Autor: ninetthirsch

  • Mulchen

    Ich bin nun wirklich kein Fan vom Mulchen, aber aktuell geht es leider nicht anders….

    Beim Mulchen werden zum Einen Insekten, deren Überwinterungsstadien, Vogelnester, Kleinsäuger, Reptilien etc. mitgeschreddert und zum Anderen bleibt die Biomasse als Streuschicht liegen. Das bedeutet, dass die ohnehin schon zu nährstoffreichen Flächen zusätzlich gedüngt werden. Von Artenvielfalt ist man also noch weit entfernt. Denn artenreiches Grünland gibt es nur auf ausgehagerten Flächen.

    Ein Abweiden wäre mir lieber gewesen oder wenigstens eine Mahd, aber leider bekommen wir ohne Mulchen die Kanada-Goldrute nicht in den Griff. Die Pferde fressen die Kanada-Goldrute nicht und wir haben ja auch das Luxusproblem, dass wir zu wenig Pferde für zu viel Fläche haben. Als Mahdgut ist es auch ungeeignet, höchstens als Einstreu und die Schafe haben nun wirklich ihr bestes gegeben. Aber die Goldrute kommt in den ersten Jahren der „Bekämpfung“ immer wieder und da heisst es jetzt dran bleiben….

    September 2019 – im Hintergrund sieht man die gelben Blüten der Kanada-Goldrute
    März 2020 – die Schafe haben die jungen Triebe abgefressen

    Juni 2020 – die Pferde haben sich nur auf die „Schokolade“ gestürzt und die Kanada-Goldrute verschmäht
    Juli 2020 – die „Weidereste“ muss nun der Mulcher erledigen

  • Der Lohn der Arbeit…

    sind glückliche Pferde. Zumindest auf einem Ponyhof.

    Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde – und das Glück der Pferde ist der Reiter auf der Erde. Naja oder so ähnlich, jedenfalls ist es immer wieder ein wahnsinnig schöner Moment, wenn die Pferde auf eine neue Weide können. Heute konnten die Pferde endlich auf die Dreieckswiese.

    Diese Fläche wurde im April neu eingezäunt, Mitte Juni gemäht und der Unterstand von meinem besten Freund erneuert. Letztes Wochenende wurden noch die Gehölze im Rahmen eines Arbeitseinsatzes entastet. Die toten Äste, die in Höhe der Pferdeaugen waren, wurden in der Art einer Benjeshecke zwischen den Baumreihen abgelegt und können auf diese Weise noch wertvolle Lebensräume sein.

    Ich finde, es ist ein schöner Lohn, für die Arbeit, die man investiert hat:

  • Kanada-Goldrute

    …. blüht zwar hübsch gelb und ist eine gute Bienenweide, aber leider auch ein invasiver Neophyt, der artenarme Dominanzbestände ausbildet.

    Und wir haben leider ziemlich viel davon. Zum Einen ist Kanada-Goldrute in Massen kein vernünftiges Pferdefutter, wird von den Pferden auch kaum verbissen und raubt Futterpflanzen den Platz. Zum Anderen breitet sie sich immer weiter aus, wenn man sie nicht bekämpft und ist der Feind jeglicher Artenvielfalt auf der Weide.

    Deshalb sind nun seit fast drei Wochen wieder Schafe bei uns im Einsatz, um die Kanada-Goldrute zu verbeissen. Heute werden die Schafe noch einmal umgestellt, bevor sie demächst wieder abgeholt werden, um woanders ihren Job zu erledigen.

    In Deutschland kommen nach Kowarik zwei Goldrutenarten (Solidago canadensis, S. gigantea) als Neophyten vor, beide stammen ursprünglich aus Nordamerika. Die Kanadische Goldrute ist seit 1645 in England bekannt und die Riesen-Goldrute wurde 1758 eingeführt. Die Kanada-Goldrute ist damit eine der ältesten, aus Nordamerika eingeführten Gartenpflanzen.

