Schlagwort: Insekten

  • Painted Lady

    Painted Lady

    Der Herbst hält Einzug und es wird Zeit einen Blick auf die diesjährige Tagfaltersaison zu werfen.

    Von April bis Ende September habe ich 14 Begehungen auf dem 300m langen Transekt im Rahmen des Tagfalter Monitoring Deutschland (TMD) durchgeführt. Dabei konnten 16 Arten mit insgesamt 92 Individuen erfasst werden. Im Folgenden eine Tabelle mit den Arten im Vergleich der letzten sechs Jahre.

    Im letzten Jahr war der Segelfalter (Iphiclides podalirius) mein absolutes Highlight und dieses Jahr habe ich mich besonders über den Distelfalter (Vanessa cardui) gefreut, der neu erfasst werden konnte. Der wissenschaftliche Name verweist auf die Haupt-Raupenfutterpflanze: Carduus = Distel.

    Im Englischen heißt der Distelfalter „Painted Lady„, was für ein treffender Name für diesen wunderschön gezeichneten Tagfalter, insbesondere auf der Unterseite der Flügel.

    Und was den Distelfalter so besonders macht, ist außerdem, dass er jährlich – in mehreren Generationen – im Frühling aus Afrika nach Europa und im Herbst wieder zurück fliegt. In manchen Jahren kommt es zu regelrechten Massenvorkommen während der Wanderung.

    Isabella Tree beschreibt in ihrem wunderbaren Buch „Wildes Land“ ein Massenvorkommen der „Painted Lady„, nachdem sie die Ausbreitung der Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense) geduldet und trotz der Kritik der Nachbarn ausgehalten hat. Denn während die adulten Distelfalter ein breites Spektrum an Nektarpflanzen nutzen können, fressen die Raupen vor allem an Disteln der Gattung Cirsium und Carduus.

    „Draußen im Park hatten sich Tausende und Abertausende von Distelfaltern auf den Ackerkratzdiesteln niedergelassen wie zitternder Nebel. …Mit geschlossenen Augen inmitten eines Schmetterlingssturmes zu stehen, wie ich an jenem außergewöhnlichen Tag, ist eine verwirrende Erfahrung. Das Geräusch eines einzelnen Schmetterlings ist unhörbar. Aber Zehntausende von ihnen haben ihren eigenen Atem…“ (Isabelle Tree, Wildes Land)

    Auf unseren Weiden sind Disteln ebenfalls willkommen, schon allein als wichtige Nektarpflanze. Beispielsweise ist die Gewöhnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare) laut NaturaDB Nahrungsquelle für zehn spezialisierte Wildbienenarten, 95 Wildbienen, 40 Schmetterlinge, 20 Raupenarten und 36 Schwebfliegenarten.

    Und auch der überaus bunte Stieglitz, der im Winter die Samen aus den überständigen Stauden rauspickt, heißt nicht umsonst Distelfink (Carduelis carduelis) 😉

  • Strukturelemente

    Strukturelemente

    Es ist wunderbar, wenn man Lebensraumstrukturen wie Lesesteinhaufen, Totholzhaufen oder Gehölzinseln angelegt hat und diese von den zu erwartenden Arten auch tatsächlich besiedelt werden. Was für ein Glücksmoment, ein wunderschönes Zauneidechsen-Männchen nebst Weibchen auf dem Steinhaufen zu sehen, den ich vor fünf Jahren angelegt hatte.

    Zauneidechsen lassen sich mit der Anlage von Haufwerken aus Steinen und Holz als Unterschlupf und zum sonnenbaden begünstigen. Sie brauchen ein Mosaik aus lockerer und dichter Vegetation, einen grabfähigen Boden zur Eiablage und hinreichend Insekten als Nahrungsquelle.

    Wunderbar sind auch sogenannte Benjeshecken oder Totholzhaufen. Sie sind nicht nur Unterschlupf oder Nistmöglichkeit wie beispielsweise für den Neuntöter, sondern in ihnen können sich auch neue Gehölze etablieren. In dem Reisighaufen, der bei uns schon mehr als sechs Jahre liegt, haben sich Holunder, Hundsrose, Roter Hartriegel und Brombeeren etabliert. Sie werden vermutlich mit dem Vogelkot eingetragen und sind sehr gut gegen Verbiss sowie Austrocknung geschützt. Hier ein Bildervergleich der letzten Jahre und Entwicklung eines zunächst nicht so schönen Haufens zu einer wunderbaren Lebensraumstruktur.

    Reisighaufen 2020
    Reisighaufen 2024
    Reisighaufen 2026

    Und dieses Jahr ist auch wieder ein Neuntöter-Pärchen eingezogen, was mich ebenfalls sehr erfreut und zeigt, wie einfach es manchmal sein kann, Lebensräume zu schaffen. Solche Haufwerke sind auch gute Überwinterungshabitate für Reptilien, Amphibien, Insekten, Igel oder andere Kleinsäuger.

    Und es bietet sich an, das Aufwachsen von Gehölzen zu fördern, beispielsweise durch das Auszäunen von Ecken, „dem Zaun vor dem Zaun“ oder auch durch Auszäunungen innerhalb der Weideflächen zur Förderung von Gehölzinseln oder Solitärbäumen.

    In diesen – vor Verbiss geschützten – Bereichen wachsen in der Regel Gehölze von selbst auf. Das können beispielsweise sein:

    • Weißdorn (Crataegus monogyna)
    • Schlehe (Prunus spinosa)
    • Hundsrose (Rosa canina)
    • Eiche (Quercus robur, Q. petraea)
    • Roter Hartriegel (Cornus sanguinea)
    • Holunder (Sambucus nigra)

    Das ergibt nicht nur ein schöneres Landschaftsbild, strukturiert die Weideflächen, bietet Windschutz und eine gesunde Knabberei für die Pferde, solche Gebüschinseln oder Hecken bieten vor allem auch Nistmöglichkeiten für Neuntöter, Sperbergrasmücke, Amsel, Nachtigall, Mönchsgrasmücke, Dorngrasmücke etc. Und zur Blütezeit spenden sie Nektar und Pollen für Insekten und im Herbst/Winter Früchte wie beispielsweise Hagebutten für Vögel, aber natürlich auch für unsere Weidetiere – Win Win also.

  • Lebendige Zäune

    Lebendige Zäune

    Eine Hecke als Umrandung von Weiden ist wie ein „lebendiger Zaun“ und bietet viele Vorteile:

    • Sichtschutz
    • Windschutz
    • Vermeidung ungewollter Fütterung
    • Bruthabitate für Vögel
    • Unterschlupf für Kleinsäuger
    • Nahrung für Insekten
    • Biotopverbund
    • gesunde Knabberei (z.b. Hagebutten)

    Aber nach eigener Erfahrung ist es als Privatperson nicht so einfach gebietsheimische Gehölze zu bekommen, um eine Hecke zu pflanzen. Ich musste dafür nach Bad Liebenwerder zur Baumschule Fürst Pückler fahren, weil das die einzige Baumschule war, die mir gebietsheimische Gehölze anbieten konnte. Und außerdem brauchen gepflanzte Gehölze in den ersten Jahren sehr viel Pflege, also regelmäßige Wässerung und freischneiden.

