Kategorie: Weidepflege

  • Frühlings-Greiskraut

    Wie alle Greiskräuter enthält auch das Frühlings-Greiskraut (Senecio vernalis) Pyrrolizidinalkaloide und ist für Pferde giftig…

    Nach meinem subjektiven Eindruck gibt es dieses Jahr besonders viel Frühlings-Greiskraut an Straßenrändern, Ackerstreifen, auf Brachen und sogar auf Grünland. Wo man auch hinsieht, alles ist gelb, zumindest „gefühlt“ und als Pferdehalter sieht man ja Giftpflanzen auch noch bei 130km/ha auf der Autobahn, quasi im vorbeifahren. Und auch auf unserer neuen Fläche, die wir gerade erst Ende März eingerichtet haben, ist „alles gelb“.

    Ich weiß nicht, ob unsere Pferde schlau genug sind und das Greiskraut stehen lassen würden, aber bei der Menge wäre mir das Risiko einfach zu groß. Assan stand schon einmal auf einem Reiterhof mit extrem viel Jakobs-Greiskraut. Dort wurde es von den Pferden zunächst stehen gelassen (so dass es schön aussamen konnte) und wurde dann irgendwann, wenn die Weide abgenagt war, doch mitgefressen. Bekämpft wurde es dort mit einem Herbizid, das jedoch alle Zweikeimblättrigen Pflanzen, also alle Kräuter vernichtet, d.h. jeden Löwenzahn, jeden Spitzwegerich, jede Schafgarbe etc. Das führt zu noch mehr Kahlstellen und die Giftpflanzen haben dann noch mehr Platz, um sich auszubreiten. Bei uns verbietet es sich ohnehin schon aus Naturschutzgründen und man sollte eher für eine geschlossene Grasnarbe sorgen, anstatt Gift auf Flächen zu spritzen, die Nahrung für Weidetiere sein sollen.

    Eine große Menge an Greiskräutern schädigt die Leber und kann letztlich zu einer Leberzirrhose führen. Assan hatte in dieser Zeit auch entsprechend schlechte Leberwerte. Als er umgestellt wurde und auf Weiden kam, auf denen nur vereinzelt Jakobs-Greiskraut vorkam, hat sich seine Leber wieder erholt. Was aus meiner Sicht dafür spricht, dass die Alkoloide bis zu einem gewissen Grad wieder abgebaut werden können und nicht wie in der Literatur beschrieben, kumulativ wirken.

    Zum Glück ist das Frühlings-Greiskraut einjährig, so dass es reichen sollte, es am aussamen zu hindern. Im Gegensatz zum Jakobs-Greiskraut oder zur Graukresse, die zweijährig sind und man die Rosetten ausstechen sollte. Wobei es ja sowieso auch immer einen riesigen Samenvorrat im Boden gibt… Naja, wie auch immer, was können wir tun?

    Wir haben die Hälfte der Fläche gemulcht und ausgezäunt. Und auf der anderen Hälfte, auf der nicht ganz so viel Greiskraut steht, ziehen wir die Giftpflanzen per Hand raus, so dass wir wenigstens noch einen Teil der Fläche als Weide nutzen können. Wir werden dann sehen, was passiert und wie es sich entwickelt.

  • Magen-Darm-Strongyliden…

    gehören zu den häufigsten Würmern bei Pferden und leider hatte Assan einen extrem hohen Befall.

    Im Dezember letzten Jahres haben wir eine Wurmkur gegeben, die klassische „Nikolaus-Entwurmung“ mit Bekämpfung der Dasselfliege. Wie bereits in einem Eintrag ausgeführt, ist mein Ziel die Wurmkurgabe auf ein notwendiges Maß zu reduzieren, um Dungkäfer und allgemein Insekten, auch als Nahrungsquelle für Vögel, Fledermäuse etc. weitgehend zu schonen. Nicht zuletzt wegen der Bildung von Resistenzen bei den Würmern ist eine strategische oder selektive Entwurmung sogar die Empfehlung der FN.

