Schlagwort: Frühlings-Greiskraut

  • Was macht eigentlich…

    Was macht eigentlich…

    das Frühlings-Greiskraut (Senecio vernalis)? In diesem Jahr – also fünf Jahre nach der Einrichtung – können unsere Pferde zum ersten Mal auf die Fläche, die sonst um diese Jahreszeit von Frühlings-Greiskraut dominiert wurde.

    Mai 2021
    Mai 2026

    In den letzten Jahren konnte diese Fläche nur gemulcht werden, weil es hier immer einen schönen Wechsel im Blühaspekt von gelb zu weiß gab, also von Frühlings-Greiskraut im April/Mai zu Graukresse (Berteroa incana) im Juni. Neben dem mulchen der Fläche, wurden die Pflanzen, auch das vereinzelt vorkommende Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea), mit der Hand rausgezogen. Es ging darum, das Aussamen zu verhindern, obwohl natürlich auch von Nachbarflächen immer wieder Samen einwehen können. Aber die gute Nachricht ist, Frühlings-Greiskraut ist einjährig, d.h., nach dem Aussamen stirbt die Pflanze ab und es lohnt sich ihre Reproduktion auf diese Weise zu unterbinden. Die rausgezogenen Pflanzen müssen im Hausmüll entsorgt werden, da Greis- bzw. Kreuzkräuter die Fähigkeit haben nachzureifen. Das bedeutet, wenn man sie auf den Kompost wirft, können die Samen immer noch mit dem Pappus (Haarkelch als Schirmchen) umherfliegen.

    Und dadurch, dass die Fläche endlich abgeweidet werden kann, ist eine gewisse Aushagerung möglich, weil die Biomasse abgeschöpft wird. Denn dieser Teil unserer Weideflächen ist relativ sandig, mager und hat das Potential zur Entwicklung eines Sandtrockenrasens. Es gibt immerhin schon Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella), Sandstrohblume (Helichrysum arenarium) und Berg-Sandglöckchen (Jasione montana) als charakteristische Arten für Sandmagerrasen. Dieses Jahr ist auch viel Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys) dazu gekommen, was einen hübschen Blühaspekt ergibt.

    Das heißt, es waren zum ersten Mal nur noch so wenig Individuen vom Frühlings-Greiskraut, dass wir sie händisch rausziehen konnten. Hier noch Fotos einer Rosette vom Jakobs-Kreuzkraut, die mit einem Handstecher rausgestochen werden muss und rausgezogene Exemplare vom Frühlings-Greiskraut. Frühlings-Greiskraut blüht aktuell, ist spinnwebartig behaart und wie alle Arten der Gattung Senecio giftig, weil es Pyrrolizidinalkaloide enthält, die auf Dauer die Leber schädigen.

  • Update Frühlings-Greiskraut

    Update Frühlings-Greiskraut

    Wie versprochen halte ich Euch auf dem Laufenden in Bezug auf das Frühlings-Greiskraut (Senecio vernalis).

    Wir haben eine Fläche, die wir im Jahr 2021 neu eingerichtet haben, d.h. von Müll, Bewässerungs- und Wildzaunresten beräumt und einen Weidezaun gebaut. Hier kommen vereinzelt Sandstrohblume, Berg-Jasione und Kleines Habichtskraut vor, die das Potential zur Entwicklung eines mageren Trockenrasens aufzeigen. Aber bislang konnten wir diese Fläche nicht von den Pferden beweiden lassen, weil sich hier besonders viel Frühlings-Greiskraut und Graukresse breit gemacht haben. Neben dem händischen Ausreißen, konnten wir diese Fläche bislang nur mulchen, um die Giftpflanzen in den Griff zu bekommen, was einer Aushagerung und Entwicklung zum Trockenrasen natürlich im Wege steht.

    Der Folgende Bildervergleich zeigt jeweils die Fläche im Mai 2021 und Mai 2024. Ja, es gibt noch einzelne Individuen des Frühlings-Greiskrautes, Graukresse und immer wieder auch Rosetten vom Jakobs-Kreuzkraut. Aber nicht mehr in den Massen, wie wir es im ersten Jahr mit Beginn der Pflege vorgefunden haben. Das Jakobs-Kreuzkraut ist so überschaubar, dass man die Rosetten einfach ausstechen kann. Das Frühlings-Greiskraut ist wie bereits beschrieben einjährig, das heißt, wenn man es daran hindert auszusamen, kann man es in Schach halten.

    Aktuell dominiert aus diesem Blickwinkel die Taube Trespe, eine Art der trocken-warmen Ruderalstandorte auf Sandböden und ein mäßiger Stickstoffzeiger. Das heißt die Fläche kann und sollte nun auch in die Beweidung einbezogen werden, um sie auszuhagern und um sie in einen arten- und blütenreichen Trockenrasen zu entwickeln. Wünschenswerte Kennarten wären beispielsweise:

    • Grasnelke (Armeria elongata)
    • Rispen-Flockenblume (Centaure stoebe)
    • Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum)
    • Sandstrohblume (Helichrysum arenarium)
    • Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella)
    • Berg-Sandglöckchen (Jasione montana)
    • Duft-Scabiose (Scabiosa canescens)
    • Sand-Thymian (Thymus serpyllum)

  • Alles gelb?

