich noch einen „richtigen“ Job habe, kann ich nicht den ganzen Tag auf dem Traktor sitzen und so haben wir wieder Schafe im Einsatz: 43 Guteschafe und 5 Ziegen sollen zumindest eine Teilfläche mit Kanada-Goldrute abfressen.

    Ich bin so froh, dass es dieses Jahr wieder geklappt hat, sich Schafe „auszuleihen“. Und für mein neues Hobby bleibt immer noch genug Fläche…

  • Auf ewig Graukresse

    Auf ewig Graukresse

    Hoffnung, dass die Graukresse dieses Jahr nicht so dominant ist, gibt es nicht mehr…

    Vor einem Jahr gab es auf diesem Blog schon mal einen Eintrag zur Graukresse und ich habe versprochen meine Leser auf dem Laufenden zu halten. Ich gehe davon aus, dass die Graukresse vor allem von den trockenen Jahren 2018 und 2019 profitiert hat, weil sie mit ihren Sternhaaren sehr gut gegen Verdunstung geschützt ist und damit einen großen Konkurrenzvorteil hat. Außerdem kann sie sich vor allem auf nährstoffreichen, offenen Böden wie beispielsweise auf einer Ackerbrache oder eben auf übernutzten Pferdeweiden etablieren. Einmal ausgebreitet, scheint es extrem schwer zu sein, sie wieder loszuwerden. Eine Graukresse-Pflanze kann bis zu 7000 Samen produzieren, d.h., selbst nach Rausreißen und Mulchen hat man auf Ewig das Samenpotential im Boden….

    Als Maßnahmen zur Eindämmung werden eine geschlossene Grasnarbe, Mulchen vor der Samenreife und Rausreißen empfohlen. Seit dem letztem Jahr versuchen wir deshalb die Pferde über den Sommer möglichst von der Hauptkoppel und der gleichzeitig am schlimmsten betroffenen Fläche fernzuhalten. Durch die Schonung der Fläche kann sich wieder eine geschlossene Grasnarbe bilden. Außerdem wurde die Hauptwiese im Herbst 2019 gemulcht und im Juli 2020 wurden die schlimmsten Graukresse-Nester per Hand ausgestochen. Im August wurde sie noch mal gemulcht, was leider zu spät war, um die Graukresse an der Aussamung zu hindern.

    09.07.2019
    10.07.2021
    11.07.2021

    Dieses Jahr sind die Pferde seit Mitte Mai runter von der Fläche und kamen nur für ein paar Tage Anfang Juli noch mal rauf, um ein paar Gräser kurz vor dem Vertrocknen rauszunaschen. Letztes Wochenende habe ich dann die komplette Fläche, abgesehen von einem kleinen Insektenstreifen gemulcht. Mal sehen wie es weitergeht, die Hoffnung stirbt zuletzt….

    14.07.2019
    10.07.2021
    11.07.2021
  • Wettersüchtig

    Wettersüchtig

    Wenn man versucht zehn Pferde über den Sommer ohne Heu zu bekommen, wird man wohl zwangsläufig Wetter-App-süchtig…

    Direkt nach dem Aufwachen ist das Erste, was ich mache, Wetteronline checken. Wenn Regen in Aussicht ist, hebt sich meine Laune, wenn der Regen, der schon mal in Aussicht gestellt wurde, „weg ist“, verfinstert sich meine Miene. Dann kann man noch mal andere Wetterberichte ausprobieren, aber es bleibt dabei, man muss einfach abwarten, ob Regen kommt oder nicht. Der Mai war wunderbar nass und kalt. Ich weiß, das hört sich schräg an, aber mittlerweile sieht man das Wetter (fast) nur noch aus Sicht der Entwicklung der Weiden. Und nun zeichnet sich wieder ein Jahr mit Dürren und Unwetter wie kurzen Starkregen, Hagel, Gewitter etc. ab.

    Im Mai ist alles schön hoch gewachsen, seit Juni ist es heiss und trocken. Es müsste also eine phantastische Heuernte geben, zumindest für den ersten Schnitt. Leider haben wir nicht die Möglichkeit Heu selbst zu machen und es ist schwer jemanden zu finden, der das für uns macht. Da die Pferde nicht alles auf einmal auffressen können, haben wir nun extrem viel überständige Vegetation. Vor allem viel Glatthafer, der ausgesamt, seine Nährstoffe in den Boden gezogen hat und nur noch als gelbe Rohfaser rumsteht. Im Prinzip kommen zwei Probleme auf unseren Flächen zusammen, wir können im Juni, wenn es den „Heuberg“ gibt, nicht selbst ernten, sondern nur mulchen. Und beim Mulchen ist man davon abhängig, dass es regnet und noch mal Gras nachwächst, so dass man wieder genug Futter hat.

