Es ist wunderbar, wenn man Lebensraumstrukturen wie Lesesteinhaufen, Totholzhaufen oder Gehölzinseln angelegt hat und diese von den zu erwartenden Arten auch tatsächlich besiedelt werden. Was für ein Glücksmoment, ein wunderschönes Zauneidechsen-Männchen nebst Weibchen auf dem Steinhaufen zu sehen, den ich vor fünf Jahren angelegt hatte.
Zauneidechsen lassen sich mit der Anlage von Haufwerken aus Steinen und Holz als Unterschlupf und zum sonnenbaden begünstigen. Sie brauchen ein Mosaik aus lockerer und dichter Vegetation, einen grabfähigen Boden zur Eiablage und hinreichend Insekten als Nahrungsquelle.


Wunderbar sind auch sogenannte Benjeshecken oder Totholzhaufen. Sie sind nicht nur Unterschlupf oder Nistmöglichkeit wie beispielsweise für den Neuntöter, sondern in ihnen können sich auch neue Gehölze etablieren. In dem Reisighaufen, der bei uns schon mehr als sechs Jahre liegt, haben sich Holunder, Hundsrose, Roter Hartriegel und Brombeeren etabliert. Sie werden vermutlich mit dem Vogelkot eingetragen und sind sehr gut gegen Verbiss sowie Austrocknung geschützt. Hier ein Bildervergleich der letzten Jahre und Entwicklung eines zunächst nicht so schönen Haufens zu einer wunderbaren Lebensraumstruktur.



Und dieses Jahr ist auch wieder ein Neuntöter-Pärchen eingezogen, was mich ebenfalls sehr erfreut und zeigt, wie einfach es manchmal sein kann, Lebensräume zu schaffen. Solche Haufwerke sind auch gute Überwinterungshabitate für Reptilien, Amphibien, Insekten, Igel oder andere Kleinsäuger.
Und es bietet sich an, das Aufwachsen von Gehölzen zu fördern, beispielsweise durch das Auszäunen von Ecken, „dem Zaun vor dem Zaun“ oder auch durch Auszäunungen innerhalb der Weideflächen zur Förderung von Gehölzinseln oder Solitärbäumen.



In diesen – vor Verbiss geschützten – Bereichen wachsen in der Regel Gehölze von selbst auf. Das können beispielsweise sein:
- Weißdorn (Crataegus monogyna)
- Schlehe (Prunus spinosa)
- Hundsrose (Rosa canina)
- Eiche (Quercus robur, Q. petraea)
- Roter Hartriegel (Cornus sanguinea)
- Holunder (Sambucus nigra)
Das ergibt nicht nur ein schöneres Landschaftsbild, strukturiert die Weideflächen, bietet Windschutz und eine gesunde Knabberei für die Pferde, solche Gebüschinseln oder Hecken bieten vor allem auch Nistmöglichkeiten für Neuntöter, Sperbergrasmücke, Amsel, Nachtigall, Mönchsgrasmücke, Dorngrasmücke etc. Und zur Blütezeit spenden sie Nektar und Pollen für Insekten und im Herbst/Winter Früchte wie beispielsweise Hagebutten für Vögel, aber natürlich auch für unsere Weidetiere – Win Win also.




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