    Im April hatte ich bei Assan Kotproben gesammelt und beim Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin eingeschickt. Laut Befund hatte Assan 880 Eier von Magen-Darm-Strongyliden pro Gramm Kot, eine Menge, die ich mir gar nicht richtig vorstellen kann. Ab 200 Eiern/g Kot soll man eine Wurmkur geben und vom Labor wurde außerdem ein Pyrantel-haltiges Präparat empfohlen.

    Bei vier weiteren Pferden wurden dann Kotproben gesammelt, davon waren zwei ohne Befund und zwei mit Ausscheidung von Wurmeiern. In Zukunft soll bei allen Pferden eine Kotprobe gesammelt werden, um nur noch die Pferde zu entwurmen, die auch Würmer haben.

    Damit die Dunghaufen nicht zur ökologischen Falle werden, haben wir die Pferde am Samstag auf einer kleinen Fläche „eingesperrt“, die Wurmkur gegeben und alles abgeäppelt. Gestern konnten die Pferde dann auf die „Dreieckswiese“, die seit dem letzten Sommer ungenutzt war. Ich möchte die Pferde so lange es geht von der – mit Würmern kontaminierten – Hauptweide fernhalten. Diese Fläche ist im Prinzip unsere Winterkoppel mit Unterstand, beheizbarer Tränke, die am meisten beansprucht wird und sie soll sich im Sommer etwas erholen können.

    Eng gekoppelt mit Heuraufe
    Alles abäppeln…
    Ab auf die Dreieckswiese – meine persönliche Lieblingsfläche 😉

    Da die Würmer Monate und sogar den Winter überleben können, wird man sie wohl nie loswerden, so lange man Pferde immer wieder auf die gleichen Flächen stellen muss. Man kann nur versuchen, den Parasitendruck möglichst gering zu halten. Empfehlungen dazu sind beispielsweise alles abzuäppeln und Weidereste zu mulchen, was aus naturschutzfachlicher Sicht nicht in Frage kommt und auch arbeitstechnisch von uns nicht zu leisten ist. Optimal wäre auch eine Mischbeweidung mit Rindern, in deren Magen die Pferdewürmer sterben und umgekehrt.

    Die zwei Pferde, die nicht verwurmt waren, werden schon länger selektiv entwurmt und bekommen außerdem Ewalia Parasitensaft. Das zeigt, dass nicht zwangsläufig alle Pferde verwurmt sein müssen und das mit dem Kräutersaft werde ich auch ausprobieren. Bislang kannte ich nur die entwurmende Wirkung von Rainfarn (Tanacetum vulgare), den es auch auf unseren Flächen gibt und durchaus von den Pferden gefressen wird. Hier ein Auszug aus einem alten Kräuterbuch (für Menschen):

    Falls man den Text nicht lesen kann:

    „Verwendet werden Kraut, Blütenköpfe, Samen (…). Sie enthalten ätherisches Öl, etwas Bitterstoff und Gerbstoff.

    Rainfarn wirkt gegen Spul- und Madenwürmer.

    Man brüht 2 Teelöffeln voll mit einer Tasse Wasser an und trinkt nach längerem Ziehen. Einige Tage hintereinander zu nehmen. Unterstützend: roh geriebene Möhren mit Kümmel und Anis. Für guten Stuhlgang sorgen (Faulbaumtee).“

  • Neue Flächen einrichten

    Eine neue Fläche zu bekommen ist Segen und Fluch zugleich. Es macht viel Arbeit, aber natürlich braucht man immer neue Flächen 😉

    Wir haben seit Herbst 2019 Flächen – die brachgefallen waren – durch Beweidung mit Schafen, durch Mulchen, Schleppen, Müll absammeln und Zäune aufbauen oder erneuern urbar gemacht. Das Problem auf den brachgefallenen Weiden war vor allem die Ausbreitung von Dominanzbeständen aus Kanada-Goldrute, die in Massen wohl auch giftig für Pferde sein kann.