    Ich hatte schon in den letzten beiden Jahren den Eindruck, dass es im Frühjahr überdurchschnittlich viel Frühlings-Greiskraut (Senecio vernalis) gibt. EineTheorie für diese starke Ausbreitung ist, dass die Grasnarbe durch die trockenen Jahre so lückig geworden ist, dass vor allem ephemere Pflanzen, also einjährige Acker-(Un)-Kräuter wie eben das Frühlings-Greiskraut oder auch der (ungiftige), rosa blühende Reiherschnabel (Erodium cicutarium) gute Keimbedingungen vorfinden, wenn es im Frühjahr regnet.

    Aber dieses Jahr „sehe ich nur noch gelb„, vor allem an Straßenböschungen, auf sandigen Brachen und auch auf Pferdeweiden…

    Das Frühlings-Greiskraut ist ein Korbblütler (Familie Asteraceae) mit gelben Zungen- und Röhrenblüten, oft rötlich angelaufenem Stängel und spinnenweb-artig behaarten Blättern. Wie alle Kreuzkräuter (Gattung Senecio) enthält es Alkaloide, also ein Gift, dass auf Dauer die Leber schädigt.

    Ich bin froh, dass wir auf einer unseren Flächen schon in den letzten beiden Jahren Maßnahmen wie Mulchen und Rausreißen per Hand ergriffen haben. Denn es gibt eine Hoffnung: wenn man den Samenaustrag dieser einjährigen Kräuter verhindert, verringert man die Samenlast im Boden für das kommende Jahr und vermeidet die weitere Ausbreitung durch Wind. Dabei sollte man möglichst früh – vor der Büte – mulchen, weil das Frühlings-Greiskraut wohl in der Lage ist, ihre Samen noch nachreifen zu lassen.

    Mulchen Mai 2021
    Entfernen per Hand Mai 2023
    Frühlings-Greiskraut im Hintergrund und Reiherschnabel im Vordergrund

    Es ist natürlich frustrierend, wenn man großflächig Frühlings-Greiskraut auf seinen Flächen hat und es unmöglich ist, alles per Hand rauszureißen. Bei unseren kleinen Flächen ist das noch mit ein paar Helfern machbar, weil es bislang nur auf ca. einem Hektar neu eingerichteter Weide vorkommt. Es lässt sich auch sehr gut per Hand rausziehen, da es kaum ausgebildete Wurzeln hat und der Boden aktuell noch gut feucht ist.

    Was aber völlig nach hinten losgehen kann, ist Gift zu spritzen oder ein kompletter Umbruch mit Neueinsaat. Bei uns kommt das ohnehin nicht in Frage. Zum Einen sind wir bio-zertifiziert und zum Anderen bräuchte man eine Ausnahme-Genehmigung für einen Grünlandumbruch.

    Außerdem schafft man dadurch ein noch größeres Saatbett für genau solche ein- bis zweijährigen Arten der nährstoffreichen, ruderalen Pionierstandorte bzw. für Acker-Unkräuter. Es gibt kein selektiv wirkendes Gift gegen Frühlings-Greiskraut, man würde damit alle krautigen Pflanzen auf der Weide vernichten und noch mehr kahle Stellen schaffen.

    Das Ziel sollte eher (wie auch beim Jakobs-Kreuzkraut und der Graukresse) sein:

    • eine gesunde Grasnarbe schaffen
    • ein standortangepasstes Grünland etablieren
    • Überbeweidung vermeiden
  • Umgang mit Giftpflanzen

    Wir haben auf unseren Weideflächen natürlich auch mit Giftpflanzen wie Graukresse, Kanada-Goldrute, Zypressen-Wolfsmilch, Frühlings-Greiskraut und seit neuestem auch mit Jakobs-Kreuzkraut zu tun.

    Eine typische Art der Trockenrasen ist Zypressen-Wolfsmilch, die wie alle Wolfsmilchgewächse Euphorbon als Giftstoff in ihrem Milchsaft enthält. Sie wird allerdings im frischen Zustand aufgrund ihres scharfen Geschmacks nicht gefressen, was ich bei unseren Pferden bestätigen kann. Aus diesem Grund ergreifen wir aktuell noch keine Maßnahmen gegen sie. Im Heu wird Wolfsmilch jedoch mitgefressen, obwohl es seine Wirkung bei der Trocknung nicht verliert. Aus meiner Sicht, ein gutes Beispiel dafür, keine Angst vor der Weide haben zu müssen. Denn die Pferde meiden in der Regel Giftpflanzen, können hier viel eher selektiv fressen als an der Heuraufe, wenn sie denn die Auswahl haben…

    Außerdem hab ich bei einem Rundgang zufällig Jakobs-Kreuzkraut entdeckt und natürlich gleich einen Ausstecher geholt. Es waren ca. 30 Rosetten an einer Stelle, die sofort ausgestochen wurden. Hier ist die Taktik ganz klar: „Wehret den Anfängen“!