    Eine kostengünstige Alternative dazu ist der „Zaun vor dem Zaun„, d.h. einen Streifen auszäunen, in dem sich Gehölze in Form von Naturverjüngung von selbst etablieren. Wir mussten im Frühjahr 2020 einen zweiten Zaun vor den anderen setzen, weil immer wieder Spaziergänger unsere Pferde gefüttert haben. Außerdem war der alte Holzzaun schon marode, nicht mehr zu erhalten und die Pappeln wurden von den Pferden geschält. Es ist faszinierend und beeindruckend, wie schnell in diesem Streifen eine Gehölzentwicklung stattfindet. Es wachsen unter anderem Eichen, Weißdorn, Roter Hartriegel und Hundsrose auf – viel schneller und vitaler als in der gepflanzten Hecke am Reitplatz.

    Der folgende Bildvergleich zeigt, wie schnell eine Hundsrose größer werden konnte seit sie vor Verbiss durch den zweiten Zaun geschützt ist. Bei einer sehr extensiven Beweidung würden Gehölze natürlich auch von allein aufwachsen und mit geringem Verbiss gut klar kommen. Aber wo es sich anbietet, kann man durch so eine einfache Maßnahme wie ein zweite Litze die Etablierung von Hecken fördern.

    April 2019
    September 2025

    Laut Fartmann et al. (Insektensterben in Mitteleuropa) konnten in schleswig-holsteinischen Wallhecken ca. 7000 Tierarten (v.a. Insekten) nachgewiesen werden. Nach Angaben bei Westphal (Hecken – Lebensräume in Garten und Landschaft) wurde folgende Anzahl an Tierarten in Feldhecken gezählt:

    • 45 Säugetiere
    • 50 Vögel
    • 8 Reptilien
    • 7 Amphibien
    • 800 Käfer
    • 115 Schmetterlinge
    • 110 Schlupfwespen
    • 24 Wildbienen
    • 2000 Mücken und Fliegen
    • 86 Wanzen
    • 29 Zikaden
    • 7 Heurschrecken
    • 60 Spinnen
    • 30 Schnecken

    Von Gehölzen umrahmte Weideflächen trocknen auch während Dürrephasen nicht so schnell aus wie vom Wind und der Sonne ausgelieferte Vegetationsdecken.

    Und auch für die Weidetiere liegen die Vorteile auf der Hand. Sie haben einen Windschutz und können die Bäume und Sträucher über den Zaun beknabbern. Beispielsweise enthalten Hagebutten sehr viel Vitamin C, Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Natrium, Kalium, Eisen etc., Flavonide, Gerbstoffe und wirken abwehrsteigernd, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Oder Weißdorn, der bekannt ist für seine unterstützende Wirkung für das Herz-Kreislauf-System und ebenfalls reich an Mineralstoffen ist.

    Aber neben den vielen Vorteilen für den Erhalt der Artenvielfalt sowie für die Weidetiere gibt es aus meiner Sicht noch einen Aspekt von Gehölzen als Umrandung von Weideflächen – das schönere Landschaftsbild:

    Und hier noch folgende Literaturempfehlungen:

  • Tagfalter Transekt 2025

    Tagfalter Transekt 2025

    Hier kommt das jährliche Update zu den Ergebnissen des Tagfalter-Transektes. In der folgenden Tabelle ist die Anzahl der beobachteten Tagfalter für die letzten fünf Jahre, inklusive 2025 aufgelistet.

    Ein absolutes Highlight in diesem Jahr war der Segelfalter (Iphiclides podalirius), denn er kommt eigentlich eher im südöstlichen Brandenburg, vor allem in den Bergbaufolgelandschaften vor. Hier eine Darstellung aus dem Verbreitungsatlas der Tagfalter und Widderchen Deutschlands:

    Der Segelfalter besiedelt nach Gelbrecht et al. (2016) in Brandenburg trocken-warme bis heiße Standorte, stark besonnte Sandböden, Heiden oder Stromtrassen und braucht als Raupenfutterpflanze Prunus-Arten wie Schlehe (Prunus spinosa), Traubenkirsche (Prunus padus, P. serotina) oder Felsenkirsche (Prunus mahaleb).

    Insbesondere Felsenkirsche kommt bei uns in der Region Werder/Havel häufig vor, weil sie als Unterlage für Kirschen benutzt wurde. Das Transekt ist entlang einer Pappelreihe mit Felsenkirsche im Unterwuchs (Siehe Foto), aber auch Schlehen sind bei uns als Element in den Hecken häufig anzutreffen. Der adulte Falter braucht blütenreiche Flächen und bevorzugt lila, blaue und weiße Blüten wie beispielsweise Disteln (Cirsium spec, Carduus spec.), Natternkopf (Echium vulgare) oder Flockenblumen (Centaurea spec.). Bei uns hab ich den Segelfalter an Graukresse (Berteroa incana) saugen sehen – was sonst…

    Der Segelfalter ist nach Angaben des Verbreitungsatlas in Deutschland gefährdet (Rote Liste 3) und der langfristige Bestandstrend ist stark rückläufig. Die Ursachen sind vor allem Pestizideinsatz sowie die Verschlechterung der Larvalhabitate durch Sukzession, Aufforstung, Eutrophierung, aber auch Entbuschung. Somit ist der Segelfalter ein schönes Beispiel dafür, dass wir zum Erhalt der Artenvielfalt Habitatkomplexe aus blütenreichen, ungedüngten, ungespritzten Wiesen, Weiden und Büschen brauchen – extensiv genutzte Weidelandschaften eben 😉

    Aber abgesehen vom Segelfalter sind die Zahlen dieses Jahr wieder ernüchternd. Trotz der vielen Begehungen konnten nur 13 Arten mit insgesamt 36 Individuen gezählt werden. Vier der 17 Begehungen waren sogenannte Nullbegehungen, d.h., es konnten gar keine Tagfalter erfasst werden. Von den erfassten Arten war der Grünader-Kohlweißling (Pieris napi) mit 15 Individuen die häufigste Art. Sie stellt wenig Ansprüche an ihren Lebensraum und ihre Futterpflanzen für die Raupen sowie adulten Tiere. Ansonsten kam noch das Tagpfauenauge (Aglais io) mit fünf Individuen stetig vor, welches Brennnessel als Raupenfutterpflanze nutzt, die häufig auf unseren Weiden vorkommt.

    Unsere Weiden sind ja leider auch in Betrachtung der Zusammensetzung der Pflanzen sehr arten- und vor allem blütenarm, auch wenn wir uns so viel Mühe geben, das zu ändern…

    Unsere Weiden liegen dabei aber auch in einem allgemeinen Trend des Rückgangs vor allem von spezialisierten Arten. Hier eine Gegenüberstellung der Tagfalter auf einer artenreichen Wiese in Thüringen aus dem Artikel „Das Artensterben vor dem Artensterben“ in der Zeitschrift Naturschutz und Landschaftsplanung.