    Fuchwiese am 19.05.2021
    Fuchswiese am 06.06.2021
    Fuchswiese am 20.06.2021

    Und wir haben nur wenig Pflanzenarten: Da ist zum Einen die Kanada-Goldrute, die von den Pferden nicht gefressen wird und zum Anderen der Glatthafer, der vor allem für Heu, aber nicht als frisches Weidegras geeignet ist. Aktuell kommt auch die Graukresse wieder zum Vorschein. Schön wäre hingegen eine kräuterreiche Weide mit verschiedenen Pflanzenarten, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten grün sind. Beispielsweise würde ich mir mehr Luzerne, Schafgarbe, Margarite, Wilde Möhre, Skabiosen, Flockenblumen, Schwingel, Fuchsschwanz und all die Arten wünschen, die auf eine artenreiche Wiese oder Weide gehören. (Alle Versuche einer Aussaat mit standortheimischem, regiozertifizierten Saatgut sind gescheitert…). Das würde beispielsweise so aussehen:

    Aber uns bleibt zunächst nichts anderes übrig, als den vertrockneten Glatthafer und die Kanada-Goldrute „runter zu mulchen“, in der Hoffnung auf Regen und neues Futter. Ich hoffe, dass wir noch mal Schafe bekommen, damit sie die Kanada-Goldrute fressen…

    31.05.2021, die Jägerwiese steht noch im Saft
    27.06.2021, die Jägerwiese besteht nur noch aus Kanada-Goldrute und vertrocknetem Gras
  • Vegetationstransekt

    Um zu dokumentieren, wie sich die Flächen in Glindow, vor allem unter den Aspekten Artenvielfalt und kräuterreiches Grünland für eine gesunde Pferdehaltung entwickeln, habe ich ein Vegetationstransekt eingerichtet. Ein Transekt ist eine Untersuchungslinie, in diesem Fall mit zehn Vegetationsaufnahmeflächen mit je 2x2m, auf einer Fläche, die von Kanada-Goldrute dominiert wird und erst Ende 2019 eingerichtet wurde. Hier noch mal zusammengefasst, was bisher gemacht wurde:

    • Schafbeweidung mit Skudden im Winter 2019/2020
    • Abschleppen im Frühjahr 2020, um die Streuauflage abzuziehen
    • Schafbeweidung mit Guteschafen im Juni 2020
    • Mulchen der Reste im Juli 2020
    • ansonsten Beweidung mit unseren Pferden (die die Kanada-Goldrute nicht fressen)

    Was man beim Vergleich der Vegetationsaufnahmen feststellen kann, ist eine Abnahme der Deckung der Kanada-Goldrute und Zunahme der Deckung von Futtergräsern wie dem Glatthafer und dem Wiesenrispengras. Ich denke, dass man das auch auf den Fotos erkennen kann. Links die Aufnahmeflächen im Juni 2020, rechts Juni 2021.

    Daneben hat auch die Artenanzahl zugenommen. Insgesamt ist die Artenanzahl zwar fast gleich (35 Arten 2020; 38 Arten 2021), jedoch gibt es eine Zunahme der mittleren Artenanzahl (Median = schwarze Linie im Boxplot) pro Aufnahmefläche. Ich denke, die Zunahme lässt sich durch die Auflichtung der Dominanzbestände der Goldrute und der Verringerung der Streuschicht erklären. Die mittlere Artenanzahl lag 2020 bei 11 Arten pro Aufnahmefläche und 2021 bei 14 Arten.

    Diese Fläche, die wir aufgrund von Fuchsbauen „Fuchswiese“ genannt haben, ist zwar noch weit entfernt von artenreichem Grünland, aber dennoch zeigt sich ein leichtes Zurückdrängen der invasiven Kanadagoldrute.

    Hier noch eine Gesamtartenliste für den interessierten Leser ;-).

    Wissenschaftlicher NameDeutscher Name20202021
    Achillea millefoliumGewöhnliche Schafgarbexx
    Agropyron repensGewöhnliche Queckexx
    Arrhenatherum elatiusGlatthaferxx
    Berteroa incanaGraukressexx
    Bromus hordeaceusWeiche Trespexx
    Bromus sterilisTaube Trespexx
    Calamagrostis epigejosLand-Reitgrasxx
    Capsella bursa-pastorisGewöhnliches Hirtentäschel x
    Carex hirtaBehaarte Seggexx
    Cerastium holosteoidesGewöhnliches Hornkrautxx
    Cirsium arvenseAcker-Kratzdistelx 
    Convolvulus arvensisAcker-Windexx
    Dactylis glomerataWiesen-Knäuelgrasxx
    Daucus carotaWilde Möhrexx
    Descurainia sophiaBesenrauke, Sophienkrautx 
    Erigeron annuusEinjähriges Berufkraut x
    Equisetum arvenseAcker-Schachtelhalmx 
    Erodium cicutariumGewöhnlicher Reiherschnabelxx
    Galium aparineKletten-Labkraut x
    Galium mollugoWiesen-Labkrautxx
    Holcus lanatusWolliges Honiggrasxx
    Hypericum perforatumTüpfel-Johanniskrautxx
    Lactuca serriolaKompaß-Lattichxx
    Lathyrus pratensisWiesen-Platterbsexx
    Medicago lupulinaHopfen-Schneckenkleexx
    Moehringia trinerviaDreinervige Nabelmiere x
    Myosotis arvensisAcker-Vergißmeinnichtxx
    Papaver rhoeasKlatsch-Mohnxx
    Poa pratensisWiesen-Rispengrasxx
    Poa trivialisGewöhnliches Rispengras x
    Quercus roburStiel-Eiche (Naturverjüngung)x 
    Potentilla argenteaSilber-Fingerkraut x
    Rumex thyrsiflorusStraußblütiger Sauerampferxx
    Senecio vernalisFrühlings-Greiskraut x
    Solidago canadensisKanadische Goldrutexx
    Taraxacum officinale agg.Agg. Wiesen-Löwenzahnxx
    Trifolium arvenseHasen-Kleex 
    Urtica dioicaGroße Brennesselxx
    Veronica arvensisFeld-Ehrenpreisxx
    Veronica chamaedrysGamander-Ehrenpreisxx
    Vicia angustifoliaSchmalblättrige Wickexx
    Vicia craccaVogel-Wicke x
    Vicia hirsutaRauhhaarige Wickexx
  • Neue Flächen einrichten

