Autor: ninetthirsch

  • Neue Weide – Neues Glück

    Nachdem fast alle Weiden eingezäunt sind und ich noch die Grashöhe in „Bierflaschenmaß“ sowie den Strom geprüft habe, konnten die Pferde endlich auf eine neue Fläche….

    Wie die kleinen Kinder freuen sich die Pferde, wenn man eine Weide wieder aufmacht. Sie wussten auch schon ganz genau, was ich vor habe! Ich meine, ich laufe öfter mal kreuzdiequer über die Fläche zum Strom prüfen oder was auch immer. Aber Assan wusste sofort, dass es sich lohnt mir hinter her zu trotten. Die anderen hebten dann auch den Kopf und schlossen sich uns an. So standen neun ungeduldige Pferde hinter mir und scharrten förmlich mit den Hufen, wann endlich der Eingang frei wird. Nur „große Lara“ blieb erst einmal am Heu und dachte sich wohl, na geht ihr mal alle, ich fresse in Ruhe, aber dann flitzte sie auch hinter her…

    Es ist wunderschön, wenn sich die Pferde über eine neue Weide freuen, rumgaloppieren, abfetzen und buckeln. Es ist pure Lebensfreude und dieser Moment ist für mich Lohn genug für die letzten beiden Monate Zaunbau. Nach wildem Rumgerenne folgt ein gemeinsames Kopf ins Gras und Abschnauben – das ist Musik in meinen Ohren 🙂

  • Verliebt in T-Pfosten

    Statt in Vollpfosten habe ich mich in den letzten beiden Monaten in T-Pfosten verliebt….

    Anfang März kamen die bestellten T-Pfosten und ich habe begonnen die Zäune auszubessern und Teilstrecken zu ergänzen. Geliefert wurde inklusive Ramme und Isolatoren. Da man wegen Corona keine Arbeitseinsätze machen kann, musste ich die Zäune weitgehend allein aufbauen, aber hin und wieder hatte ich auch Hilfe. Die Erfahrung daraus ist, mit T- Pfosten kann man auch gut allein zurecht kommen, mit Hilfe gehts natürlich schneller. Zack, zack steht so ein Zaun. Er ist weitaus stabiler als die Plastestäbe und lässt sich einfacher verarbeiten als beispielsweise Recycling-oder Holzpfosten, für die man Löcher vorbohren muss.

    Ich bin total begeistert, wie schnell man mit der Ramme die Pfosten versenkt hat. Innerhalb von zwei Monaten, also weitgehend an den Wochenenden und einige Abende habe ich auf fast einem Kilometer Zaunlänge „Strecke gemacht“.

  • Weidemanagement in Theorie und Praxis

    Bisher habe ich mein Wissen nur aus Büchern und anderen erfahrenen Weidetierhaltern. Nun wird es Zeit aus eigenen Fehler zu lernen 😉

    Wir haben ja in Glindow den unverschämten Luxus, dass wir so viel Fläche haben, dass wir keinen Trail brauchen und kein Anweiden. Wir können unseren Pferden immer etwas Koppel auflassen, damit sie auch im Winter grasen können. Damit weiden sie sich quasi selbst an. Der 1. Mai ist nicht nur Tag der Arbeit, sondern oft auch der klassische Beginn der Weidesaison. Aber dieses Jahr hat das Gras schon im Februar angefangen zu wachsen. Es war der früheste Beginn der Blüte der Hasel, also der phänologische Beginn des Vorfrühling – Ende Januar!