    Als Beispiel sei noch mal unsere „Fuchswiese“ genannt, die intensiv bearbeitet wurde, um sie als Pferdeweide nutzen zu können:

    • Schafbeweidung mit Skudden im Winter 2019/2020
    • Abschleppen im Frühjahr 2020, um die Streuauflage abzuziehen
    • Schafbeweidung mit Guteschafen im Juni 2020
    • Mulchen der Reste im Juli 2020
    • Auszäunen von Fuchsbauen

    Dezember 2019
    Beweidung mit Guteschafen im Juni 2020
    Mulchen der Weidereste im Juli 2020
    April 2021

    Dieses Jahr haben wir wieder eine neue Fläche eingerichtet, die mal von einer Gärtnerei genutzt wurde. Sie wurde im Juli 2020 schon mal provisorisch eingezäunt und beweidet, im Herbst 2020 gemulcht und im März 2021 abgeschleppt. In einem Arbeitseinsatz wurde der Zaun aufgebaut, ein alter, halb eingewachsener Wildzaun abgeräumt und Müll abgesammelt. Es müssen noch Zierpflanzen wie Schwertlilien etc. und Folie unter der Erde ausgebuddelt werden. Dann können die Pferde ab Mai oder Juni auf die neue Fläche.

    Ein schmaler Brachestreifen, der wegen dem Wildzaun nicht gemulcht werden konnte zeigt den Unterschied: links die Fuchswiese, in der Mitte der Brachestreifen mit überständiger Vegetation aus dem letzten Jahr mit Landreitgras, Rainfarn und Kanada-Goldrute und rechts die neue Fläche. So ein Brachestreifen ist natürlich wertvoll aus naturschutzfachlicher Sicht und man sollte sich viel öfter dazu zwingen, auch mal was stehen zu lassen…

    Juli 2020, die neue Fläche mit Kanada-Goldrute und Landreitgras
    Abschleppen im März 2021, um die Streuschicht abzuziehen und damit der Müll „hochkommt“
    Zaunbau mit T-Pfosten und Kordel
    Brachstreifen
  • Fehler

    Fehler

    Vor fast einem Jahr habe ich in diesem Blog geschrieben, dass es Zeit wird aus eigenen Fehlern zu lernen…

    Ich habe viele Fehler gemacht und es ist ein Glück, weiterhin welche machen zu dürfen, denn probieren geht über studieren. Heute morgen gab es bei Radio1 eine schöne Denkpause: „Theoretisch gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Praktisch aber schon„.

    Was waren das für Fehler? Was ich vor allem unterschätzt habe, ist die Menge, die Pferde fressen. Man kann zwar theoretisch wissen, dass Pferde pro Tag ca. 60-80kg Frischmasse aufnehmen, aber was das in der Fläche bedeutet, muss man praktisch selbst erleben. Wir haben ca. einen Hektar Weide pro Pferd zur Verfügung und davon sollen die Pferde den Sommer über satt werden können. Zusätzlich wollte ich gern Flächen mähen lassen. Zum Einen als Pflegeschnitt beispielsweise wegen der Kanada-Goldrute und zum Anderen, damit man auch im Spätsommer wieder frisch nachgewachsenes Futter hat.

    Denn theoretisch wird das Wiesenfutter nach einem Grasberg und der Samenreife im Juni zu reiner Rohfaser bzw. „Heu auf dem Halm“. Überständige Vegetation ist zwar super aus naturschutzfachlicher Sicht, aber ich wollte gern, dass die Pferde bis zum Herbst von der Weide leben können, bevor man wieder Heu zufüttern muss. Vor allem aus ökonomischen Gründen, denn Heu ist der größte Kostenfaktor…

    Zum Glück hat es dann aber nur auf einer kleinen Fläche geklappt mit der Mahd…. Diese Wiese hat zwar ihren Pflegeschnitt bekommen, aber es wurde dann noch richtig knapp mit der verfügbaren Weidefläche. Und am Ende mussten wir das Heu auch noch entsorgen, weil es nicht richtig getrocknet wurde. Da hätte man die Pferde genauso gut, einmal früh und einmal spät auf die Fläche lassen können.