    Eine neue Fläche zu bekommen ist Segen und Fluch zugleich. Es macht viel Arbeit, aber natürlich braucht man immer neue Flächen 😉

    Wir haben seit Herbst 2019 Flächen – die brachgefallen waren – durch Beweidung mit Schafen, durch Mulchen, Schleppen, Müll absammeln und Zäune aufbauen oder erneuern urbar gemacht. Das Problem auf den brachgefallenen Weiden war vor allem die Ausbreitung von Dominanzbeständen aus Kanada-Goldrute, die in Massen wohl auch giftig für Pferde sein kann.

    Als Beispiel sei noch mal unsere „Fuchswiese“ genannt, die intensiv bearbeitet wurde, um sie als Pferdeweide nutzen zu können:

    • Schafbeweidung mit Skudden im Winter 2019/2020
    • Abschleppen im Frühjahr 2020, um die Streuauflage abzuziehen
    • Schafbeweidung mit Guteschafen im Juni 2020
    • Mulchen der Reste im Juli 2020
    • Auszäunen von Fuchsbauen

    Dezember 2019
    Beweidung mit Guteschafen im Juni 2020
    Mulchen der Weidereste im Juli 2020
    April 2021

    Dieses Jahr haben wir wieder eine neue Fläche eingerichtet, die mal von einer Gärtnerei genutzt wurde. Sie wurde im Juli 2020 schon mal provisorisch eingezäunt und beweidet, im Herbst 2020 gemulcht und im März 2021 abgeschleppt. In einem Arbeitseinsatz wurde der Zaun aufgebaut, ein alter, halb eingewachsener Wildzaun abgeräumt und Müll abgesammelt. Es müssen noch Zierpflanzen wie Schwertlilien etc. und Folie unter der Erde ausgebuddelt werden. Dann können die Pferde ab Mai oder Juni auf die neue Fläche.

    Ein schmaler Brachestreifen, der wegen dem Wildzaun nicht gemulcht werden konnte zeigt den Unterschied: links die Fuchswiese, in der Mitte der Brachestreifen mit überständiger Vegetation aus dem letzten Jahr mit Landreitgras, Rainfarn und Kanada-Goldrute und rechts die neue Fläche. So ein Brachestreifen ist natürlich wertvoll aus naturschutzfachlicher Sicht und man sollte sich viel öfter dazu zwingen, auch mal was stehen zu lassen…

    Juli 2020, die neue Fläche mit Kanada-Goldrute und Landreitgras
    Abschleppen im März 2021, um die Streuschicht abzuziehen und damit der Müll „hochkommt“
    Zaunbau mit T-Pfosten und Kordel
    Brachstreifen
  • Naturschutz auf der Pferdeweide

    Wie geht das denn? Und nützt das auch den Pferden?

    Das aktuelle Heft der Verbandszeitschrift „Pferd & Freizeit“ der VFD widmet sich dem „Thema Pferde halten – Natur schützen“ und zeigt Wege auf, wie sich Pferdehalter ihrer Verantwortung für den Naturschutz stellen können. In guten Beiträgen werden komplexe Zusammenhänge auf den Punkt gebracht und konkrete Anregungen für eine artgerechte Pferdehaltung, gesunde Weiden als Futtergrundlage und dem Schutz der Artenvielfalt aufgezeigt.