    Eine Fläche, die letztes Jahr wegen einem Massenvorkommen von Frühlings-Greiskraut gemulcht werden musste, hat sich dabei sehr gut entwickelt. Es sind dieses Jahr nur noch einzelne Exemplare, die per Hand rausgerissen werden können, so dass die Fläche beweidet werden kann. Ein schönes Beispiel dafür, dass sich der Aufwand, Giftpflanzen in Schach zu halten, auch lohnt. Hier war die Idee diese einjährige Pflanze frühzeitig daran zu hindern, dass sie aussamen kann. Ob sie von den Pferden gefressen wird, weiß ich nicht. Das habe ich noch nicht beobachten können und es noch nicht darauf ankommen lassen.

    Die Kanada-Goldrute hingegen wird uns noch weiterhin auf Trab halten, wobei sie zumindest nicht von den Pferden gefressen wird, aber ein Platzräuber für Futterpflanzen darstellt. Hier sollen uns dieses Jahr wieder Schafe und erstmalig auch Rinder bei der Weidepflege helfen.

    Und ich bin schon sehr auf die Entwicklung der Winterweide mit dem Massenvorkommen von Graukresse gespannt. Während die Kanada-Goldrute schon in den Startlöchern steht, ist die Graukresse noch nicht in Erscheinung getreten, aber mit Sicherheit noch nicht veschwunden. Diese Fläche soll dieses Jahr wieder vor der Samenreife der Graukresse im Juli gemulcht werden. Ich hoffe, dass sich auch hier der Aufwand lohnt, diese Giftpflanze zumindest in Schach zu halten.

    Aktuell ist jedoch meine größte Sorge der seit Februar ausbleibende Regen, der allen Pflanzen fehlt….

  • Frühlings-Greiskraut

    Wie alle Greiskräuter enthält auch das Frühlings-Greiskraut (Senecio vernalis) Pyrrolizidinalkaloide und ist für Pferde giftig…

    Nach meinem subjektiven Eindruck gibt es dieses Jahr besonders viel Frühlings-Greiskraut an Straßenrändern, Ackerstreifen, auf Brachen und sogar auf Grünland. Wo man auch hinsieht, alles ist gelb, zumindest „gefühlt“ und als Pferdehalter sieht man ja Giftpflanzen auch noch bei 130km/ha auf der Autobahn, quasi im vorbeifahren. Und auch auf unserer neuen Fläche, die wir gerade erst Ende März eingerichtet haben, ist „alles gelb“.

    Ich weiß nicht, ob unsere Pferde schlau genug sind und das Greiskraut stehen lassen würden, aber bei der Menge wäre mir das Risiko einfach zu groß. Assan stand schon einmal auf einem Reiterhof mit extrem viel Jakobs-Greiskraut. Dort wurde es von den Pferden zunächst stehen gelassen (so dass es schön aussamen konnte) und wurde dann irgendwann, wenn die Weide abgenagt war, doch mitgefressen. Bekämpft wurde es dort mit einem Herbizid, das jedoch alle Zweikeimblättrigen Pflanzen, also alle Kräuter vernichtet, d.h. jeden Löwenzahn, jeden Spitzwegerich, jede Schafgarbe etc. Das führt zu noch mehr Kahlstellen und die Giftpflanzen haben dann noch mehr Platz, um sich auszubreiten. Bei uns verbietet es sich ohnehin schon aus Naturschutzgründen und man sollte eher für eine geschlossene Grasnarbe sorgen, anstatt Gift auf Flächen zu spritzen, die Nahrung für Weidetiere sein sollen.

    Eine große Menge an Greiskräutern schädigt die Leber und kann letztlich zu einer Leberzirrhose führen. Assan hatte in dieser Zeit auch entsprechend schlechte Leberwerte. Als er umgestellt wurde und auf Weiden kam, auf denen nur vereinzelt Jakobs-Greiskraut vorkam, hat sich seine Leber wieder erholt. Was aus meiner Sicht dafür spricht, dass die Alkoloide bis zu einem gewissen Grad wieder abgebaut werden können und nicht wie in der Literatur beschrieben, kumulativ wirken.

    Zum Glück ist das Frühlings-Greiskraut einjährig, so dass es reichen sollte, es am aussamen zu hindern. Im Gegensatz zum Jakobs-Greiskraut oder zur Graukresse, die zweijährig sind und man die Rosetten ausstechen sollte. Wobei es ja sowieso auch immer einen riesigen Samenvorrat im Boden gibt… Naja, wie auch immer, was können wir tun?

    Wir haben die Hälfte der Fläche gemulcht und ausgezäunt. Und auf der anderen Hälfte, auf der nicht ganz so viel Greiskraut steht, ziehen wir die Giftpflanzen per Hand raus, so dass wir wenigstens noch einen Teil der Fläche als Weide nutzen können. Wir werden dann sehen, was passiert und wie es sich entwickelt.