    Beide Goldrutenarten sind mehrjährig und können ein breites Spektrum an Standorten, von trocken bis feucht, nährstoffarm bis nährstoffreich besiedeln. Dabei kommen sie vor allem auf ruderalen Standorten und Brachen vor, z.B. in aufgegebenen Gärten (wie bei uns). Laut Kowarik kennzeichnen drei Schlagwörter den Erfolg der Goldrute: Schnelligkeit, Dominanz und Persistenz. Pro Blütenstand werden bis zu 20.700 Früchte produziert, die vom Herbst bis ins Frühjahr hinein vom Wind sehr weit verbreitet werden können. Gleichzeitig kann sie sich hervorragend über Rhizome bzw. klonales Wachstum ausbreiten. Die Rhizome wachsen im Sommer parallel zur Bodenoberfläche und bilden im Herbst oder Frühjahr neue Luftsprosse. Die Bildung der Rhizome wird natürlich durch eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung gefördert.

    Ein Zurückdrängen der Goldrute hat aus diesem Grund nur Erfolg, wenn man über mehrere Jahre intensive Maßnahmen ergreift und auch anschließend jegliche neue Etablierung unterbunden wird. Empfohlen werden eine zwei- bis dreimalige Mahd in Kombination mit einer Beweidung. Denn zu Beginn der Vegetationsperiode wird Stickstoff aus den Rhizomen mobilisiert und im Herbst zurück verlagert, d.h. man nimmt ihr die Reserven, wenn die oberirdische Biomasse entfernt wird. Eine alleiniges Abschneiden der Pflanze führt nur zu weiteren Klonen….

    Das bedeutet auch, dass man selbst durch intensive Nutzung lediglich geringere Deckungsgrade (z.B. von 100% auf 40%) erreicht, so dass andere Arten die Chance haben sich zu etablieren. Aber man wird sie nicht vollständig aus dem Boden entfernen können, dafür müsste man die Rhizome komplett ausgraben. Mehrmaliges Mulchen ist auch möglich, behindert jedoch durch die Streuauflage das Keimen anderer Arten.

    Puh, das macht nicht grad Mut, aber man darf niemals aufgeben!

  • Graukresse

    Leider haben auch wir ein Graukresse-Problem….

    Wie viele andere Pferdehalter auch, macht uns die massive Ausbreitung der Graukresse zu schaffen. Sie ist für Pferde giftig und gilt in Deutschland als eingebürgerter Neophyt. Das heisst Graukresse kommt eigentlich aus südlicheren Gefilden und ist mit ihren Sternhaaren bestens gegen Verdunstung geschützt. Aus diesem Grund hatte die Graukresse in den letzten beiden trockenen Jahren mit ihrer guten Anpassung an Trockenheit Konkurrenzvorteile. Sie hat sich extrem ausgebreitet und ich sehe oft Pferdekoppel die komplett weiß blühen…

    Auch bei uns hat sie sich breit gemacht und wir müssen das Problem angehen, aber wie? Die schlimmste Graukresse-Fläche wurden im Herbst gemulcht, aber sie kommt natürlich wieder. Graukresse ist eine typische Art der „nährstoffreichen Stauden- und ausdauernden Unkrautfluren (neophytische Vorkommen)“. Das heisst, sie kann sich vor allem dort ausbreiten, wo überbeweidet wurde, viel Pferdedung und offene Bodenstellen sind. In gepflegten Grünland hat sie eigentlich keine Chance.