    Das wird dann auch dieses Jahr mein Plan sein. Statt einer Mahd, sollen die Pferde auf den sechs Flächen mit jeweils ca. 1-2 Hektar in einer Weise rotieren, dass sich die einzelnen Flächen immer wieder erholen und nachwachsen können. Aber ich habe ja schon gelernt, das nichts so beständig ist wie die Planänderung 😉

    Die Dominanzbestände mit Kanada-Goldrute wurden im letzten Jahr intensiv mit Schafen und dem Mulcher bearbeitet. Im August gab es dann eine Dürre, in der alles vertrocknet, ja regelrecht „verbrannt“ ist und ich habe mich geärgert, dass ich die Flächen durch das Mulchen so richtig schön der Sonne und dem Wind ausgesetzt habe. Dieses Jahr werde ich zurück haltender sein mit dem Mulchen und zunächst nur die Graukresse vor der Samenreife mulchen. Man wird sehen, wie die Flächen dann aussehen.

    Aber den schlimmsten Frevel habe ich wohl begangen, dass ich die Pferde im Winter auf die Weiden gelassen habe, ohne die Bäume vor dem Schälen zu schützen. Einige Bereiche habe ich noch ausgezäunt, vor allem Eichen, aber für den Großteil der Felsenkirsche kommt wohl jede Hilfe zu spät. Aktuell sieht es so aus, als wenn sie noch mal austreiben und ich hoffe, dass einige doch noch überleben. Aber das ist eine meiner wichtigsten Lektionen: Gehölze im Winter besser vor den Pferden schützen…

  • Jahresrückblick 2020

    Jahresrückblick 2020

    Ein Jahr Ponyhof Glindow – Zeit für ein kleines Resümee und ein großes Dankeschön.

    Das erste Jahr für das Projekt „Ponyhof Glindow – Artenvielfalt auf der Weide“ neigt sich dem Ende und ich will versuchen, eine Bilanz zu ziehen, was wir bisher erreicht haben. Dabei stand zunächst die Optimierung der Infrastruktur und das allgemeine Verschönern des Hofes im Vordergrund:

    • ca. 600 Meter neuen Zaun gebaut
    • ca. 1000 Meter Zaun erneuert (alte Breitbandlitze gegen Kordel ausgetauscht, z.T. neue Pfosten gesetzt)
    • zwei Unterstände erneuert
    • drei Tränken verschalt
    • 20 Quadratmeter Paddockplatten verlegt
    • Sitzecke „aufgemöbelt“
    • ca. 6 Kubikmeter Müll entsorgt

    Das war natürlich nicht allein zu schaffen! Ich hatte zum Glück sehr viel Hilfe von lieben Freunden, Verwandten und der Haltergemeinschaft. Es ist schön und schweißt zusammen, wenn man mit einem Arbeitseinsatz am Hof richtig viel schafft und sich nach getaner Arbeit ein gemeinsames Feierabend-Bierchen gönnt.

    Die folgenden Maßnahmen zur Weidepflege dienten in erster Linie dem Zurückdrängen der Kanada-Goldrute, des Landreitgrases und der Graukresse, aber indirekt natürlich auch dem Naturschutz. Denn Dominanzbestände aus Kanada-Goldrute und Landreitgras sind extrem artenarm. (Und die Graukresse ist einfach mal giftig und muss deshalb auf einer Pferdeweide in Schach gehalten werden.) Neben einer besseren Nahrungsverfügbarkeit für unsere Pferde geht es auch um artenreichere Vegetationsbestände. Das Ziel der Pflegemaßnahmen sind kräuter- und blütenreiche Weiden, welche sowohl der Pferdegesundheit als auch dem Erhalt der Biodiversität zuträglich sind. Die bisherige Weidepflege in Zahlen, wobei einige Flächen mehrfach „behandelt“ wurden:

    • ca. 5 Hektar Beweidung mit Schafen
    • ca. 3 Hektar Mulchen
    • ca. 0,7 Hektar Mahd
    • ca. 0,3 Hektar Graukresse ausstechen

    Beratung für die Weidepflege und tatkräftige Unterstützung beispielsweise beim Mulchen, mit dem Traktor oder bei der Reparatur der Zapfwelle für den Mulcher habe ich durch den Naturschutz-Förderverein Döberitzer Heide e.V. bekommen.