    Die Artikel sprechen mir dabei förmlich aus der Seele. Es wird beispielsweise erklärt, warum es eine WinWin-Situation wäre, wenn Freizeit-Pferdehalter Heu aus ungedüngten, spät geschnittenem, also proteinarmen, dafür kräuterreichen Wiesen füttern würden. Und auch eine extensiv genutzte, arten- und kräuterreiche Weide wäre für die meisten unserer Pferde besser geeignet als fruktanreiche Intensivgraslandschaften, die eher Rinderfutter sind. Pflanzenvielfalt, Blütenreichtum und auch mal was stehen lassen nützen dabei auch dem Insektenschutz. Ein ganzer Artikel widmt sich sogar speziell dem Insektensterben und was man auf der Weide dagegen tun kann. Zusammengefasst und stark vereinfacht:

    • Verzicht auf prophylaktische Wurmkuren
    • Verzicht auf Bremsenfallen
    • Verzicht auf Nachpflege, denn „Mähen tötet den Nachwuchs“ (Puppen- und Raupenstadien)
    • Verzicht auf rotierende Mähwerke und Mulchsammler
    • eine möglichst angepasste Anzahl an Pferden, damit Pflanzen Blüten ausbilden können

    Auch der Mehrwert von Hecken als Lebensraum, Biotopverbund, Windschutz und Knabberei für die Pferde wird aufgezeigt und welche Gehölze sich eignen, welche für Pferde giftig sind. Hecken und Gehölzreihen schützen die Weide auch vor Austrocknung in Dürreperioden. Und natürlich wird auch das Thema Giftpflanzen behandelt mit Tipps zur Eindämmung von Jakobskreuzkraut, Graukresse & co.

    Es wird beispielsweise beschrieben, dass die Graukresse in den letzten Jahren von der Trockenheit profitiert hat und sich vor allem auf übernutzten Weiden ausbreitet. Dagegen hilft nur eine nachhaltige Nutzung und wenn sie sich schon auf größeren Flächen ausgebreitet hat, ein Mulchen vor der Samenbildung im Juni.

    Auch die Themen Herbizid- und Düngemitteleinsatz sowie deren Nachteile für die Pferdegesundheit und Umwelt werden behandelt. Dabei kann man einen ganz einfachen Zusammenhang nicht oft genug betonen. Nur auf ungedüngten Wiesen und Weiden gibt es eine große Vielfalt an Gräsern und Kräutern, da sich ansonsten nur einige wenige konkurrenzstarke Arten ausbreiten und das nützt auch der Pferdegesundheit, denn „Wo Pferde gesund bleiben, herrscht bunte Vielfalt„.

  • Jahresrückblick 2020

    Jahresrückblick 2020

    Ein Jahr Ponyhof Glindow – Zeit für ein kleines Resümee und ein großes Dankeschön.

    Das erste Jahr für das Projekt „Ponyhof Glindow – Artenvielfalt auf der Weide“ neigt sich dem Ende und ich will versuchen, eine Bilanz zu ziehen, was wir bisher erreicht haben. Dabei stand zunächst die Optimierung der Infrastruktur und das allgemeine Verschönern des Hofes im Vordergrund:

    • ca. 600 Meter neuen Zaun gebaut
    • ca. 1000 Meter Zaun erneuert (alte Breitbandlitze gegen Kordel ausgetauscht, z.T. neue Pfosten gesetzt)
    • zwei Unterstände erneuert
    • drei Tränken verschalt
    • 20 Quadratmeter Paddockplatten verlegt
    • Sitzecke „aufgemöbelt“
    • ca. 6 Kubikmeter Müll entsorgt

    Das war natürlich nicht allein zu schaffen! Ich hatte zum Glück sehr viel Hilfe von lieben Freunden, Verwandten und der Haltergemeinschaft. Es ist schön und schweißt zusammen, wenn man mit einem Arbeitseinsatz am Hof richtig viel schafft und sich nach getaner Arbeit ein gemeinsames Feierabend-Bierchen gönnt.

    Die folgenden Maßnahmen zur Weidepflege dienten in erster Linie dem Zurückdrängen der Kanada-Goldrute, des Landreitgrases und der Graukresse, aber indirekt natürlich auch dem Naturschutz. Denn Dominanzbestände aus Kanada-Goldrute und Landreitgras sind extrem artenarm. (Und die Graukresse ist einfach mal giftig und muss deshalb auf einer Pferdeweide in Schach gehalten werden.) Neben einer besseren Nahrungsverfügbarkeit für unsere Pferde geht es auch um artenreichere Vegetationsbestände. Das Ziel der Pflegemaßnahmen sind kräuter- und blütenreiche Weiden, welche sowohl der Pferdegesundheit als auch dem Erhalt der Biodiversität zuträglich sind. Die bisherige Weidepflege in Zahlen, wobei einige Flächen mehrfach „behandelt“ wurden:

    • ca. 5 Hektar Beweidung mit Schafen
    • ca. 3 Hektar Mulchen
    • ca. 0,7 Hektar Mahd
    • ca. 0,3 Hektar Graukresse ausstechen

    Beratung für die Weidepflege und tatkräftige Unterstützung beispielsweise beim Mulchen, mit dem Traktor oder bei der Reparatur der Zapfwelle für den Mulcher habe ich durch den Naturschutz-Förderverein Döberitzer Heide e.V. bekommen.