    Wir erleben also innerhalb einer Generation den dramatischen Verlust von Artenvielfalt. Das Fazit aus dem Artikel lautet dabei wie folgt:

    • Eine artenreiche Wildblumenwiese allein ist keine Garantie für eine große Vielfalt an Tagfaltern. Kräuter und Stauden allein reichen dafür nicht aus.
    • Erst die passenden heimischen Gehölze im Umfeld sichern das Überleben vieler Blütenbesucher. Sie spielen eine primäre Rolle für die Biodiversität und die potenzielle tierische Nutzbarkeit von Lebensräumen.
    • Es müssen unterschiedliche Lebensraumstrukturen im direkten Umfeld vorhanden sein. Beispiel Waldrand, Hecke mit Wildblumensaum, Uferstreifen mit Hochstauden oder Bach. Stichwort Biotopmosaik und -vernetzung. Ein beträchtlicher Teil der Arten ist genau deswegen verschwunden, weil die Landschaft drumherum standardisiert und denaturiert wurde.

    Was können wir dabei konkret als Pferdehalter tun, um dem allgemeinen Abwärtstrend zu begegnen?

    • Vermeidung von Überbeweidung, (damit Pflanzen zum blühen kommen können)
    • Verzicht auf Nachmulchen von „Weideresten“ und Abschleppen (mechanische Zerstörung von Eiern und Puppen)
    • Verzicht auf Düngung und Pestizide (der Verlust von artenreichen Wiesen und Weiden hängt vor allem mit der Eutrophierung zusammen und Gift ist nun mal giftig…)
    • Förderung bzw. Zulassen von Gehölzaufwuchs (z.b. kommen von allein: Schlehe, Brombeere, Weißdorn, Rose, Eiche)
    • Förderung von Blühstreifen beispielsweise durch Auszäunen von Teilbereichen

  • Artenvielfalt verteilen

    Artenvielfalt verteilen

    Wie können wir es schaffen, aus unseren übernutzten Flächen mit Graukresse-Dominanz und den unternutzten Flächen mit Kanada-Goldruten-Dominanz arten- und kräuterreiche Weiden zu entwickeln? Wie schon einmal in einem Beitrag zur Historie von Elisabethhöhe dargelegt, haben wir auf unseren Weideflächen kein traditionelles Grünland, dass wir reaktivieren können.

    So bleibt als ein Baustein zur Förderung von Artenvielfalt nur eine Einsaat mit regiozertifiziertem Saatgut für die Anreicherung unserer Weiden mit Kräutern wie Wiesen-Flockenblume, Margerite, Wegwarte, Wilder Möhre, Lichtnelke oder verschiedenen Gräsern wie Schafschwingel oder Ruchgras. Neben offenen Boden- oder Wildschweinstellen, in denen wir Saatgut eingebracht haben, hat sich vor zwei Jahren eine ca. 2000qm große Fläche angeboten für eine vollständige Neuansaat. Diese „Einsaatfläche“ soll als Quelle für die anderen Flächen fungieren. Teilweise wandern die Pflanzen von allein auf die anderen Weiden beispielsweise durch die Verbreitung der Samen durch Wind (z.B. Löwenzahn), Ameisen (z.B. Wiesen-Flockenblume) oder Ausläufer (z.B. Margerite).

    Aber wir wollen auch gezielt nachhelfen – durch eine Mahdgutübertragung. Ob das was bringt, weiß ich noch nicht, wir werden das beobachten und ich werde berichten 😉

    Einsaat im April 2023
    Mahd per Hand im Juni 2025
    Ausbringen auf einer anderen Weide

    Dafür wurde die Einsaatfläche im Juni mit einem schönen Blühaspekt von Margerite gemäht und das Mahdgut frisch auf einer anderen Fläche, die bereits abgeweidet war, ausgebracht. Bei einzelnen Arten habe ich auch Samen direkt von der Pflanze abgesammelt, um sie im Herbst wieder in Wildschweinstellen verteilen zu können. Ende August wird die Einsaatfläche noch einmal gemäht und das Mahdgut auf einer „von Schafen vorbereiteten“ Fläche verteilt.

    Im Folgenden soll es nun darum gehen, wie sich die Einsaat- oder Spenderfläche in den letzten zwei Jahren entwickelt hat. Die Artenliste ist dabei ohne Anspruch auf Vollständigkeit, es können sicherlich Arten übersehen worden sein und auch der Anteil ist lediglich eine Schätzung. Hinzu kommen Unsicherheiten bei der Bestimmung beispielsweise bei den Schwingelarten.

    Aber eine Tendenz ist ablesbar, so hat sich der Anteil der Graukresse sowie Arten der nährstoffreichen Äcker und Unkrautfluren reduziert und gewünschte Arten der Wiesen und Weiden sind dazugekommen. Orange markiert sind Arten die laut FloraWeb der Formation der nährstoffreichen Stauden- und ausdauernden Unkrautfluren und/oder Äcker sowie kurzlebige Unkrautfluren zugeordnet sind und im dritten Jahr der Pflege mit zweimaliger Mahd verschwunden sind. Grün markiert sind Arten der Frischwiesen und -weiden, die im Saatgut waren und sich etablieren konnten.

    Es fehlen noch Wiesen-Witwenblume und Gewöhnliche Braunelle, vielleicht tauchen sie ja noch auf. Sumpf-Hornklee und Scharfer Hahnenfuß sind ebenfalls nicht aufgelaufen, vermutlich weil es ihnen zu trocken bei uns ist, wobei Scharfer Hahnenfuß als Giftpflanze auch nicht vermisst wird.

    Insgesamt ist die Einsaatfläche jedenfalls eine Augenweide und es summt, brummt, zirpt und mein Traum ist, dass all unsere Weideflächen so schön bunt werden.

    Denn allein an der Wiesen-Flockenblume sammeln laut NaturaDB über 90 Wildbienen Pollen für ihren Nachwuchs und 69 Schmetterlingsarten saugen an ihr Nektar. 20 Schmetterlingsarten, unter anderem aus der Gruppe der Widderchen, Schecken- oder Perlmuttfalter leben als Raupen an und von der Flockenblume. Sie gehört damit zu den wichtigsten Nahrungsquellen für Wildbienen und Schmetterlinge. Wenn man außerdem die Blütenstände über den Winter stehen lässt, bieten sie überwinternden Vögeln wie beispielsweise dem Stieglitz eine willkommende Nahrungsquelle.

    Und natürlich ist eine arten- und kräuterreiche Weide auch für unsere Pferde gesünder als die üblichen, (meist) stark abgegrasten Weidelgras-Weißklee-Weiden.

  • Die gesunde Grasnarbe

    Die gesunde Grasnarbe

    In dem Podcast mit Celina Skogan haben wir viel über die „Grasnarbe des Grauens“ gesprochen, die man vielerorten in der Pferdehaltung sieht. Mit diesem Beitrag möchte ich daran anknüpfen und aufzeigen, wie wir in den letzten fünf Jahren zu einer gesünderen Grasnarbe gekommen sind.

    Dafür will ich kurz ausführen, was aus meiner Sicht eine gesunde Grasnarbe ist. Eine Pferdeweide sollte nicht nur ein Auslauf, sondern eine Ernährungsgrundlage sein, damit die Pferde ihrem natürlichen Bedürfnis nach grasen – langsam fortbewegen – grasen nachgehen können. Dabei sollte eine Pferdeweide möglichst arten- und vor allem kräuterreich sein, mit Baumgruppen und Gebüschen, im Idealfall mit trockenen Kuppen, feuchten Senken, eingestreuten Kleingewässern etc. – also eine vielfältige Weidelandschaft.