    Außerdem ist sie ein- bis zweijährig, sommer- und winterannuell, blüht von Juni bis September und bildet Schötchen mit vielen tausenden von Samen aus. Eine Pflanze kann bis zu 7000 Samen produzieren. Zweijährig und winterannuell bedeutet, dass sich die Pflanze im ersten Jahr vegetativ ausbreitet, also Rosetten bildet. Diese Rosetten überwintern und sind bei der Graukresse extrem trittfest. Im Frühjahr werden dann Blüten und die Schötchen ausgebildet. Nach dem Aussamen stirbt die Pflanze ab! Das bedeutet, dass es durchaus Sinn macht, die Graukresse am Aussamen zu hindern, wenn man eine weitere Ausbreitung verhindern und sie langfristig eindämmen will.

    Wir haben nun den Versuch gestartet, besonders schlimme Graukresse-Nester auszuzäunen und dort zu beginnen, sie rauszustechen. Sonst sieht man keine Sonne, wenn man ziellos auf der Koppel anfängt die Graukresse rauszuzupfen. Gleichzeitig muss natürlich der Beweidungsdruck von solchen Flächen genommen werden, um offene Bodenstellen zu vermeiden. Und es muss rechtzeitig gemulcht oder gemäht werden, um die Aussamung zu verhindern. Ich bin gespannt, wie wir das Problem in den Griff bekommen. Ich halte Euch natürlich auf dem Laufenden.

  • Dreieckswiese

    Vor zwei Wochen wurde die sogenannte „Dreieckswiese“ gemäht. Den Namen hat sie schlicht und ergreifend wegen ihrer Form bekommen.

    Und wenn das Gras auf der Dreieckswiese schön nachgewachsen ist, können die Pferde wieder umgekoppelt werden. Die anderen Flächen sollen dann nach der Beweidung (mit Schafen und Pferden) gemulcht werden, Ruhe bekommen und wieder nachwachsen können. Ich hoffe, dass wir auf diese Weise immer wieder frische Weiden für die Pferde haben und irgendwann das Problem mit der Graukresse und der Kanada-Goldrute in den Griff bekommen.

    Damit die Pferde auf die Dreieckswiese können, wurde bereits der Zaun erneuert, die Tränken müssen noch verschalt werden und letztes Wochenende wurde der Unterstand auf Vordermann gebracht. Die alten Dachplatten und Dachlatten mussten runter, das Gestell geschliffen und gestrichen werden. Dann konnten neue Dachlatten und Dachplatten aufgebracht werden. Und so hat man immer sein Tun, um alles für die Pferdchen schön zu gestalten 😉

  • Guteschafe

    Bei uns sind seit einer Woche 96 Guteschafe und sie sind wirklich ziemlich gute Schafe….

    Es ist einfach der Wahnsinn, wie sie an die Kanada-Goldrute rangehen! Wir dachten eigentlich, dass sie sich nur über den Glatthafer her machen, der von den Pferden aus den Goldruten-Beständen gezielt rausgenascht wird. Aber nein, den Glatthafer haben sie zunächst stehen lassen und auch der Schäfer erklärte mir, dass Schafe lieber Kräuter als Gräser fressen. Auf diese Weise ergänzen sich die Pferde und Schafe wunderbar.

    Die Schafe beginnen mit dem Glatthafer….

    Von der Kanada-Goldrute bleiben nur noch die Stängel stehen.
    Sogar die Brennnessel wird angefressen.

    Erst nachdem die Goldrute weitgehend abgefressen war, haben die Schafe angefangen, Brennnessel und Glatthafer zu fressen. Hier eine kleine Bilderreihe vom Glatthaferbestand, der von den Pferden zwar gern gefressen wird, aber aufgrund der zu geringen Besatzstärke stehen blieb:

    24.04.2020
    01.06.2020
    26.06.2020

    Schafe sind besser als jeder Rasenmäher, Mulcher oder eine Mahd mit dem Traktor. Sie hinterlassen die Fläche ziemlich sauber, ohne dabei Insekten, Vogelnester, Rehkitze etc. zu schreddern. In den Vegetationsstrukturen, die sie stehen lassen finden Heuschrecken & co. Lebensräume und die Biomasse wurde sinnvoll verwertet. Ich bin ziemlich froh, dass diese Kooperation mit dem Schäfer so schnell geklappt hat. Am Wochenende kommen sie auf eine neue, „schöne“ Fläche mit Kanada-Goldrute.