    Ich bin gespannt auf das neue Jahr, es wird weiterhin viel zu tun geben. Aber zumindest sind die – aus meiner Sicht – wichtigsten und aufwendigsten Arbeiten erledigt. Sicherlich wird man immer wieder mit den Zäunen zu tun haben: reparieren, weitere Strecken erneuern, frei schneiden. Auch die Kanada-Goldrute und Graukresse wird einen noch viel beschäftigen.

    Aber neben der Weidepflege und dem Tagesgeschäft wie Zaunkontrolle, Heu fahren und abäppeln, hoffe ich im nächsten Jahr mehr Zeit für eigentliche Naturschutzmaßnahmen zu haben und natürlich auch für Assan. Aber ich bin sehr optimistisch, da sich die Haltergemeinschaft so gut eingespielt hat, dass ich nur noch einen Tag in der Woche „Stalldienst“ habe. Es wird immer wieder sehr viel Hilfe angeboten und sogar das Heu fahren kann mittlerweile von unserem fleißigsten Bienchen, der lieben Sarah übernommen werden.

    Deshalb ist es Zeit für ein großes Dankeschön an alle Helfer!!! 🙂

  • Wurmkur

    Unsere Pferde haben heute ihre „klassische Nikolaus-Entwurmung“ bekommen…

    Aus Naturschutzgründen möchte ich unsere Pferde nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich entwurmen. Ob wir dabei alles richtig machen, weiß ich auch noch nicht. Aktuell kann ich nur beschreiben, welchen Weg wir dabei beschreiten. Um das Grundwasser und den Boden nicht zu belasten und vor allem die Dungkäfer nicht zu beeinträchtigen versuchen wir möglichst selektiv zu entwurmen, d.h. nur nach Befund durch Kotproben.

    »Dung- und Mistkäfer gehören zu den am stärksten bedrohten Gruppen unter den Insekten.« Ungefähr 40 Prozent der Dungkäfer sind ausgestorben oder stark gefährdet. Die Hauptursache ist die Anwendung von Parasitenmitteln, vor allem mit dem Wirkstoff Ivermectin. Mit dem Rückgang der Dungkäfer werden auch insbesondere die Nahrungsressourcen für Vögel, Amphibien, Reptilien und Fledermäuse reduziert. Und da es kaum noch Weidehaltung in Deutschland gibt, haben Pferdehalter eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Biodiversität, aber auch die Chance einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten.

    Aus diesem Grund sollten Wurmkuren nicht unbedacht mehrmals im Jahr gegeben werden. Vor allem im Frühjahr, wenn Vögel die Dungkäfer brauchen, um ihre Jungen zu füttern ist eine Wurmkur-Gabe fatal.

    Aber jetzt im Winter haben wir eine Wurmkur gegeben, um auch die Entwicklung der Dasselfliege zu unterbrechen, die ihre Eier im Sommer bevorzugt an den Vorderbeinen der Pferde ablegen. Von hier werden sie durch das Maul durch lecken und kratzen aufgenommen, gelangen in den Magen, entwickeln sich weiter und können dabei das Pferd gesundheitlich schädigen.

    Da es auch im Winter aktive Dungkäfer gibt und um die Weiden nicht mit dem Wirkstoff zu kontaminieren, haben wir die Pferde relativ eng gekoppelt, um in den nächsten Tagen alle Pferdeäppel ordentlich absammeln zu können. Der Wirkstoff lähmt die Würmer, die sich nicht mehr an den Schleimhäuten des Magens festhalten können und mit dem Kot ausgeschieden werden. Da die Würmer zunehmend resistent gegen Wurmkuren sind, überleben es einige Individuen. Nicht mehr prophylaktisch zu entwurmen, um Resistenzen zu vermeiden, sondern Pferde selektiv oder strategisch zu behandeln, ist sogar Haltung und Empfehlung der FN.

    Schon vor zwei Wochen wurde in Vorbereitung auf die Wurmkur ein Teil der Weide abgetrennt und sauber abgeäppelt. Heute haben wir die Heuraufen und einen IBC-Container mit Wasser dorthin gestellt. Nun müssen die Pferde für ein paar Tage auf die weitläufgen Koppeln, die wir ihnen sonst zur Verfügung stellen, verzichten. Diese Fläche soll dann vollständig von Pferdeäppeln befreit werden.

    Alle Flächen mit insgesamt fast neun Hektar Größe können schlichtweg nicht abgeäppelt werden, so dass wir im Winter nur die Bereiche um die Heuraufen sauber halten. Aber auch aus den oben genannten Gründen, zum Wohle der Dungkäfer sollen nicht alle Pferdeäppel entfernt werden. So versuchen wir einen Kompromiss zwischen Pferdegesundheit und dem Erhalt der Artenvielfalt zu finden. Neben dem regelmäßigen Abäppeln von Pferdeweiden, der Umtreibsweide und extensiven Haltung wird beispielsweise auch ein Mähen oder Mulchen von Geilstellen im Frühjahr empfohlen. Dadurch würde man die Larven der Würmer, die am Grashalm darauf warten, von den Pferden aufgenommen zu werden, reduzieren. Aber dadurch würde man gleichzeitig die Überwinterungsstadien von Insekten und ggf. Gelege von Wiesenbrütern zerstören.

