Schnee und Eis

Endlich gibt es mal wieder einen richtigen Winter – er ist wunderschön, aber auch herausfordernd.

Interessant finde ich zunächst, dass die Pferde trotz geschlossener Schneedecke weiterhin über alle Weiden laufen und überständige Vegetation abzuppeln. So, wie sie es tun müssten, wenn sie Wildpferde wären und niemand ihnen Heu hinstellt. Ich konnte sogar beobachten, wie sie mit den Hufen oder der Nase den Schnee weg scharren, um an die Vegetation zu kommen. Ansonsten wird beispielsweise meine Lieblingsfeindin – die Kanadische Goldrute – abgezupft und vor allem ihre Samenstände gefressen. Sehr gut!

Bei Assan versuche ich jeden Winter, dass er ohne Decke über die Runden kommt, aber leider ist sein Fell nicht dafür ausgelegt, dass beispielsweise der Schnee darauf liegen bleibt. Bei nasskaltem Schneesturm fängt er dann doch an zu zittern und ich musste ihm eine Decke anziehen. Bei anderen Pferden kann man gut sehen, dass ihnen dieses schruppige Wetter überhaupt nichts anhaben kann. Die Pferde sind gut gelaunt, spielen miteinander, dösen gemeinsam in der Sonne oder windgeschützt an einer Hecke.

Und es ist auffällig, dass sie vielmehr Heu fressen als sonst und ich denke, es liegt nicht nur daran, dass Schnee liegt, sondern weil Heu ihre „Heizung“ ist. Das heißt, durch die Magen-Darm-Tätigkeit entsteht Wärme im Dickdarm, die der Regulierung der Körpertemperatur dient.

Deshalb brauchen Pferde auch mehr Wasser bei diesen Temperaturen, weil Heu keine Feuchtigkeit hat und der Wasserbedarf zur Unterstützung der Verdauung höher ist als sonst. Und da haben wir die wohl größte Herausforderung im Winter – eingefrorene Tränken und Wasserbottiche. Wir haben einen IBC Container, der bis zu einem bestimmten Grad von den Pferden an einer kleinen Stelle offen gehalten wird, aber bei Temperaturen von weniger als -10°C dann doch vollständig zufriert. Und unsere – eigentlich – frostreie Tränke ist leider auch eingefroren (defekt?). Hier haben wir zunächst mit einem zusätzlichen Begleitheizdraht nachgerüstet und ich hoffe, dass das zumindest so lange funktioniert, bis eine neue Tränke eingebaut ist…

Das sind die nervigen Wintermomente, wenn man im Schneesturm Tränken und Zäune reparieren und beim abäppeln jeden angefrorenen Haufen mit dem Spaten lockern muss. Aber der Winter entschädigt auch mit wundervollem Licht, glitzerndem Schnee, einer besonderen Stimmung und Gedämpftheit.

Hinterlasse einen Kommentar