  • … und dann klappt doch wieder was

    Die letzten Wochen waren ziemlich anstrengend, weil vieles nicht so geklappt hat, wie geplant. Aber jetzt scheint es wieder etwas bergauf zu gehen.

    Eine Fläche konnte noch ziemlich spontan von einem ortsansässigen Landwirt gemäht werden. Er guckte sich die Flächen an, fuhr nach Hause und holte seinen Traktor. Noch vor dem Regen am Wochenende schaffte er es, die Fläche zu mähen, das Mahdgut zu wenden und Ballen zu pressen.

    Für eine andere Fläche, die eigentlich gemäht werden sollte, konnte auch ziemlich spontan eine Lösung gefunden werden: 96 Guteschafe sind bei uns eingezogen und helfen, die Weide zu pflegen. Sie knabbern schön an der Kanada-Goldrute die Spitzen und Blätter ab. An den Glatthafer sind sie bisher überhaupt noch nicht rangegangen, vielleicht ist er schon zu überständig und rohfaserreich? Die Reste könnten dann jedenfalls nach dem Einsatz der Schafe „runter gemulcht“ werden und dann mal sehen, ob man erste Erfolge bei der Bekämpfung der Kanada-Goldrute erkennen kann.

  • Nichts ist so beständig wie die Planänderung

    Weidemanagement in Theorie und Praxis sind eben doch zwei Paar Schuhe oder man könnte auch sagen – eine Lektion darin, flexibel zu bleiben bzw. zu werden….!??

    Der Plan war so schön ausgedacht: im Winter die Schafe, im Frühjahr noch mal abschleppen und dann bei Erreichung der richtigen Vegetationshöhe, (also Bierflaschenhöhe) die Pferde auf die Fläche, teilweise Mahd Anfang Juni. Dann mit der Beweidung rotieren, also die Pferde umkoppeln nach dem Prinzip der Portionsweide. Auf diese Weise sollte man immer Flächen haben, die sich erholen können und frische Flächen zum abweiden. So weit so gut.

    Aber dann kamen lauter Umstände zusammen, die es unmöglich machten, den Plan umzusetzen. Beispielsweise ein krankes Pferd, das nicht mit der Herde laufen kann, aber auch nicht allein zurück bleiben kann. Ein Landwirt der nun nicht mähen kam, obwohl es so lange schon verabredet war. Es kam aber auch Regen dazwischen, den ich ja grundsätzlich begrüße, aber beim Heu machen dann doch schwierig ist. Nun wurde zumindest eine Fläche gemäht und ich hoffe, dass sie auch beräumt wird, es ist und bleibt ein ständiges Bangen und Hoffen.

    Eventuell bekommen wir doch noch mal Schafe, die unsere Flächen pflegen. Sie haben den Vorteil, dass man auch unter und zwischen Gehölzen beweiden kann, wo man mit Technik nicht so gut hinkommt. Und vielleicht bekommt man noch den Mulcher zum Laufen? Dann muss ich wohl oder übel die Kanada-Goldrute doch „runtermulchen“, obwohl es mir lieber gewesen wäre, wenn die Biomasse entfernt wird.

    Ich bin gespannt, wie es weiter geht und ob wir doch noch Möglichkeiten finden, die Kanada-Goldrute in den Griff zu bekommen und unsere Flächen sowohl futtertechnisch als auch naturschutzfachlich aufwerten können.