    Damit stimmen alle Bauernregeln ohnehin nicht mehr. Welche einfachen Tipps gibt es noch, um zu wissen, wann es Zeit wird, die Pferde auf die Weide zu schicken oder umzukoppeln? Nach Bender, Praxishandbuch Pferdefütterung gilt als Faustregel eine Grashöhe von mindestens 20cm oder wenn man keinen Zollstock zur Hand hat, eine Bierflaschenhöhe (0,3l). Wer sich das besser vorstellen kann 😉

    Wenn die Weide nachgemäht werden soll, sollte man ca. 10cm stehen lassen und ansonsten sollte man die Flächen nicht unter 4-5cm runter fressen lassen. Da bin ich mal gespannt, da ja Pferde extrem tief verbeissen und sich gern Weiderasen anlegen, die sie selbst pflegen und hohes Gras verschmähen. Bei Geilstellen sehr verständlich wegen der Würmer, aber ansonsten ist es doch immer wieder erstaunlich, wie schön das Gras an der einen Stelle wächst und das Pferd frisst an der anderen Stelle, wo es nur noch wenige Millimeter „hoch“ ist….

    Wir haben mehrere Weiden, die wir als Portionsweiden nutzen können. Ursprünglich war der Plan einige Flächen vor der Beweidung zu mähen. Aber aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit wird man erst einmal abwarten müssen, wie die Gräser wachsen. Eventuell kann man einige Flächen als Pflegeschnitt nachmähen. Das ist wohl meine erste Lektion: Trotz aller Planung muss man flexibel bleiben.

    Wer sich mehr mit dem Thema Pferd und Weide bzw. artgerechte Pferdehaltung beschäftigen möchte findet hier eine Auswahl an mehr oder weniger wissenschaftlicher Literatur und Praxishandbüchern:

  • Es regnet, es regnet…

    ... die Erde wird nass!

    Endlich nach sechs Wochen ein paar Tropfen Regnen!

    Dennoch hat es mit letzter Nacht im Monat April in Potsdam nur ca. 5mm geregnet. Das ist der geringeste Wert seit der Aufzeichnungen des DWD für die Station Potsdam seit 1894! Hier eine Darstellung der Werte als Boxplot:

    Der Mittelwert für die Niederschläge im April zwischen 1894-2019 (die Jahre 1985-89 fehlen) liegt bei 39,7mm und der Median (schwarze, horizontale Linie in der Box) liegt bei 37mm.

    Zum Vergleich auch die Werte für die Monate April der letzten „Dürrejahre“:

    • 2013 = 25,4mm
    • 2018 = 36,0mm
    • 2019 = 11,5mm

    Das lässt vielleicht erahnen, was das für die Vegetation, wassergebundenen Lebensräume, Wiesen und Weiden oder auch die Heuernte bedeutet. Man kann nur beten und hoffen, dass der Monat Mai feuchter wird und die geringen Niederschläge im April wieder ausgleichen kann. Aber beispielsweise wird es dann für die Amphibien schon zu spät sein.

    Jegliche Bewässerung, sei es in der Landwirtschaft z.B. für Spargel, Mais, für den englischen Rasen vor dem Haus oder auch der Hufe unserer Pferde geht auf Kosten der Ressourcen nachfolgender Generationen. Wir entnehmen munter Wasser aus den Grundwasserleitern, als gäbe es kein Morgen. Ich meine, ich habe keine Kinder, nach mir die Sintflut.

    Aber erstaunlich finde ich die Selbstverständlichkeit schon, mit der stetig neue Brunnen genehmigt werden, während gleichzeitig die Gräben, z.b im Havelland weiterhin schön nachgezogen werden. Das Havelland wäre ja eigentlich eine Auenlandschaft, aber anstatt das Wasser in den Frühlingsmonaten durch regelbare Staue zu halten, wird immer noch fleißig für den Abfluss gesorgt. Wann findet endlich ein Umdenken statt und ein sparsamerer, vernünftiger Umgang mit Wasser?

    Dabei sind auch die Pferdehalter gefragt. Muss es wirklich sein, stundenlang Pferde zu duschen, zu waschen, Hufe unter laufendem Wasser zu bewässern? Dabei fasse ich mich auch gern an die eigene Nase…. 😦

  • Hundsrose, Eiche & co.

    Am Wochenende habe ich die Pferde dabei erwischt, wie sie an den Gehölzen geknabbert haben, die ich neulich schon beschrieben habe. Besonders beliebt war ein Strauch mit Hundsrose. Auch der Schatten der Bäume ist jetzt schon willkommen.