    Ich bin gespannt auf das neue Jahr, es wird weiterhin viel zu tun geben. Aber zumindest sind die – aus meiner Sicht – wichtigsten und aufwendigsten Arbeiten erledigt. Sicherlich wird man immer wieder mit den Zäunen zu tun haben: reparieren, weitere Strecken erneuern, frei schneiden. Auch die Kanada-Goldrute und Graukresse wird einen noch viel beschäftigen.

    Aber neben der Weidepflege und dem Tagesgeschäft wie Zaunkontrolle, Heu fahren und abäppeln, hoffe ich im nächsten Jahr mehr Zeit für eigentliche Naturschutzmaßnahmen zu haben und natürlich auch für Assan. Aber ich bin sehr optimistisch, da sich die Haltergemeinschaft so gut eingespielt hat, dass ich nur noch einen Tag in der Woche „Stalldienst“ habe. Es wird immer wieder sehr viel Hilfe angeboten und sogar das Heu fahren kann mittlerweile von unserem fleißigsten Bienchen, der lieben Sarah übernommen werden.

    Deshalb ist es Zeit für ein großes Dankeschön an alle Helfer!!! 🙂

  • Koppel aufräumen

    Koppel aufräumen

    Jetzt wo man langsam „Land sieht“ auf unseren Flächen, habe ich angefangen Steine zu sammeln…

    Der Plan war eigentlich große Steine für einen Lesesteinhaufen zu sammeln. Mit jeder Bearbeitung wie schleppen oder mulchen kommen auch immer wieder mehr oder weniger große Steine hoch. Seit jeher werden solche Steine, die mit der letzten Eiszeit transportiert wurden, am Feldrand abgelegt.

    Lesesteinhaufen sind Versteckmöglichkeiten, Sonnplätze und Überwinterungs-möglichkeiten für eine Vielzahl von Artengruppen wie Insekten, Spinnen, Reptilien, Amphibien oder auch Brutplätze beispielsweise für den Steinschmätzer.

    Aber als ich mich mit meiner Schubkarre aufgemacht habe, um Steine von unseren Flächen zu sammeln, habe ich auch gleich noch viel mehr gefunden, was durch die Bearbeitung zu Tage kam. Eine vielfältige Auswahl an Glas, Metall, Stoff und Plastik. Es ist also eine gute Gelegenheit mal die Koppel aufzuräumen 😉

    Eine gute Anregung wie man Lesesteinhaufen anlegt, findet man hier.

    Dabei macht es auch durchaus Sinn, Holz das verstreut rumliegt auf einen Haufen zu schichten. Zum Einen schafft man dadurch Lebensraumstrukturen und zum Anderen stören die Holzstämme nicht bei der nächsten Bearbeitung wie Mahd, Mulchen oder Schleppen. Hier habe ich beispielsweise Holzteile kurzerhand zu einem kleinen Haufen zwischen zwei Sträuchern aufgeschichtet.