    Aber ich habe die Hoffnung durch eine relativ extensive Haltung von aktuell acht Pferden, dem häufigen Umkoppeln und dem Abäppeln an den Heuraufen den Parasitendruck insgesamt gering zu halten. So wenig wie möglich und so viel wie nötig zu entwurmen soll dabei die Pferdegesundheit und gleichzeitig die Artenvielfalt erhalten. Ich werde weiterhin regelmäßg Kotproben sammeln und bin gespannt, ob man auf Wurmkuren weitgehend verzichten kann….

  • Fotopunkte II

    Neben dem Vegetations- und Tagfaltertransekt habe ich letztes Jahr im Herbst ein paar Fotopunkte eingerichtet.

    Im Folgenden möchte ich zwei davon zeigen und beschreiben, was auf diesen Flächen in punkto Weidepflege passiert ist.

    September 2019
    März 2020

    Juni 2020
    Juli 2020
    August 2020
    September 2020

    Der Fotopunkt ist auf einem Hochstand auf unserer „Jägerwiese“ mit Blick auf die „Fuchswiese“ entstanden. Auf der Fuchswiese ist ein Fuchsbau – daher der Name – und Jägerwiese hat sich natürlich aufgrund der Jagdkanzel angeboten. Von diesem Punkt aus soll über die Zeit beobachtet werden, wie wir hoffentlich die Kanada-Goldrute in den Griff bekommen.

    Über den Winter hatten wir die Skudden, welche die Goldrute ganz gut abgefressen haben und alles schön kurz gehalten haben. Im Frühjahr kamen dann die Pferde auf diese beiden Weiden und im Juli habe ich die Flächen gemulcht. Das Mulchen war ja leider etwas nach hinten losgegangen, wie bereits in dem Beitrag „Verbrannt“ beschrieben. Es blieb nichts anderes übrig als mit der Zufütterung von Heu zu beginnen, was eigentlich erst für Oktober geplant war. Mit den Niederschlägen Anfang September ist jedoch innerhalb kurzer Zeit alles wieder grün geworden und wir konnten die Pferde wieder auf diese beiden Weiden lassen.

    Eine andere Perspektive auf die Fuchs- und Jägerwiese zeigen folgende Bilder:

    September 2019
    Juli 2020
    September 2020

  • Wilde Ecken

    Auch mal was stehen lassen für die Insekten – das ist gar nicht so leicht....

    Man möchte es ja gern sauber und ordentlich haben und wenn man schon mulcht, ist natürlich der Impuls da, gleich die ganze Fläche zu putzen. Aber ich konnte mich zusammenreißen und einen ca. 20m breiten Streifen stehen lassen. Hier haben wir schon angefangen, die Graukresse per Hand rauszureissen und der Rest muss noch nachgearbeitet werden. Ansonsten wachsen hier typische Arten der Ruderalfluren wie Weißer Gänsefuss, Amaranth, Rainfarn, Wegwarte, Brennnessel, Kanada-Goldrute, Kratzdistel, Große Klette, Sauerampfer, Beifuss und Schafgarbe. Sie bieten den Insekten noch ein wenig Nahrung als Nektarpflanzen und den Vögeln Samen über den Winter.

    Aber vor allem sind diese überständigen Vegetationsstrukturen wichtige Überwinterungslebensräume für Insekten. Beispielsweise legen Heuschrecken ihre Eier in Pflanzenstängel oder in der Bodenstreu ab, so dass sie auf mehrjährige Ackerbrachen, Blühstreifen oder Altgrasstreifen angewiesen sind. Auch Tagfalter legen meist ihre Eier an Pflanzenteilen ab, in der Regel der Futterpflanze der Raupen. Viele Insekten brauchen eine vom Herbst bis zum Frühjahr ungestörte Streuschicht am Boden oder überständige Vegetation zur Überwinterung der Larven und Puppen.

    Deshalb sollte man im Garten und auf dem Ponyhof nicht allzu ordentlich sein und auch mal ein paar Wilde Ecken zulassen und einfach mal was stehen lassen.

  • Graukresse – die Dürre-Queen

    Manchmal muss ich an meinen Dozenten für Ökolandbau denken, der immer gesagt hat: Luzerne ist die Futter-Queen….

    Ich hätte wirklich gern mehr Luzerne auf den Flächen in Glindow, aber stattdessen haben wir Graukresse – eine wahre Dürre-Queen! Nachdem die Mahd im Juni nicht geklappt hat und ich im Juli, als endlich der Mulcher repariert war, voller Optimismus gemulcht habe, ist nun alles verbrannt. Nur die Graukresse erhebt sich wie Phönix aus der Asche! Der Mulcher konnte ihr nichts anhaben, weil sie einfach zu niedrig am Boden wächst, nur umgeklappt wird bzw. erfasste Stengel einfach neu austreiben und sie am Ende noch buschiger wächst.