    Im Schutz solcher dornigen Sträucher, welche durch das Anknabbern richtig verdichtet werden, können Vögel brüten und langfristig sogar Eichen aufwachsen. Denn der Eichelhäher versteckt die Eicheln bevorzugt im „Dornengestrüpp“, in dem sie am besten vor anderen Fressfeinden geschützt sind. So kann, wenn man es zulässt, eine halboffene, artenreiche Weidelandschaft entstehen.

    Mehr zu diesem Thema kann man im „Praxisleitfaden für Ganzjahresbeweidung in Naturschutz und Landschaftsentwicklung“ (Bunzel-Drüke et al. 2008) nachlesen. Der Praxisleitfaden ist die Bibel der Anhänger von Weidelandschaften und kann kostenlos als PDF runtergeladen werden.

    Hier eine schematische Darstellung zur Entstehung einer halboffenen Weidelandschaft:

  • Gehölze auf der Pferdeweide

    Wenn die Beweidung nicht allzu intensiv ist, können sich auch Gehölze auf einer Pferdeweide von ganz allein etablieren oder man gibt ihnen bewusst kleine Räume, in denen sie sich ausbreiten können...

    Wir haben in Glindow das unverschämte Glück, dass wir eine wunderschöne Pappelreihe und bereits viele von allein aufgewachsene Bäume und Sträucher haben. Teilweise habe ich die Pappelreihe ausgezäunt, um auch der Natur ihren freien Lauf zu lassen. In der Pappelreihe wachsen Weißdorn, Wildrose, Wildbirne und Holunder. Die Früchte des Weißdorn enthalten Wirkstoffe, die gut fürs Herz-Kreislauf-System sind und die Hagebutten der Wildrose enthalten viel Vitamin C. Auf diese Weise können sich die Pferde im Herbst selbst gesund erhalten, in dem sie an den Früchten naschen.

    Jetzt im Frühjahr blühen viele Bäume und Sträucher und es ist ein herrliches Summen und Brummen. Tagsüber hört man die Mönchsgrasmücke, Klappergrasmücke und abends die Nachtigall aus dem „Gestrüpp“ singen. So haben die Insekten und die Vögel Nahrung, Lebensraum und die Pferde Schatten und immer wieder auch mal Gehölze an denen sie knabbern können.

    Vor allem wenn wir so trockene Jahre haben, wie dieses wieder eins zu werden scheint, haben die Bäume und Sträucher auch den Vorteil, dass sie für ein besseres Mikroklima auf der Weide sorgen. Sie bieten Schatten, bremsen den Wind und hindern ihn daran, abgefressene Weiden noch mehr auszutrocknen.

    Auf einer Fläche haben wir einen Fuchsbau, den ich ohnehin hätte auszäunen müssen, damit die Pferde nicht in das Loch treten und natürlich um dem Fuchs nicht seinen Lebensraum zu nehmen. Etwas daneben steht eine kleine Eiche, die ich gern befördern möchte. Sie sollte nicht von den Pferden geschält und zum Absterben gebracht werden. Ich denke, man sollte diesem Baum die Chance geben, irgendwann eine schöne, freistehende Eiche wie auf einem Gemälde von Caspar David Friedrich zu werden. Deshalb wurde sie mit ausgezäunt. Mich erfreut der Gedanke, dass man auf diese Weise ein Mosaik an Lebensraumstrukturen erhalten oder schaffen kann, das eine artgerechte Pferdehaltung mit Naturschutz verbindet.

  • April, April

    Der weiß nicht, was er will.
    Bald lacht der Himmel klar und rein,
    Bald schau’n die Wolken düster drein,
    Bald Regen und bald Sonnenschein!
    Was sind mir das für Sachen,
    Mit Weinen und mit Lachen
    Ein solch‘ Gesaus‘ zu machen!
    April! April!
    Der weiß nicht, was er will.

