Die „Dreieckswiese“ ist meine absolute Lieblingsfläche. Zum Einen weil sie als einzige Weide nicht so überdüngt ist, keine Problempflanzen wie Kanada-Goldrute aufweist, damit auch verhältnismäßig artenreich ist und zum Anderen weil sie reichlich natürlichen Schatten aus Bäumen spendet. Die Pferde und Kühe lieben es in diesem kleinen Wäldchen aus Apfelbäumen und Eichen zu chillen.


Partiell hat diese Fläche sogar Potential zur Entwicklung eines Trockenrasens mit einigen charakteristischen Arten wie Berg-Jasione (Jasione montana), Sprossende Felsennelke (Petrorhagia prolifera), Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium), Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella), Rotes Straußgras (Agrostis capillaris), Silber-Fingerkraut (Potentilla argentea) und sogar, die in Brandenburg gefährdete Heide-Nelke (Dianthus deltoides, Rote Liste 3).





Weitere willkommene Begleiter sind beispielsweise Hasenklee (Trifolium arvense) als Zeiger für nährstoffarme Verhältnisse, Schafgarbe (Achillea millefolium agg.) oder Hopfenklee (Medicago lupulina).
Die Dreieckswiese ist ca. einen Hektar groß und wird nur zwei mal im Verlauf des Sommers für jeweils eine Woche abgeweidet. Dabei soll die Fläche nicht komplett runtergefressen und auch keine „Weidereste runtergemulcht“ werden. Warum sollte ich im Sommer eine reichhaltige Insektenfauna mit Heuschrecken, Zikaden, Tagfalter und Wildbienen „züchten“, um sie dann zu schreddern? Warum sollte man auch jeden Aufwuchs mit Hundsrose und Weißdorn durch Mulchen vernichten, um dann getrocknete Hagebutten oder Weißdornblätter überteuert bei Krämer zu kaufen?
Bei dieser extensiven Nutzung können auch die Dunghaufen liegen bleiben, sie sind Nahrungsgrundlage für Dungkäfer und sind bis zur nächsten Nutzung vollständig in den Boden eingearbeitet.
Es gibt interessanterweise immer wieder Anfragen, ob die Fläche unterverpachtet werden könnte, weil wir sie ja nicht nutzen und die Fläche eine eigene, sogar frostsichere Tränke hat. Aber dann würden die Bäume im Winter geschält werden und diese verhältnismäßig magere Fläche mit schönem Blühaspekt wäre nur eine Trampelkoppel, ein Auslauf wie man es so oft sieht und warum Naturschützer sich so schwer tun mit Pferdebeweidung.
Aber ich möchte ja gern zeigen, dass man mit Pferden auch naturschutzrelevante Flächen beweiden kann. Und wenn Pferdehalter mehr Flächen zur Verfügung bekommen würden, müssten nicht alle Pferdeweiden so hoffnungslos übernutzt werden…
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