    Auch die Vielzahl an Ästen, die zusammen kam, als wir Sträucher und alte Obstbäume entastet haben – vor allem zum Schutz der Pferdeaugen – wurden als Totholzhaufen liegen gelassen. Oder wenn mal die eine oder andere alte Pappel umfällt, bietet sie sicherlich auch Brennholz, aber nicht im Ganzen, es darf auch gern etwas liegen bleiben…

    Bereits durch meinen Vorgänger aufgestalpeter Holzhaufen aus Ästen, die wegen der Verletzungsgefahr von den Sträuchern entfernt wurden.
    Umgestürzte Pappel, die teilweise aufgearbeitet wurde. Der Stubben blieb als stehendes Totholz erhalten und die Reste wurden als Haufen innerhalb der Baumreihe aufgeschichtet.
    Ebenfalls durch meine Vorgänger am Rand abgelegte Stämme von umgefallenen Pappeln als wertvolle Lebensraumstruktur und Mikrohabitat

  • Fotopunkte IV

    Fotopunkte IV

    Wir haben einige Flächen mit Dominanzbeständen aus Kanada-Goldrute und mit dem folgenden Fotopunkt möchte ich zeigen, wir wir bisher damit umgegangen sind.

    Diese Fläche war im letzten Jahr fast vollständig von Kanada-Goldrute und Landreitgras bedeckt. Als erstes kamen Ende 2019 24 Skudden zum Einsatz. Im Januar, an einem relativ kalten Tag wurde die Fläche geschleppt, um die Stängel der Goldrute zu brechen. Im Frühjahr kamen dann die Pferde auf die Fläche, aber sie fressen die Kanada-Goldrute nicht wirklich und in Massen ist sie auch giftig. Da auch die Mahd nicht geklappt hat, haben wir noch mal Schafe als Leihgabe bekommen, 96 Guteschafe.

    Dezember 2019
    Juli 2020
    November 2020

    Nach den Schafen wurden die stehen gebliebenen Stängel im Juli gemulcht. Im August gab es dann eine Hitzeperiode, in der alles verbrannt ist und ich mich zunächst über das mulchen geärgert habe. Aber dann nach einigen schönen Regenfällen ist alles wieder grün geworden und die Pferde konnten seit September wieder auf die Fläche. Ich bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Man sieht im letzen Bild zwei Streifen, die ich wegen der Gehölze stehen gelassen habe.

    Natürlich wird die Kanada-Goldrute im nächsten Jahr wieder kommen. Es braucht Jahre, um sie loszuwerden. Es wird empfohlen solche Flächen mehrmals im Jahr zu mulchen. Mahd wäre natürlich schöner, aber niemand kann so ein Mahdgut gebrauchen. Vielleicht helfen uns im nächsten Jahr wieder Schafe, um die Goldrute in den Griff zu bekommen. Die Strategie bei der Goldrute kann nach dem Bundesamt für Naturschutz nur lauten, sie durch mehrmaliges Mulchen und/oder Abweiden im Jahresverlauf zu schwächen. Das kann einige Jahre dauern, wobei die Rhizome für immer im Boden bleiben. Das heisst, wenn die Nutzung ausbleibt, breitet sie sich wieder aus und verdrängt alle anderen Pflanzenarten, mit Ausnahme vom Landreitgras, das selbst sehr dominant ist….

    Skudden helfen bei der „Ersteinrichtung“
    Die Schleppe bricht die Stängel, aber es bleibt eine dicke Streuschicht liegen
    Im Frühjahr können die Pferde auf die Weide, die Kanada-Goldrute ist noch ganz jung und tritt deshalb noch nicht so in Erscheinung
    Guteschafe weiden die Goldrute weitgehend ab, es bleiben nur Stängel stehen

  • „Wildschaden“?

    Bei uns haben Wildschweine ein paar Quadratmeter Weide umgepflügt….

    Aber ist das gleich ein „Wild-Schaden“? So werden Wühlspuren von Wildschweinen in der Regel wahrgenommen. Ich sehe darin vielmehr die Chance für mehr Artenvielfalt auf der Weide. Vor allem vermooste und/oder vergraste Weiden werden oberflächlich ein wenig aufgewühlt und bieten neuen Pflanzenarten gute Keimungsbedingungen. Insbesondere jetzt im Herbst, wenn es regelmäßig regnet, aber noch warm genug für Pflanzenwachstum ist. Diese Stellen werden bald von selbst wieder zugewachsen sein, da man immer einen großen Samenvorrat im Boden hat.