    O weh! O weh!
    Nun kommt er gar mit Schnee!
    Und schneit mir in den Blütenbaum,
    In all den Frühlingswiegentraum!
    Ganz greulich ist’s, man glaubt es kaum:
    Heut‘ Frost und gestern Hitze,
    Heut‘ Reif und morgen Blitze;
    Das sind so seine Witze.
    O weh! O weh!
    Nun kommt er gar mit Schnee!

    Hurra! Hurra!
    Der Frühling ist doch da!
    Und kriegt der rauhe Wintersmann
    Auch seinen Freund, den Nordwind, an
    Und wehrt er sich, so gut er kann,
    Es soll ihm nicht gelingen;
    Denn alle Knospen springen,
    Und alle Vöglein singen.
    Hurra! Hurra!
    Der Frühling ist doch da!

    Heinrich Seidel (1842-1906)

    April, April, von wegen… Seit dem 9.3.2020 hat es nicht mehr geregnet, abgesehen von ein paar Tropfen am Ostermontag. Der nicht vorhandene Winter ist direkt in den Sommer übergegangen. Vor allem jetzt, wo die Vegetation den Regen dringend braucht, bekommen wir wieder die brandenburgische Vorsommertrockenheit und die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren. Über ewigen Sonnenschein kann ich mich schon lange nicht mehr freuen. Wenn man sich täglich (beruflich) damit beschäftigen muss wie Kleingewässer, Feuchtgebiete und Moore verschwinden aufgrund der sinkenden Grundwasserstände, vergeht einem leider die Freude an „schönem Wetter„.

    Und für unseren Ponyhof bedeutet das, dass das geplante Weidemanagement aus den Fugen gerät, weil aktuell nichts mehr wächst und beginnt zu vertrocknen. Geplant war eigentlich, bestimmte Flächen zu mähen. Zum Einen um das Mahdgut als Heu für den Winter einzulagern und zum Anderen als Pflegeschnitt, um unbeliebte Kräuter einzudämmen. Aktuell sieht es aber eher danach aus, dass wir weiterhin Heu zufüttern müssen und keine Rücklagen für den nächsten Winter oder weitere Investitionen bilden können. Die Flächen brauchen wir komplett als Weide, eine Mahd scheint aktuell nicht mehr realistisch. Man kann sich jetzt schon ausrechnen, wie sich das insgesamt auf den Heupreis auswirken wird, wenn wir im dritten Jahr in Folge ein Dürrejahr haben…

    Folgende Grafik zeigt die Auswertung der Jahresmittelwerte der Temperatur der Klimastation Potsdam. Die Daten können beim DWD runtergeladen werden. Die Linie zeigt den langjährigen Mittelwert von 8,9°C.

    Die wärmsten Jahre waren:

    • 2019 = 11,3°C
    • 2018 = 11,2°C
    • 2014 = 10,9°C
    • 2015 = 10,7°C

    Bei der Darstellung der Niederschlagssummen ist kein eindeutiger Trend erkennbar. Da sich in der Summe der Wechsel von langen Dürreperioden mit Starkregenereignissen nicht in Jahreswerten darstellen lässt. Insgesamt nehmen jedoch die Extremwetterereignisse zu. Wenn der Boden nach zwei Monaten Dürre ausgetrocknet ist und dann ein Gewitter mit Überschwemmung folgt, kann das Wasser nicht aufgenommen werden. Was wir bräuchten ist ein schöner, gleichmäßiger Landregen über zwei, drei Tage.

    Das langjährige Mittel liegt für die Station Potsdam bei 587mm und die trockensten Jahre waren:

    • 2018 = 346mm
    • 1976 = 377mm
    • 1982 = 397mm
    • 1999 = 406 mm

    Ich hoffe jeden Tag, dass es bald regnet!!

  • Tschüss Schafe, Tschüss Fridolin

    Gestern wurden die Schafe wieder abgeholt. Sie waren als Leihgabe seit November bei uns, haben einen Wahnsinns-Einsatz in der Weidepflege geleistet und freuen sich jetzt sicherlich wieder nach Hause zu kommen….

    Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, dass sie bei uns waren, aber man sollte nie den Aufwand und die Arbeit mit Tieren unterschätzen – so wie ich damals. Am Anfang ist man ja immer naiv. Ich dachte, man stellt sie auf 1,5ha und dort werden sie zwei, drei Monate genug zu fressen finden. Man sagte mir, einmal in der Woche brauchen die Schafe eine Mörtelwanne voll Wasser, ansonsten das übliche in der Tierhaltung: tägliche Sichtkontrolle (also Schäfchen zählen) und Zaunkontrolle. Vor allem in den ersten Tagen, wenn der Zaun neu aufgestellt wurde, muss er gründlich abgelaufen werden, ob er an Wechseln von Wildschweinen etc. Löcher hat. Ansonsten laufen die so nebenbei….

    Naja, also am aufwendigsten ist schon mal der Zaunbau, d.h., wenn man die Schafe umstellen will, kann man mal locker einen Tag einplanen. Wenn man diese Arbeit scheut und meint, ach dann bekommen die Schafe halt Heu, müssen sie täglich Heu und Wasser bekommen. Dann überlegt man sich doch, sie noch mal umzustellen. In der Zeit von November bis gestern wurden die Schafe sechs mal umgestellt….

    Dennoch werden wir sie wohl vermissen. Wenn die Schafe auf Pfeifen angerannt kommen, die Lämmer rumspringen und spielen geht einem einfach das Herz auf. Und selbst Fridolin (Bild oben links), der einen gern mal geboxt hat, wenn man nicht schnell genug mit dem Futter war, der von uns liebevoll in Rambo umbenannt wurde, ihn werden wir wohl am meisten vermissen. Ein wahres Charakterschaf und wichtig, um die Herde händelbar zu machen. Die Skudden sind sehr scheu, aber Rambo, äh Fridolin macht sie mit seiner Gierigkeit auf Pellets und „Menschenzugewandheit“ – oder sagen wir besser, er ist ganz klar der Chef – lenkbar. Er gibt den Ton an und war unverzichtbar, beim Schafe umstellen.

    Danke an Alina für die schönen Fotos.

  • Weidepflege

    Eine der Herausforderungen in Glindow ist die „Ersteinrichtung“ von Weideflächen, zumindest für unsere verwöhnten Pferdchen….

    Ein Teil unserer Weiden wurde bislang wenig bis gar nicht genutzt und es haben sich Dominanzbestände aus Landreitgras, Brennessel und Kanada-Goldrute breit gemacht. Diese könnten theoretisch auch von Pferden gefressen werden und das wäre ihr Job, wenn es „Landschaftspflege-Pferde“ wären. So wie beispielsweise die Koniks in Hobrechtsfelde oder in der Döberitzer Heide.

    Aber unsere Pferde wollten da bisher nicht so richtig ran und deshalb kamen über den Winter über 20 Skudden zum Einsatz, die uns bei der Ersteinrichtung der Weiden geholfen haben. Man wird sehen, wie sich diese Flächen weiter entwickeln, ich halte Euch dazu auf dem Laufenden. Aber schon jetzt konnte eine der Weiden für die Pferde geöffnet werden , welche sich auf das frische, zarte Grün gestürzt haben.

    Alternativ könnte man natürlich auch – je nach technischen Möglichkeiten – Mähen oder Mulchen. Aber diese Fläche ist relativ uneben und mit einigen Gehölzen bestanden, die ich gern erhalten möchte. Für eine Mahd war es im Herbst auch schon zu spät. Mulchen wäre sicherlich als Ersteinrichtung legitim, ist jedoch aus naturschutzfachlicher Sicht nicht so wertvoll wie das „Abschöpfen“ der Biomasse. Nur bei einer gewissen Aushagerung der Flächen stellt sich eine arten- und kräuterreiche Wiese/Weide ein. Die Brennessel im ersten Bild zeigt uns jedoch, wie nährstoffreich dieser Standort ohnehin schon ist.