    Geduld haben und Flexibel werden, das ist es, was ich – vor allem anderen – in den letzten Monaten lernen musste. Aber man lernt auch so vieles dazu. Zum Beispiel muss ich im nächsten Jahr darauf achten, Flächen die gemäht werden sollen, ab dem Frühjahr nicht zu beweiden. Daran habe ich nicht gedacht, dass die Pferdeäppel, das potentielle Mahdgut beim wenden verderben, aber ja klingt eigentlich logisch. Und ich werde von vorn herein die Eisheiligen abwarten, bevor ich die Heuraufen abbaue, da Einsteller Angst vor erhöhten Fruktangehalten im Gras und Hufrehe haben. Also man lernt eben nie aus 😉

  • Es gibt immer was zu tun

    Der Sommer ist da, die Pferde sind auf der Weide, man muss kein Heu mehr fahren und nicht mehr abäppeln an den Heuraufen. Aber dennoch – es gibt immer was zu tun….

    Mittlerweile ist die Vegetation so hochgewachsen, dass die Zäune frei geschnitten werden müssen, damit noch genügend Strom auf der Litze ist. Bei insgesamt fast 9 Hektar Weide hat man da ganz gut zu tun und seltsamerweise ist der Sprit des Freischneiders immer am allerletzten Ende der Weide leer….

    Aber es warten auch noch andere Aufgaben, die erledigt werden wollen. Das Leben ist ja kein Ponyhof – außer für die Ponys. Zum Glück packen alle mit an in einer Haltergemeinschaft. Allein ist es auch einfach nicht zu schaffen. So gab es in der letzten Zeit gleich mehrere Subbotniks mit Sattelkammer aufräumen, Graukresse stechen, Reitplatz reparieren und das neueste Projekt ist die Verschalung der Tränken.

  • Artenreiches Grünland

    Was bedeutet artenreiches Grünland? Laut einer Bestimmungshilfe für Artenreiches Grünland der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft sind „über 400 Pflanzenarten auf Grünlandstandorte spe­zialisiert. Mit einem Maximum von 89 Pflanzenarten auf einem Quadratmeter gehört ex­tensives Grünland neben dem tropischen Regenwald zu den artenreichsten Biotopen im weltweiten Vergleich„.

    So eine enorme Artenvielfalt können wir uns überhaupt nicht vorstellen und Bayerische Bergwiesen kann man sicherlich nicht mit der Märkischen Streusandbüchse vergleichen. Für Brandenburg wurde eine Kennartenmethode entwickelt, um artenreiches Grünland zu identifizieren.

    Aber wie sieht es nun mit dem Grünland in Glindow aus? Ich habe Pfingsten sinnvoll genutzt und ein Transekt mit elf Vegetationsaufnahmeflächen (2mx2m=4qm) angelegt. Hier soll die Entwicklung einer Fläche mit Dominanz aus Kanada-Goldrute unter dem Einfluss der Pflegemaßnahmen dokumentiert werden. Insgesamt wurden auf diesem Transekt immerhin 35 Pflanzenarten aufgenommen. Der Mittelwert liegt bei elf Arten pro Aufnahmepunkt.

    Besonders artenarm – mit sechs bis neun Arten – sind die Aufnahmeflächen mit großer Deckung der Kanada-Goldrute. Etwas artenreicher mit bis zu 20 Arten sind die lückigeren Queckenfluren, gemischt mit Goldrute und ein paar Ruderalarten wie Gewöhnlicher Reiherschnabel oder Rauhaarige Wicke. Die Kanada-Goldrute ist eine invasive Art, die mit einer mächtigen Streuschicht (abgestorbene Pflanzenmasse) verhindert, dass sich andere Arten etablieren können. Außerdem verweist eine Auswertung nach den Ellenbergs Zeigerwerten auf Mäßigstickstoff- bis Stickstoffreichtumzeiger. Das heisst, die Flächen sind überdüngt und mastige Pflanzen wie Goldrute, Brennessel etc. werden befördert.

    Da hilft nur: nutzen, nutzen, nutzen und Biomasse runter, um diese Flächen auszuhagern und naturschutzfachlich aufzuwerten. Über die Ergebnisse der Pflege halte ich Euch auf dem Laufenden….