    Das heißt, wenn eine Weide auch Ernährungsgrundlage sein soll, darf sie nicht nur aus einer golfrasenartig abgenagten, öden, viereckigen Fläche bestehen. Denn das ist nicht nur ungesund für unsere Ponys, sondern auch ökologisch völlig wertlos für Artengruppen wie Insekten oder Vögel. Dabei könnten Pferde eine Schlüsselrolle in der Wiederbelebung von Ökosystemen und beim Erhalt der Artenvielfalt einnehmen.

    Aber was wir überall sehen, sind zu viele Pferde auf zu kleinen Flächen, traurige Matschpaddocks im Winter, Sandpaddocks im Sommer mit einem Auslauf bzw. einer völlig runtergerockten Grasnarbe des Grauens.

    Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man Pferde möglichst großzügig auf großen Flächen halten, um eine Übernutzung der Grasnarbe zu vermeiden, ansonsten geht es natürlich nicht ohne die Anlage von Trails oder einer Umtriebsbeweidung.

    Wir konnten in den letzten fünf Jahren die übernutzte Hauptweide, auf der nur noch Graukresse gewachsen ist, zu einer blütenreichen Fläche entwickeln. Dafür wurden die Pferde im Sommer von der Fläche genommen, damit sich die Grasnarbe erholen kann. Dadurch hat sich eine bunte Pioniervegetation aus Schafgarbe, Wegwarte, Malve, Rainfarn, Brennessel, Spitzwegerich, Beifuß und vieles mehr eingestellt. Es sind sogar schon die ersten Weißdörner, Schlehen und Rosen aufgewachsen, über die ich mich besonders freue 🙂

    Ein Fotovergleich zeigt die Entwicklung der Hauptweide aus zwei verschiedenen Perspektiven. Erreicht wurde die Umwandlung der Grasnarbe des Grauens mit Graukresse hin zu einer verhältnismäßig geschlossenen Grasnarbe mit verschiedenen Kräutern durch Schonung im Sommer, also Pferde runter von der Fläche oder anders gesagt: Umtriebsbeweidung. In den ersten drei Jahren musste die Hauptweide im Sommer noch gemulcht werden, um die Graukresse in den Griff zu bekommen und vor allem an der Aussamung zu hindern. Davon abgesehen wurden keine weiteren Maßnahmen wie beispielsweise eine Neuansaat ergriffen. Und erst seit wir auf das Mulchen verzichten können, etablieren sich auch Gehölze wie die Hundsrose.

    2019
    2023
    2024
    2019
    2021
    2024

    Und auch auf den Luftbildern bei Google Earth kann man die Entwicklung in der Zeitreihe sehen. Die Hauptweide wurde zunächst als Trail angelegt, den wir jedoch abbauen konnten, da wir genug Weiden zum Ausweichen haben und es schlicht nicht mehr notwendig war.

    2018
    2021
    2024

    Und in diesem Jahr wollen wir etwas neues ausprobieren – weg von der Umtriebsbeweidung – hin zu einer extensiven Ganzjahresbeweidung. Mein langfristiges Ziel ist dabei aus der Pioniervegetation ein artenreiches Grünland zu entwickeln, dass dann auch eine gesunde Grasnarbe für unsere Pferde sein kann.

  • Tagfalter Saison 2024

    Tagfalter Saison 2024

    Laut dem aktuellen Newsletter des Tagfalter Monitorings (TMD) haben wir (wieder) „ein extrem schlechtes Falterjahr, … mit Falterzahlen auf einem sehr niedrigen Niveau.„

    Ich habe seit 2020 ein Transekt beim TMD angemeldet und kann sagen, es ist schlechter als im letzten Jahr, aber auf gleichbleibend niedrigem Niveau. Das liegt bei uns aber auch daran, dass wir extrem artenarmes Grünland haben bzw. ersteinmal artenreiches Grünland aus einer „Kanada-Goldruten-Hölle“ entwickeln müssen.

    Im Folgenden die Zahlen aus den letzten vier Jahren.

    Die häufigste Art war bei uns im Jahr 2024 das Kleine Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus), gefolgt von den Kohlweißlingen (Pieris napi, P. rapae) und dem hübschen Tagpfauenauge (Aglais io).

    (Quelle Grafik: Von Richard South 1906 – https://www.biodiversitylibrary.org/item/119355, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23480633)

    Das Kleine Wiesenvögelchen ist eine relativ häufige Art, die wenig spezialisiert ist und ein breites Spektrum an Offenland besiedeln kann. Die adulten Tiere nutzen verschiedene Blüten als Nektarquelle und die Eier werden einzeln, bodennah an Gräsern aller Art angeheftet. Die Falter fliegen in zwei, teilweise drei ineinander übergehenden Generationen von April bis Ende September. Das Kleine Wiesenvögelchen überwintert als Jungraupe in der Bodenstreu.

    Auch die Kohlweißlinge gehören zu den häufigen Tagfalterarten und galten dereinst sogar als Schädlinge. Vor allem der Große Kohlweißling (Pieris brassicae), dessen Raupen massenhaft an Kohl vorkommen konnte, ist heute durch den Pestizideinsatz stark dezimiert worden. Beim Kleinen Kohlweißling kommen die Raupen einzeln an verschiedenen Kreuzblütlern, wie beispielsweise Kohl, Senf, Raps oder eben Graukresse vor. Die Falter fliegen in bis zu vier Generationen von April bis Mitte Oktober und saugen dabei bevorzugt den Nektar violetter Blüten, beispielsweise von Disteln, Rot-Klee oder Flockenblumen, wobei sie anscheinend auch Graukresse nicht verachten (siehe Foto). Der Kleine Kohlweißling überwintert geschützt und versteckt, beispielsweise an Hauswänden oder in einem Schuppen als Gürtelpuppe, die mittels Faden angeheftet wird.

    Das Tagpfauenauge profitiert auf unseren Flächen von den massenhaft vorkommenden Brennnesselbeständen. Insgesamt ist der Trend jedoch auch bei dieser einst häufig vorkommenden Tagfalterart rückläufig (siehe Grafik TMD). Die Raupen fressen ausschließlich Brennnessel und können durchaus massenhaft auftreten. Die Weibchen legen 50-200 Eier an die Blattunterseite und die Raupen schlüpfen nach zwei bis drei Wochen. Sie häuten sich mehrmals und besiedeln neue Brennnesselpflanzen, wenn sie die erste entlaubt haben. Im letzten Raupenstadium nehmen sie die typische schwarze Färbung mit weißen Punkten an und beginnen sich zu zerstreuen, um nach etwa weiteren drei bis vier Wochen einen verborgenen Platz zur Verpuppung aufzusuchen. Die Puppenruhe dauert etwa zwei Wochen und das Tagpfauenauge bringt teilweise drei Generationen in einer Saison hervor, bevor es sich einen geschützten Platz zum Überwintern als adultes Tier sucht. Bei uns beispielsweise in der Sattelkammer, im Schuppen, im Holzlager und sogar zwischen den Heuballen, was natürlich ungünstig ist…

    (Quelle Grafik: https://www.ufz.de/tagfalter-monitoring/index.php?de=47797)

    Der Kleine Perlmuttfalter (Issoria lathonia) im Beitragsbild war nicht auf dem Transekt, sondern an einer Großen Klette auf unserer Hauptwiese und kam ansonsten häufig im Garten vor. Überhaupt muss man sagen, dass im Garten an einem sonnigen Tag mehr Tagfalter waren, als auf dem Transekt im ganzen Jahr. Oder um es positiv zu beschreiben, es ist noch viel Luft nach oben auf dem Tagfalter-Transekt und das hängt widerum von der Vielfalt der Pflanzen und Strukturen ab.