  • Lebensraumstrukturen

    Eines der Ziele meines Beweidungsprojektes ist die Schaffung von Lebensraumstrukturen….

    Dazu gehört unter anderem das Zulassen von Gehölzaufwuchs. Beim Abschleppen einer neu eingerichteten Weide habe ich ganz bewusst aufgewachsene Sträucher umfahren. Sie waren bereits von sich aus aufgewachsen und sind erwünscht. Zum einen bieten sie den Pferden Schatten und im Herbst gesunde Früchte wie Hagebutten, die sie naschen können und zum anderen bieten sie Vögel einen Lebensraum. Beim Abschleppen sind auch einige Steine aufgetaucht, aus denen ich irgendwann einen Lesesteinhaufen aufschichten kann. Mehr zum Thema Lesesteinhaufen könnt ihr hier lesen.

    Wir haben auch bereits einige Totholzhaufen, die ich gern liegen lasse, damit Vögel darin brüten können, Igel im Winter ein Zuhause oder Zauneidechsen ein Versteck finden. Abgestorbene Pappeln, die zu einem Haufen aufgeschichtet wurden oder Abschnitt findet sich immer, um Lebensraumstrukturen zu schaffen.

    Einen alten Zaun, der nicht mehr gebraucht wird und ehrlich gesagt auch nicht mehr zu gebrauchen war, habe ich heute abgebaut. Aber die alten Holzpfosten, die noch standfest sind habe ich stehen lassen. Daran können sich die Pferde schubbern und Vögel nutzen solche vertikalen Strukturen gern als Ansitz- und Singwarte. Wie man auf einem der folgenden Bilder am reichlichen Vogelkot sehen kann. Nur die Ringisolatoren habe ich entfernt, damit sich die Pferde nicht daran verletzen können und vielleicht bieten sie solitären Wildbienen Unterschlupf? Das werde ich im Auge behalten und berichten, ob diese Löcher angenommen werden. Auf jeden Fall können sich zahlreiche Insekten in den Löchern und Rissen tummeln…

  • Ein Traum wird wahr…

    Seit Januar 2020 darf ich eine kleine Haltergemeinschaft in der schönen Baumblütenstadt Werder im Ortsteil Glindow leiten. Wir haben zehn Pferde auf ca. 8 ha Weide und jeder packt mit an. In den letzten Monaten gab es auch richtig viel zu tun:

    • Unterstand fertig bauen
    • Zäune freischneiden
    • Zäune reparieren
    • Graukresse entfernen
    • Tränken erneuern
    • Tagesgeschäft mit Heu fahren, abäppeln etc.

    Ich hatte zwar fast keine Zeit mehr für mein Pferdchen, aber ich denke es hat sich gelohnt.

    Um, die teilweise noch nicht eingerichteten Flächen auf eine Beweidung mit unseren verwöhnten Pferden vorzubereiten, haben uns zum Glück Schafe geholfen. Die Flächen wurden weitgehend von Landreitgras und Kanada-Goldrute dominiert – was die Pferde bislang verschmäht haben. Die Schafe haben die Dominanzbestände jedoch schön aufgelichtet und die alte Streu teilweise mit ihren kleinen Hufen eingearbeitet.

    Nach den Schafen wurde das verbliebene Altgras mit der Schleppe abgezogen und Ende Mai, Anfang Juni soll diese Weide zusätzlich gemäht werden. Dann wird sie hoffentlich auch für die Pferde nutzbar sein und man kommt ohne einen Umbruch und eine Neuansaat aus. Das Ziel ist hier vor allem das Zurückdrängen der Kanada-Goldrute und des Landreitgrases und dabei auf das zu vertrauen, was von Natur aus wächst. Denn das was die Samenbank des Bodens auf natürliche Weise hergibt, wird am Ehesten Bestand haben und standortgerecht sein….