    Hier noch eine Gesamtartenliste des Transektes:

    Wissenschaftlicher NameDeutscher Name
    Achillea millefoliumGewöhnliche Schafgarbe
    Agropyron repensGewöhnliche Quecke
    Arrhenatherum elatiusGlatthafer
    Berteroa incanaGraukresse
    Bromus hordeaceusWeiche Trespe
    Bromus sterilisTaube Trespe
    Calamagrostis epigejosLand-Reitgras
    Carex hirtaBehaarte Segge
    Cerastium holosteoidesGewöhnliches Hornkraut
    Cirsium arvenseAcker-Kratzdistel
    Convolvulus arvensisAcker-Winde
    Dactylis glomerataWiesen-Knäuelgras
    Daucus carotaWilde Möhre
    Descurainia sophiaBesenrauke, Sophienkraut
    Equisetum arvenseAcker-Schachtelhalm
    Erodium cicutariumGewöhnlicher Reiherschnabel
    Galium mollugoWiesen-Labkraut
    Holcus lanatusWolliges Honiggras
    Hypericum perforatumTüpfel-Johanniskraut
    Lactuca serriolaKompaß-Lattich
    Lathyrus pratensisWiesen-Platterbse
    Medicago lupulinaHopfen-Schneckenklee
    Myosotis arvensisAcker-Vergißmeinnicht
    Papaver rhoeasKlatsch-Mohn
    Poa pratensisWiesen-Rispengras
    Quercus roburStiel-Eiche (Naturverjüngung)
    Rumex thyrsiflorusStraußblütiger Sauerampfer
    Solidago canadensisKanadische Goldrute
    Taraxacum officinale agg.Agg. Wiesen-Löwenzahn
    Trifolium arvenseHasen-Klee
    Urtica dioicaGroße Brennessel
    Veronica arvensisFeld-Ehrenpreis
    Veronica chamaedrysGamander-Ehrenpreis
    Vicia angustifoliaSchmalblättrige Wicke
    Vicia hirsutaRauhhaarige Wicke
  • Lebensraum Auslauf

    So lautet das Titelthema der aktuellen Ausgabe der Verbandszeitschrift „Pferd & Freizeit“ des VFD.

    In diesem Heft ist der Auslauf Schwerpunktthema und behandelt alles rund um Mindestmaße, Stressvermeidung, Hütesicherheit, Befestigung, Trail-Ideen, Matschpaddocks und wie man auch auf einem intensiv genutzten Paddock kleine Naturoasen schaffen kann.

    Zum Beispiel kann man Ecken abrunden und damit kleine Habitate schaffen. Wie im Bild oben rechts. Hier hat sich in einer ausgezäunten Ecke eine Birke etabliert. Im Hintergrund sieht man außerdem einen Holunder, der zwischen zwei Baumstämmen aufwachsen konnte und von den Pferden „geformt“ und gern als Schattenplatz genutzt wird. Unten rechts ist ein ausgezäunter Bereich mit angepflanzten Gehölzen, der sporadisch genutzt wird, z.B. wenn man mal Pferde zwischenparken muss.

    Die Bilder sind nicht in Glindow entstanden. Wir haben keinen Paddock, aber ich fand auf dieser Anlage sehr beeindruckend, wie mit einfachen Mitteln auch auf einem intensiv genutzten Auslauf wertvolle Lebensräume geschaffen wurden.

    Weitere Empfehlungen der Autorin sind die Anlage von Lesesteinhaufen, Totholzhaufen, das Zulassen von Wilden Ecken, der Aufwuchs von Sträuchern beispielsweise zwischen Doppelzäunen und die Förderung von Schwalben durch das Anbieten von feuchtem Lehm.