  • Regio-Saatgut

    Regio-Saatgut

    Nach der Einsaat einer ca. 2000qm großen Fläche mit regiozertifiziertem Saatgut im letzten Jahr wurde die Einsaatfäche 2x per Hand gemäht und das Mahdgut beräumt. Dieses Jahr wurde die Fläche einmal früh beweidet und im Juni noch einmal gemäht. Aufgrund des hohen Anteils an Graukresse, die nicht im Saagut war, sondern im Bodenvorrat schlummerte, konnte das Mahdgut nur entsorgt werden. Der Sinn war eigentlich eine Mahdgutübertragung auf den anderen Weideflächen, um die Artenvielfalt zu fördern. Wie schon beschrieben, muss man hier einfach akzeptieren, dass aufgrund der Nutzungsgeschichte in Elisabethhöhe kein artenreiches Grünland reaktiviert, sondern nur neu kultiviert werden kann.

    Aktuell hat sich auf der Einsaatfläche ein wunderschöner Blütenteppich aus Wilder Möhre, Rispen-Flockenblume, Wegwarte und Margarite gebildet. Die folgenden Fotos zeigen eine Bildreihe der Jahre 2022-2024 und ich finde, allein dafür hat es sich schon gelohnt:

    Die Tabelle zeigt eine Liste der Pflanzenarten mit ihrem jeweiligen Anteil im Saatgut und den geschätzten Anteilen im ersten und im zweiten Jahr nach der Einsaat.

    Grün sind die Arten markiert, die im Saatgut waren und auch aufgelaufen sind. Einige Pflanzen sind jedoch erst im zweiten Jahr aufgetaucht und dunkelgrün markiert. Auffällig ist, dass es sich hierbei um charakteristische Arten der Magerweiden und -wiesen wie Ruchgras, Heidenelke oder Schafschwingel handelt.

    Orange sind die Arten markiert, die ich bislang noch vermisse und gern noch auf der Fläche hätte wie Wiesen-Flockenblume, Acker-Witwenblume und Kleine Braunelle. Der Rauhblättrige Schwingel ist ggf schon gekommen, da muss man sich wohl die Schwingel noch einmal genauer anschauen. Scharfen Hahnenfuß muss ich auf einer Pferdeweide nicht unbedingt haben und ich gehe davon aus, dass es ihm ohnehin zu trocken ist.

    Vor allem bei der Wiesen-Flockenblume habe ich noch Hoffnung, dass sie nur etwas länger braucht und noch auftaucht. Denn in den Bereichen, in denen ich in den letzten Jahren Saatgut in schöne, offene Wühlstellen von Wildschweinen eingebracht habe, kam nach und nach doch noch die eine oder andere Pflanze aus dem Saatgut wie Wiesen-Flockenblume, Margarite oder Lichtnelke. Teilweise erst nach drei Jahren, also man muss schon sehr viel Geduld mitbringen bei der Aufwertung seiner Pferdeweide – Gut Ding will Weile haben.

    Die Rispen-Flockenblume hingegen war nicht im Saatgut, hat aber schon im ersten Jahr nach der Einsaat einen hohen Anteil gebildet und ist mir sehr willkommen. Sie kommt in Brandenburg auf Trockenrasen, Magerweiden und trockenen Brachen vor und ist sehr beliebt bei Insekten.

    Weggefallen sind typische, einjährige Ackerwildkräuter (Segetalarten) wie Kornblume oder Saat-Mohn, die in der Mischung nur für einen schönen Blühaspekt im ersten Jahr sorgen sollen, d.h. man könnte sie auch getrost weglassen.

    Weggefallen sind im zweiten Jahr auch Segetalarten, die von allein aufgekommen sind wie Quecke, Taube Trespe, Hirtentäschel, Weißer Gänsefuß, Hohlzahn, Kompaß-Lattich, Borstenhirse, Hohe Rauke und Küsten-Kamille. Und das ist auch gut so, denn wir wollen ja lieber mehrjährige Kräuter etablieren, die sowohl Insektennahrung als auch gesundes Pferdefutter sind.

    Es zeigt sich, dass es essentiell ist, der Empfehlung des Saatgutherstellers für eine erfolgreiche Ansaat zu folgen: „Je nach Witterung sind nach zwei  bis drei Wochen die ersten Keimlinge zu sehen. Da einige konkurrenzschwache Kräuter sich nur langsam entwickeln ist insbesondere nach einer Frühjahrsaussaat nach 6 bis 8 Wochen ein Schröpfschnitt auf ca. 5 cm empfehlenswert. Der Schröpfschnitt dient auch zur Eliminierung eventuell vorhandener einjähriger Unkräuter (Gänsefuß, Hirtentäschel etc.), die auf keinen Fall zur Samenreife gelangen sollten. Bei starkem Befall sollte der Schröpfschnitt wiederholt werden. Das Schnittgut ist immer zu entfernen.“

  • Lieblingsweide

    Lieblingsweide

    Die „Dreieckswiese“ ist meine absolute Lieblingsfläche. Zum Einen weil sie als einzige Weide nicht so überdüngt ist, keine Problempflanzen wie Kanada-Goldrute aufweist, damit auch verhältnismäßig artenreich ist und zum Anderen weil sie reichlich natürlichen Schatten aus Bäumen spendet. Die Pferde und Kühe lieben es in diesem kleinen Wäldchen aus Apfelbäumen und Eichen zu chillen.

    Partiell hat diese Fläche sogar Potential zur Entwicklung eines Trockenrasens mit einigen charakteristischen Arten wie Berg-Jasione (Jasione montana), Sprossende Felsennelke (Petrorhagia prolifera), Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium), Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella), Rotes Straußgras (Agrostis capillaris), Silber-Fingerkraut (Potentilla argentea) und sogar, die in Brandenburg gefährdete Heide-Nelke (Dianthus deltoides, Rote Liste 3).

    Weitere willkommene Begleiter sind beispielsweise Hasenklee (Trifolium arvense) als Zeiger für nährstoffarme Verhältnisse, Schafgarbe (Achillea millefolium agg.) oder Hopfenklee (Medicago lupulina).

    Die Dreieckswiese ist ca. einen Hektar groß und wird nur zwei mal im Verlauf des Sommers für jeweils eine Woche abgeweidet. Dabei soll die Fläche nicht komplett runtergefressen und auch keine „Weidereste runtergemulcht“ werden. Warum sollte ich im Sommer eine reichhaltige Insektenfauna mit Heuschrecken, Zikaden, Tagfalter und Wildbienen „züchten“, um sie dann zu schreddern? Warum sollte man auch jeden Aufwuchs mit Hundsrose und Weißdorn durch Mulchen vernichten, um dann getrocknete Hagebutten oder Weißdornblätter überteuert bei Krämer zu kaufen?