    Und jetzt wo sämtliche Vegetation verdorrt ist, kann sich die Graukresse – die ja mit Sternhaaren super gegen Verdunstung geschützt ist – so richtig breit machen. Eine Wahl zwischen Pest und Cholera bzw. Kanada-Goldrute und Graukresse, wobei mir im Nachhinein die Kanada-Goldrute lieber gewesen wäre. Nun heisst es wieder rausreißen, rausreißen, rausreißen….

    Wir haben noch Futter-.Reserven für eine Handvoll Tage, aber dann müssen wir anfangen wieder Heu zuzufüttern.

    Die letzten Futter-Reserven
  • Verbrannt

    Verbrannt

    Eine Woche Hitze hat gereicht, um die Weiden förmlich zu „verbrennen“…

    Während es im April extrem trocken war, hatte es im Mai, Juni und Juli eigentlich ganz gut geregnet. Die Bilanz der ersten Jahreshälfte sind 300mm für die Station Potsdam. Das langjährige Mittel liegt bei fast 600mm im Jahr. Einen Jahresvergleich kann man natürlich erst machen, wenn das Jahr 2020 zu Ende ist, aber es gab doch Grund zum Optimismus dieses Jahr. (Die Daten können beim DWD runter geladen werden. )

    Die Wiesen und Weiden waren schön grün und so habe ich in meinem Optimismus die Kanada-Goldruten-Fluren von Schafen abfressen lassen und Mitte Juli gemulcht. Es ging darum, im Spätsommer/ Herbst wieder Flächen mit frischem Aufwuchs zur Verfügung zustellen und natürlich die Kanada-Goldrute langfristig loszuwerden. Aber auf zwei großen Flächen mit fast 3 Hektar ist nix mehr gewachsen. Es ist einfach alles vertrocknet, was bleibt ist die Graukresse….

    Juli 2020 – Mulchen der Kanada-Goldrute

    August 2020 – ohne Worte

    War es ein Fehler zu mulchen? Ich weiß es nicht, die Kanada-Goldrute hat zumindest für ein besseres Mikroklima gesorgt und es wäre noch überständiges Landreitgras da. Aber überständiges Landreitgras und Kanada-Goldrute haben auch keinen Futterwert. Das Ziel war eigentlich frisches Grün zu produzieren, stattdessen müssen wir bald wieder anfangen Heu zu zufüttern.

    Was ist die Lehre daraus? Nicht mehr im Sommer zu mulchen, lieber im Herbst/Winter? Das wäre definitiv auch besser für die Insekten….

    Vielleicht klappt nächstes Jahr die Mahd Anfang Juni, so wie es auch eigentlich geplant war.

  • Fotopunkte

    Für die Dokumentation der Entwicklung der Flächen habe ich, neben einem Vegetationstransekt auch Fotopunkte angelegt…

    Hier möchte ich einen dieser Fotopunkte vorstellen:

    September 2019
    April 2020
    Juni 2020
    August 2020

    Dabei handelt es sich um eine Fläche, die erst 2019 für die Beweidung von meinem Vorgänger eingezäunt und durch Mulchen „erst eingerichtet“ wurde. Sie wird von Kanada-Goldrute, Rainfarn und im hinteren Teil von Glatthafer dominiert.

    Im Winter 2019/2020 wurde die Fläche von Schafen abgeweidet und im Frühjahr kamen die Pferde auf die Fläche, um gleich wieder den frischen Aufwuchs abzufressen. Im Juni kamen noch mal Schafe auf die Fläche, damit man im Spätsommer wieder eine Fläche für die Pferde zum abweiden hat. Ohne die Zwischenbeweidung oder eine andere Form der Bearbeitung wie Mahd, wäre hier nur überständiges Gras und Kanada-Goldrute, was die Pferde nicht gern fressen.

    Schafe haben dafür den Vorteil, dass sie bevorzugt Kräuter abweiden und damit Gräser bevorteilen. Damit ergänzen sie sich wunderbar mit den Pferden, welche widerum lieber Gräser fressen und Kräuter oder Stauden wie Kanada-Goldrute stehen lassen.

    Im September werde ich diesen Fotopunkt noch einmal aufsuchen, ich bin schon gespannt, ob man einen Unterschied sieht, denn die Kanada-Goldrute kommt erst im Herbst so richtig zur Geltung, wenn sie blüht.

  • Pioniervegetation

    Pioniervegetation

    Offene Bodenstellen verschwinden von ganz allein, wenn man es zulässt und den Beweidungsdruck wegnimmt….