    Wilde Ecken haben wir mehr als genug, im Prinzip sind unsere ganzen Weiden ziemlich wild. Bei uns ist eher die Herausforderung „einen Grund reinzukriegen“. Dennoch habe ich auch ein Bild aus Glindow mit einer „verlotterten Ecke“, nämlich auf dem Reitplatz. Hier wachsen hinter dem Hufschlag Mohnblumen, Wicken, Sauerampfer, Rainfarn, Beifuss, Brennnessel, Hirtentäschel, Erdrauch, Knaulgras, Weiche Trespe, Rispengras und sicher noch einiges mehr. Eine kleine Bienen- und Augenweide, die sich selbst etabliert hat.

  • Artenvielfalt auf der Pferdeweide?

    Wie erreicht man Artenvielfalt auf der Pferdeweide und was heisst eigentlich Artenvielfalt?

    Ich verstehe darunter zum Einen die Vielfalt von Lebensraumstrukturen (Gehölze, Totholzhaufen etc.) und Mikrohabitaten (z.b. Dunghaufen, Geilstellen, Wälzstellen, Pfade). Aber natürlich auch eine Vielfalt an Pflanzen und daran gebunden auch weitere Artengruppenn wie beispielsweise Tagfalter, Heuschrecken etc.

    Eine artenreiche Wiese oder Weide mit – sagen wir mal 50 Arten auf einem Quadratmeter – kennen wir heute überhaupt nicht mehr. Am ehesten gibt es sie noch als kräuterreiche Bergwiesen oder in langjährigen Naturschutzprojekten. Wichtig für Artenreichtum ist die „Aushagerung“, also das stete Ankämpfen gegen Nährstoffeinträge. Beispielsweise den Stickstoffeintrag aus der Luft, aber auch durch Dung und Nutzungsauflassung.

    In einem meiner Lieblingsbücher über Grünland (Dierschke & Briemle, Kulturgrasland) gibt es eine gute Grafik, welche die Bestandsveränderung einer Wiese bei Nährstoffeintrag und Nutzungsauflassung, aber auch bei einer Regeneration und Aushagerung erklärt:

    Deshalb versuche ich die Flächen (zunächst) möglichst „intensiv“ zu nutzen, da sie in den letzten Jahren eher unternutzt waren. Das hatte zwar auch den Vorteil, dass sich Gehölze etablieren konnten, aber auch den Nachteil, dass sich die Kanada-Goldrute breit machen konnte.

    Aber leider haben wir momentan auf dem Ponyhof das Luxusproblem, dass wir zu wenig Pferde für zu viel Fläche haben, d.h., es wird zu wenig abgefressen. Nachdem es im April nicht geregnet hatte und ich schon befürchtet habe, dass unsere Weiden nicht ausreichen als Futtergrundlage, ist das Gras nach den Niederschlägen im Mai rasend schnell hochgewachsen. Vor allem beim Glatthafer kann man jetzt schön die Ähren sehen. Er ist kurz vor dem Aussamen und wird sich danach in „Rohfaser“ verwandeln. Meine große Hoffnung liegt nun auf unserem Heulieferanten, dass er uns einige der Flächen mäht. Zum Einen, damit die Flächen „gepflegt“, also ausgehagert werden und zum Anderen, damit frisches Futter für die Pferde nachwächst….

  • Von Vögeln & Insekten

    Unser Hausrotschwänzchen ist fleißig dabei seine Jungen zu füttern. Gestern konnte ich es dabei beobachten, wie es eine besonders fette Raupe zum Nest getragen hat.

    Aus dieser Raupe wäre vielleicht mal ein Schmetterling geworden. Und so leicht kann man eigentlich nachvollziehen, wie alles zusammen hängt: ohne Insekten keine Vögel, keine Fledermäuse, keine Amphibien, keine….