    Bei dieser extensiven Nutzung können auch die Dunghaufen liegen bleiben, sie sind Nahrungsgrundlage für Dungkäfer und sind bis zur nächsten Nutzung vollständig in den Boden eingearbeitet.

    Es gibt interessanterweise immer wieder Anfragen, ob die Fläche unterverpachtet werden könnte, weil wir sie ja nicht nutzen und die Fläche eine eigene, sogar frostsichere Tränke hat. Aber dann würden die Bäume im Winter geschält werden und diese verhältnismäßig magere Fläche mit schönem Blühaspekt wäre nur eine Trampelkoppel, ein Auslauf wie man es so oft sieht und warum Naturschützer sich so schwer tun mit Pferdebeweidung.

    Aber ich möchte ja gern zeigen, dass man mit Pferden auch naturschutzrelevante Flächen beweiden kann. Und wenn Pferdehalter mehr Flächen zur Verfügung bekommen würden, müssten nicht alle Pferdeweiden so hoffnungslos übernutzt werden…

  • Lebensraum Totholzhaufen

    Lebensraum Totholzhaufen

    Seit kurzem sind die Neuntöter aus ihren Winterquartieren zurück und bei uns auf den Weiden gibt es mindestens drei Brutpaare. Ein Pärchen brütet auch in diesem Jahr wieder in einem Totholzhaufen.

    Bei dieser Gelegenheit schauen wir uns diesen Totholzhaufen doch mal genauer an. Er bietet Ansitzwarten und Nistmöglichkeiten für Brutvögel, Unterschlupf für Reptilien wie Zauneidechsen oder Kleinsäuger wie Igel und vielfältige Möglichkeiten zur Überwinterung von Insekten. Und in seinem Schutz können sich auch Stauden und Gehölze etablieren.

    All meine Versuche auf den Weiden Holunder, Hasel oder Sal-Weiden durch eine Pflanzung in ausgezäunten Bereichen zu etablieren sind (weitgehend) gescheitert, weil sie nicht gegossen wurden und sofort von Rehen verbissen wurden. Aber der Holunder und die Hundsrose, die sich in dem Reisighaufen von allein entwickelt haben sind gut vor Verbiss und Austrocknung geschützt. Somit sind solche Lebensraumstrukturen eine optimale Keimzelle für Kräuter, Stauden, Sträucher und Bäume, gefördert durch den Eintrag von den Vögeln, die mit ihrem Kot Samen und Kerne hierher transportiert haben.

    Diesen Reisighaufen empfinden viele sicherlich als störend oder unordentlich und er sollte ursprünglich verbrannt werden, aber ich bin froh, dass es dazu nicht gekommen ist. Denn solche Lebensraumstrukturen sind ein wichtiges Mosaiksteinchen in einer strukturreichen Weidelandschaft, die aus meiner Sicht aus Pfaden, Wälzstellen, Weiderasen, Staudenfluren, Gebüschen, Solitärbäumen bis hin zu Baumgruppen besteht.

    Reisighaufen 2020
    Reisighaufen 2024
    Hundsrose

    Einen weiteren Totholzhaufen habe ich bewusst angelegt, um eine Eiche vor dem Schälen durch die Pferde zu schützen. Sie ist in unserer Pappelreihe von allein aufgewachsen und könnte noch in vielen Jahren Schatten spenden, wenn die Pappeln längst umgefallen sind.

    Schutz einer von allein aufgewachsenen Eiche durch einen Totholzhaufen

    Die Entwicklung einer vielfältigen Weidelandschaft braucht Zeit, deshalb ist es nie zu früh, mit Weitsicht anzufangen 😉

  • Ein Garten für Insekten, Pferde und Menschen

    Ein Garten für Insekten, Pferde und Menschen

    Inspiriert von dem wunderbaren Naturgarten eines lieben Arbeitskollegen wollte ich auch einen schönen Staudengarten für Insekten, Vögel und Reptilien etc. anlegen.

    Im Herbst 2022 habe ich also begonnen einen ehemaligen, verwilderten Bauerngarten zumindest teilweise wieder zu ertüchtigen, um im Frühjahr 2023 Stauden zu pflanzen, die bei Insekten besonders beliebt sind und gleichzeitig mit unserer brandenburgischen Sommertrockenheit klar kommen:

    • Prachtscharte
    • Fetthenne
    • Färber-Kamille
    • Anis Ysop
    • Oregano
    • Lavendel
    • Steppen-Salbei
    • Gewöhnliche Braunelle
    • Graue Skabiose
    • Berg-Bohnenkraut
    • Bergminze

    Im Schattenplatz, der auch durch die Vogeltränke etwas feuchter ist, habe ich verschiedene Storchschnabel- und Knötericharten wie Wald-Storchschnabel oder Schlangenknöterich gepflanzt.

    Von allein kamen noch unter anderem Wilde Möhre, Mohnblume, Hopfen- und Rotklee dazu, die ich natürlich als wertvolle Ergänzung willkommen heiße.

    Holzstämme, die gleichzeitig eine optische Begrenzung darstellen, wurden sofort von Holzbienen angenommen. Und wenn man mal so einen Holzstamm oder liegendes Totholz anhebt, erkennt man auch selbst den Wert, denn alle möglichen Käfer, Asseln, Würmer und Schnecken tummeln sich darunter und darin.

    Und natürlich darf auch eine Lehmschale als Baumaterial für Wildbienen und Rauchschwalben sowie die obligatorische Vogeltränke nicht fehlen.

    Einen Naturgarten anzulegen, Vögel und Insekten anzulocken ist dabei nicht völlig altruistisch: Neben den positiven Effekten für die Natur tut ein Garten auch uns Menschen gut. Denn es ist schön einfach nur dazusitzen, in einer kleinen Naturoase und Tagfalter, Bienen und Vögel zu beobachten:

    „…und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“ (Pippi Langstrumpf)

    Dieses Jahr wird der Garten noch um einen Kräutergarten erweitert. Dabei sollen vor allem Kräuter gepflanzt und ausgesät werden, die bei Husten, Stress und Magen-Darm-Problemen helfen sollen – bei Pferden. Aber sicherlich hilft es auch bei Menschen 😉

  • Hagebutten

    Hagebutten

    Es gibt unzählige Beiträge wie gesund Hagebutten, insbesondere für unsere geliebten Pferde sind. Man kann sie sogar getrocknet kaufen, z.b. eine 500g-Packung für 35€ bei Krämer…

    Hagebutten sind die Früchte der Hundsrose (Rosa canina) oder anderer Rosen und enthalten besonders viel Vitamin C, weitere Vitamine, Mineralstoffe, Gerbsäure, Fruchtsäure und sollen für Pferde folgende Wirkungen haben:

    • abwehrsteigernd
    • alle positiven Wirkungen von Vitamin C
    • entzündungshemmend
    • schmerzlindernd
    • vorbeugend gegen Arthrose und Hufrollenentzündung