    Anstatt teures Saatgut zu kaufen – so wie ich auch den Fehler gemacht habe – sollte man einfach auf die Kraft der Natur setzen und Pionier- bzw. Ruderalvegetation zulassen. In der Lichterfelder Weidelandschaft ist beispielsweise die Schaffung von offenen Bodenstellen durch punktuelle Überbeweidung, dann das wegnehmen des Beweidungsdruckes und das Fördern von artenreichen Pionierfluren sogar das ausgesprochene Naturschutzziel. Gehölze oder bestimmte Bereiche, die geschont werden sollen, werden ausgezäunt. Kothaufen werden an der einen Stelle weggenommen und an der anderen Stelle konzentriert, um einerseits magere Standorte mit konkurrenzschwachen Arten und andererseits Disteln, Kletten und Brennnesseln zu fördern. Auf diese Weise hat Anne Loba mit ihrer Reitgemeinschaft Holderhof ein artenreiches Mosaik geschaffen und die Vielfalt an Pflanzen, Insekten, Vögeln etc. geben ihr Recht:

    • 450 Arten Gefässpflanzen
    • 260 Arten Stechimmen
    • 290 Arten Schmetterlinge
    • 26 Arten Heuschrecken
    • 58 Brutvogelarten

    Für ihr besonderes Engagement hat Anne Loba 2017 den Berliner Naturschutzpreis erhalten.

    Bei uns gibt es auch einige Bereiche, an den es zu punktueller Überbeweidung kam. Wenn auch nicht als Naturschutzziel, sondern schlichtweg, weil dort Heuraufen standen und die Pferde aufgrund eines kranken Pferdes konzentriert werden mussten.

    Juli 2019
    Februar 2020

    April 2020
    Juli 2020

    Was zunächst von allein wächst, (wenn man die Pferde auf eine andere Fläche stellen kann) sind vor allem trittresistente Arten wie Vogelknöterich und typische Pionierarten wie Portulak, Weißer Gänsefuss, Wegrauke, Küstenkamille, Kanadisches Berufkraut und leider auch Graukresse. Aus einjährigen Ruderalfluren entwickeln sich von Natur aus mehrjährige Staudenfluren, die auch ziemlich arten- und vor allem blütenreich sind. Dazu gehören unter anderem Acker-Kratzdistel, Rainfarn, Schafgarbe, Brennnessel, Sauerampfer, Kanada-Goldrute, Wilde Möhre, Ochsenzunge, Wegwarte und Johanneskraut.

    Wenn man der Sukzession weiter freien Lauf lassen würde, entwickeln sich diese Flächen weiter zu artenarmen Dominanzbeständen aus Landreitgras, Kanada-Goldrute oder Brennnessel – je nachdem, wer Oberwasser gewinnt. Und letztlich würden erste Gehölze und schließlich Wald aufwachsen….

    Das lassen wir natürlich nicht zu, sondern wir werden diese Fläche mulchen, auch wenn es schmerzt um all der Tagfalter, Heuschrecken & co. Aber als Kompromiss lassen wir besonders schöne, blütenreiche Ecken mit Kamille, Schafgarbe, Disteln, Kletten etc. stehen, schon allein als Nektarquelle und als wichtige Struktur für Überwinterungsstadien der Insekten. In diesen Bereichen muss dann die Graukresse per Hand raußgerissen werden. Und wenn diese Fläche in einigen Wochen wieder nachgewachsen ist, können die Pferde wieder rauf….

  • Mulchen

    Ich bin nun wirklich kein Fan vom Mulchen, aber aktuell geht es leider nicht anders….

    Beim Mulchen werden zum Einen Insekten, deren Überwinterungsstadien, Vogelnester, Kleinsäuger, Reptilien etc. mitgeschreddert und zum Anderen bleibt die Biomasse als Streuschicht liegen. Das bedeutet, dass die ohnehin schon zu nährstoffreichen Flächen zusätzlich gedüngt werden. Von Artenvielfalt ist man also noch weit entfernt. Denn artenreiches Grünland gibt es nur auf ausgehagerten Flächen.

    Ein Abweiden wäre mir lieber gewesen oder wenigstens eine Mahd, aber leider bekommen wir ohne Mulchen die Kanada-Goldrute nicht in den Griff. Die Pferde fressen die Kanada-Goldrute nicht und wir haben ja auch das Luxusproblem, dass wir zu wenig Pferde für zu viel Fläche haben. Als Mahdgut ist es auch ungeeignet, höchstens als Einstreu und die Schafe haben nun wirklich ihr bestes gegeben. Aber die Goldrute kommt in den ersten Jahren der „Bekämpfung“ immer wieder und da heisst es jetzt dran bleiben….

    September 2019 – im Hintergrund sieht man die gelben Blüten der Kanada-Goldrute
    März 2020 – die Schafe haben die jungen Triebe abgefressen

    Juni 2020 – die Pferde haben sich nur auf die „Schokolade“ gestürzt und die Kanada-Goldrute verschmäht
    Juli 2020 – die „Weidereste“ muss nun der Mulcher erledigen