    Natürlich gibt es viele Ursachen für den Artenschwund, die sicherlich alle zusammen spielen. Die ausgeräumte Agrarlandschaft, in der jegliche Strukturen fehlen – sogar einfache Feldwege mit natürlichen Blühstreifen werden umgebrochen. Großflächig wird Gift gespritzt, was beschönigt „Pflanzenschutzmittel“ genannt wird. Klimawandel, invasive Arten die andere verdrängen wie Waschbär & co., zu aufgeräumte Gärten mit englischem Rasen und Gehölzen, die keinen Nutzen für unsere heimische Fauna haben. Bis hin zu Hauskatzen, die den Vögeln den letzten Rest geben…

    Aber was kann jeder selbt tun, um der Natur ein kleines Stück wieder zurückzugeben? Vielleicht eine kleine wilde Ecke lassen, eine kleine Bienenweide anlegen. Schwalben, Mauersegler und Rotschwänzen gewähren lassen, sich an ihrem Gesang erfreuen und nicht über ihre Hinterlassenschaften ärgern. Ein einfaches Brett unter einem Schwalbennest kann schon helfen, dass man nicht „angeschissen“ wird ;-).

  • Pferdeäppel als Lebensraum

    Wenn man auf häufige Wurmkuren verzichtet und mal einen Pferdehaufen ausbreitet, kann man ein kleines Wunder erleben. Es kreucht und fleucht, wimmelt und lebt….

    Jetzt wo die Vögel ihre Jungen mit Nahrung versorgen müssen, ist es besonders wichtig, dass es genug Insekten gibt. Und so ein Pferdehaufen ist dabei eine wichtige Quelle. Beim allgemeinen Insektenrückgang können wir Pferdehalter zumindest einen kleinen Beitrag leisten, in dem wir Dungkäfer und andere Insekten, welche sich an den Kothaufen laben, fördern. In der Zeit gab es mal einen schönen Artikel zu diesen Thema: Der Fladen des Lebens. Hier ein Bildausschnitt:

    Ein wichtiger Baustein ist dabei der Verzicht auf prophylaktische Wurmkur-Gaben, vor allem im Frühjahr. Der Wirkstoff Ivermectin führt zur Reduktion der Eizahlen von Dungkäfern und einem Absterben der Larven. Das bedeutet, dass der Kothaufen für die Dungkäfer zur ökologischen Falle wird….

    Gestern habe ich mal bei uns auf der Weide ein paar Haufen umgedreht und geschaut, was ich dort entdecken konnte. Leider kenne ich mich nicht mit Dungkäfer aus, aber ich meine drei unterschiedliche Arten entdeckt zu haben:

    Gemeiner Dungkäfer (Aphodius fimetarius)
    Hellrandiger Dungkäfer (Melinopterus prodromus)?
    Gefleckter Dungkäfer (Aphodius distinctus)?

  • Die kleinen Dinge…

    Es sind ja bekanntlich „die kleinen Dinge“, die uns ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Man muss nur hinsehen….

    Langsam wird es etwas entspannter auf dem Ponyhof. Die Zäune sind weitgehend gemacht, Heu muss nicht mehr gefahren werden und kein Abäppeln mehr an den Heuraufen. Jetzt kann man sich auch mal ein Kaltgetränk nehmen, sich einfach auf die Weide setzen und den Pferden beim grasen zusehen.

    Und dann – wenn man mal etwas inne hält, sich selbst kurz zurück nimmt, aufhört hektisch über den Hof zu rennen, um noch dieses oder jenes zu schaffen, kann man sich an den kleinen Dingen erfreuen. Wie eine Mohnblume wunderschön und frech neben einer Sitzbank von selbst aufgewachsen ist.

    Oder wie ein Hausrotschwänzchen seine Jungen füttert. Seit einiger Zeit schon war es auffällig, dass ein Rotschwänzchen-Paar mit Pferdehaaren zum Nest geflogen ist. Und mittlerweile fliegen sie mit Futter im Schnabel, um fünf Küken zu füttern. 🙂