    Gleichzeitig können Hundsrosen, gemeinsam mit Schlehen, Brombeeren, Weißdorn und vielen weiteren Gehölzen Gebüschinseln oder Hecken in einer Weidelandschaft bilden. Damit werden sie zum wertvollen Ökosystem und bieten:

    • Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeit (z.B. Schalenwild, Igel)
    • Nist- und Brutplatz (z.B. Dorngrasmücke, Klappergrasmücke, Sperbergrasmücke, Neuntöter, Amsel, Nachtigall)
    • Nahrungsquelle (Nektar und Pollen für Insekten, z.B. Wildbienen)
    • Früchte für Vögel (z.B. Amsel, Drosseln, Krähen, Elstern, Eichelhäher, Seidenschwanz, Kernbeißer, Finken, Meisen, Stare, Rotkehlchen)
    • Früchte für Säugetiere (z.B. Schalenwild, Fuchs, Dachs, Marder, Igel, Feldhase)

    Vor allem im Winter sind Vögel auf die Früchte von Hundsrose & co. als fettreiche Nahrung und Ersatz für Insekten angewiesen. Werden die Früchte dabei als Ganzes verzehrt, werden die darin enthaltenen Nüsschen als Samen mit dem Vogelkot verbreitet.

    Hundsrosen haben zwar keinen Nektar, bieten aber vielen Wildbienen- und Käferarten (z.B. Rosenkäfer) Pollen oder gar zarte Blütenteile wie die Staubblätter als Nahrung. Die Gemeine Blattschneiderbiene (Megachille versicolor) nutzt beispielsweise die Blätter und schneidet daraus „Tapiziermaterial“ für ihre Brutzellen, die in Hohlräumen angelegt werden. Die Blätter dienen auch vielen Falterraupen aus meheren Familien der Spanner (z.B. Rosen-Blattspanner), Trägspinner, Bären, Eulen (z.B. Achateule) als Nahrung. Und an den Zweigen kann man eventuell die moosartigen Gallen der Rosengallwespe (Diplolepis rosae) finden. Die Beispiele sollen verdeutlichen, wie alles zusammenhängt und wie wir auch mit kleinen Maßnahmen einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten können.

    Und letztlich bieten Gebüschinseln und Hecken(-rosen) auch für den Pferdehalter viele Vorteile:

    • man kann Hagebutten selbst sammeln und spart sich das Geld bei Krämer, Loesdau & co.
    • Sonnenschutz, v.a. wenn auch Bäume im Schutz der Hecken aufwachsen
    • ein besseres Mikroklima, insbesondere in Dürreperioden
    • Windschutz, für die Pferde, aber auch für die Vegetation, die weniger stark austrocknet
    • Abgrenzung, z.b. zusätzlich zum Weidezaun zur Erhöhung der Hütesicherheit und als Schutz vor ungewollter Fütterung durch Spaziergänger
    • ein schöneres Landschaftsbild 😉
    Vogelnest in einer einzeln stehenden Hundsrose
    das schönere Landschaftsbild mit Gehölzreihe
    ausgezäunte Pappelreihe mit Entstehung einer Hecke

    Und warum sieht man dann eigentlich so wenig Pferdeweiden mit Hundsrose & co.? Vor allem entlang von Zäunen könnte man Gehölzreihen von allein entstehen lassen. Natürlich müssen die Zäune freigeschnitten werden, aber man könnte einen Korridor zwischen verschiedenen Weiden oder an Wegen anlegen, in dem sich die Gehölze von selbst etablieren.

    Und auch auf der Weide selbst, warum eigentlich nicht? Selbst wenn man aus verschiedenen Gründen mulchen oder mähen muss, könnte man einzelne Gebüsche verschonen. Selbst bei relativ intensiver Beweidung kommen dornige Gehölze wie Hundsrose, Brombeere, Weißdorn, Wildbirne und Schlehe von allein und bereichern nicht nur den Speiseplan der Pferde.

  • Dungkäfer Bufet

    Dungkäfer Bufet

    Aktuell ist wieder die Zeit, in der Tausende von Dungkäfern der Gattung Aphodius die Pferdehaufen innerhalb kürzester Zeit zersetzen. Sie ernähren sich von Pferde- und Rinderdung, legen ihre Eier in den Haufen ab und auch die Larven ernähren sich widerum vom Kot unserer Weidetiere.

    Massenvorkommen von Dungkäfern aus der Gattung Aphodius

    Und besonders auffällig sind derzeit auch wieder die Löcher des Stierkäfers (Typhaeus typhoeus). Fast an jedem Haufen befindet sich ein ca. 1cm großes Loch, der Eingang zur Brutkammer des Stierkäfers. Er legt bis zu 1,5m tiefe Stollen mit mehreren Brutkammern an, in denen er seiner Eier und Kotpillen als Vorrat für die Larven ablegt. Die Entwicklung der Larven dauert zwei bis drei Jahre, während die adulten Käfer nach der Brutvorsorge und Eiablage absterben.

    Was sonst noch so alles in einem Kuhfladen wimmelt und wie sich die Nahrungsketten von Dungfliegen, Dungkäfern, Kurzflüglern, Regenwürmern, bis hin zu Kleinsäugern, Vögeln und Fledermäusen aufbauen, erklärt das wunderbare Kinderbuch „Party im Kuhfladen„.

    Das folgende Video soll einen Eindruck vermitteln, wie so ein Kuhfladen besiedelt wird. Es sind Wasserkäfer der Gattung Sphaeridium und auch zwei hübsche Kurzflügler (Ontholestes murinus) mit weißen Streifen auf dem Hinterleib zu erkennen:

    Wasserkäfer der Gattung Sphaeridium und Kurzflügler Ontholestes murinus

    Die Wasser- und Kurzflügelkäfer ernähren sich von den Larven der Fliegen, die schon ihre Eier in dem Fladen abgelegt haben und so können die Kreisläufe beginnen…

    Diese Käfer und auch die Gelbe Dungfliege (Scathophaga stercoraria) sind mir übrigens erst aufgefallen, seit Finola und Lenia bei uns sind. Die Larven der Gelben Dungfliege ernähren sich ebenfalls von anderen Insektenlarven im Dunghaufen.

    Damit die Dunghaufen unserer Weidetiere nicht (unnötig) zur ökologischen Falle werden, in dem die Larven der Insekten in den Haufen durch den Einsatz von Antiparasitika absterben, haben wir auf Selektive Entwurmung umgestellt. Seit Sommer 2022 werden wir dafür von einem zertifizierten Kotlabor der Arbeitsgemeinschaft Zeitgemäße Selektive Entwurmung (ZSE) betreut und mit KnowHow unterstützt.

    Der Vorteil liegt darin, dass man mit Hilfe einer Online-Datenbank stets den gesamten Bestand im Überblick hat, sich jederzeit von jedem Pferd die „Wurmkurven“ anschauen kann und dokumentiert wird, wer wann welche Wurmkur bekommen hat. Man bekommt Erinnerungen für die nächsten Kotprobe, Empfehlungen für einen Wirkstoff und – besonders wertvoll wie ich finde – man kann jede noch so „dumme“ Frage stellen 😉

    Das heißt, es geht nicht nur um das Ergebnis der Kotproben, sondern auch um den Service und die gute Beratung. Natürlich ist der Aufwand ersteinmal größer als einfach Wurmkuren zu geben, aber wenn dafür nur die Pferde eine Wurmkur bekommen, die auch eine brauchen, hat man am Ende die Umwelt geschont und beugt Resistenzen bei den Magen-Darm-Parasiten vor. Und vor allem: Das Bufet auf der Weide kann eröffnet werden.

  • Tagfalter Bufet

    Tagfalter Bufet

    Eine der Hauptursachen für das Insektensterben, bei dem vor allem auch Tagfalter betroffen sind, ist die Intensivierung der Landwirtschaft bei gleichzeitger Aufgabe nicht mehr rentabler Flächen wie Feuchtwiesen oder Trockenrasen. Dadurch gehen artenreiche Wiesen und Weiden verloren und mit ihnen ganze Artengemeinschaften.

    Um diesem allgemeinen Trend ein Kleinod entgegenzustellen, versuchen wir mit dem Ponyhof eine Weidelandschaft zu gestalten, die Insekten und damit auch alle weiteren Artengruppen, die von Insekten abhängig sind, zu fördern. Mit dem Verzicht auf den Einsatz von Dünger, Pestiziden und der Vermeidung einer Überbeweidung soll eine arten- und kräuterreiche Weide geschaffen werden. Diese ist nicht nur der Pferdegesundheit zuträglicher, sondern leistet auch einen kleinen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

    Mit der Einrichtung eines Vegetations– und Tagfalter-Transektes soll dieser Anspruch im Verlauf der Jahre überprüft und abgebildet werden. Und dieses Jahr habe ich auch mehr Zeit finden können, um mein Tagfalter-Transekt regelmäßiger zu begehen. Das spiegelt sich enstprechend in den Zahlen wieder: 16 Arten mit insgesamt 108 Individuen bei 13 Begehungen im Vergleich zum letzten Jahr mit nur sieben Begehungen:

    Aber ich denke, neben der Häufigkeit der Begehungen spielt vor allem der reichhaltige Regen eine entscheidende Rolle. Zwar mögen es Schmetterlinge warm, sonnig und trocken, aber sie brauchen auch Nektarpflanzen und davon gab es im letzten Dürresommer fast keine mehr auf unserer Weide, abgesehen von Graukresse natürlich….

    Dieses Jahr hingegen gab es ein reichhaltiges Bufet aus Wegwarte, Saat-Luzerne, Malve, Schafgarbe, Rainfarn, Hundskamille, Ochsen- und Hundszunge, Disteln, Kletten etc. und natürlich auch Graukresse.

    Und besonders gefreut habe ich mich über das Auftauchen der Wiesen-Flockenblume. Ich hielt es zunächst für Zufall, dass sie an einer Stelle aufgelaufen ist, an der ich vor drei Jahren mal Saatgut ausgebracht hatte. Aber sie tauchte dieses Jar auch in anderen Teilflächen erstmals auf, in denen ich mal Wildkräuter in – netterweise durch Wildschweine geschaffene – Offenstellen angesät hatte.

    Wiesen-Flockenblumen haben einen besonders hohen Nekarwert für Wildbienen, Hummeln etc. und ernähren Raupen und Falter von über 40 Schmetterlingsarten. Sie kommen auf sandig bis lehmigen, trockenen bis mäßig feuchten Böden vor, blühen von Juni bis Oktober und wenn sie nicht zu stark verbissen werden, können sie sogar neue Triebe mit Blütenköpfen ausbilden und verlängern auf diese Weise das Tagfalter Bufett. Das heißt, Flockenblumen sind nicht besonders anspruchsvoll, vertragen moderaten Verbiss und sollten eigentlich auf jeder Weide vorkommen und dennoch gehört sie zu den in Brandenburg gefährdeten Arten. Was sagt das eigentlich über unsere Art der Flächennutzung aus? Oftmals ein Armutszeugnis…

    Ich habe „meine ersten Flockenblumen“ vorsichtsalber ausgezäunt, auch wenn sie mit Verbiss gut zurecht kommt. Denn das Seltene ist meist besonders attraktiv, in diesem Fall als Futterpflanze für die Pferde und Kühe…

    Wenn sie sich gut ausgebreitet und auf allen Flächen stabil etabliert hat, kann man die kleinen Schutzzäune sicherlich weglassen.

  • Graukresse 4.0

    Graukresse 4.0

    Hier kommt das jährliche Update zur Entwicklung der Graukresse auf unserer Hauptweide bzw. Winterkoppel. Seit 2020 geht diese Fläche zur Erholung der Grasnarbe in eine Sommerpause, d.h. der Beweidungsdruck durch die Pferde wird hier runtergenommen. Dafür wird sie – quasi als Erfrischungskur – vor der Samenreife der Graukresse gemulcht.

    Dabei zeigt sich, dass die Pflegemaßnahmen der letzten Jahre tatsächlich zur Eindämmung der Graukresse geführt haben. Denn zum Glück ist sie zweijährig, d.h. die Pflanze stirbt nach der Samenreife im zweiten Jahr ab und es macht durchaus Sinn, sie vorher rauszureißen, zu mähen oder zu mulchen. Man wird immer noch ein großes Samenpotential im Boden haben, aber es scheint wirklich eine gute Methode zu sein, um diese Giftpflanze auf Dauer in Schach zu halten. Hier ein Vergleich der Entwicklung im Laufe der Jahre:

    Juli 2019
    Juli 2021
    Juli 2023

    Die reichhaltigen Niederschläge der letzten Monate haben außerdem zu einer üppigen Vegetationsentwicklung mit Schafgarbe, Hundskamille, Hundszunge, Ochsenzunge, Malve, Wegwarte, Natternkopf, Lichtnelke, Luzerne etc. gesorgt. So bleibt der Graukresse auch nicht mehr viel Platz und sie kann ihren Konkurrenzvorteil, dass sie mit ihren Sternhaaren sehr gut gegen Verdunstung geschützt ist, nicht mehr ausspielen. An einer Stelle hat sich sogar Wiesen-Flockenblume etabliert, darüber hab ich mich besonders gefreut. Sie ist vermutlich aus Saatgut hervorgegangen, dass ich mal vor zwei Jahren ausgebracht hatte. Aktuell macht es wirklich viel Freude über unsere Hauptweide zu laufen, denn überall fliegen Wildbienen und Schmetterlinge umher, saugen an den Blüten und die Heuschrecken zirpen dazu. Es wäre deshalb auch ökologischer Wahnsinn, in diese Fülle reinzumulchen.

    Und zum Glück sind die Stellen mit Graukresse überschaubar geworden und können entweder mit Freischneider oder Sense partiell gemäht oder einzeln per Hand rausgezogen werden. Vor allem jetzt, wo der Boden noch gut feucht ist, kann man die Pflanzen mit Wurzel rausziehen und hat teilweise ganze Büschel in der Hand. Dadurch haben wir eine weitgehend Graukressenfreie und dennoch blütenreiche Hauptweide. So kann sich nun im vierten Jahr seit Beginn dieser Maßnahmen Artenvielfalt auf der Pferdeweide ohne „Insektenschreddern“ entwickeln.