    Bei uns wäre es auch so kein großer Verlust, wenn 20 Quadratmeter Grünland von den Wildschweinen umgegraben werden – bei über acht Hektar Weidefläche. Wildschweine gehören zur Natur, ihre Spuren sind ein kleines Stück Wildnis und wir haben schon so wenig natürliche, dynamische Prozesse in unserer Kulturlandschaft, in der alles vom Menschen geregelt und auf Kante geschnitten ist.

    Und ich habe – trotz Samenvorrat im Boden – die Chance ergriffen, der Artenvielfalt auf unseren Weiden noch ein wenig mehr auf die Sprünge zu helfen. Ich habe regiozertifiziertes Saatgut in die frischen, offenen Bodenstellen verteilt.

    Wenn man seine Flächen naturschutzfachlich aufwerten will, sollte man definitiv auf Selbstbegrünung und Pioniervegetation setzen. Und wenn man schon unbedingt nachhelfen will, sollte man nur gebietsheimisches Saatgut verwenden. In Brandenburg stehen dafür drei Anbieter zur Verfügung: Rieger-Hoffmann, Saaten Zeller und Nagola Re.

  • Fotopunkte III

    Im Folgenden möchte ich wieder ein paar Fotopunkte vorstellen, die ich letztes Jahr „eingerichtet“ habe….

    Mit den Fotopunkten möchte ich zeigen, wie sich die Weidepflege auf die Flächen auswirkt. Man kann vieles beschreiben, Pflanzenarten aufnehmen etc., aber manchmal sagen Bilder mehr aus als Daten und Fakten.

    Als erstes kommen Fotos der Hauptwiese, denn sie ist die größte Herausforderung. Diese Fläche ist die am stärksten durch Beweidung, Verbiss, Tritt und Kot beanspruchte Weide bei uns. Hier haben wir auch das größte Problem mit der Graukresse. Die Übernutzung dieser Fläche hängt ganz einfach mit der Infrastruktur zusammen, denn hier steht der Unterstand und hier ist die Tränke. (Nur die relativ kleine „Dreieckswiese“ hat noch eine eigene Tränke und einen Unterstand). Außerdem ist es am praktischsten, wenn hier die Heuraufen stehen, weil man hier Licht vom Reitplatz und die geringste Entfernung zur Mistplatte hat.

    Im Herbst 2019 wurde die Fläche gemulcht und im Sommer haben wir versucht, diese Fläche so oft und so lange es geht zu schonen, in dem die Pferde im Prinzip der Portionsweide auf andere Weiden umgestellt wurden.

    Juli 2019
    August 2020 (die Pferde wurden durch eine Litze von der Hauptwiese getrennt)
    September 2020 (im Vordergrund der Insektenstreifen)
    Graukresse stechen im Juli 2020
    Mulchen im August 2020
    Heuraufen mit Beleuchtung…

    Da wir genug Bäume als natürliche Unterstände auf allen Weideflächen und einen IBC-Container als Wasserbottich haben, konnten die Pferde auf anderen Flächen rotieren und die Grasnarbe der Hauptwiese konnte sich etwas erholen. Im Sommer haben wir außerdem fleißig Graukresse gestochen, auch wenn man immer das Gefühl hat, es nimmt kein Ende…

    Im August habe ich die Fläche dann erneut gemulcht und dabei einen Streifen für die Insekten stehen lassen. Seit einer Woche sind die Pferde nun wieder auf der Hauptwiese, denn die Tage werden spürbar kürzer und wir brauchen die Heuraufen in der Nähe der Lampen….

    Auf einer anderen Fläche ging es eher um das Zurückdrängen der Kanada-Goldrute. Die Fotos sind von einem Hochstand aus entstanden und die Fläche heisst entsprechend „Jägerwiese“. Hier waren im Winter die Skudden im Einsatz und im Frühjahr wurde die Fläche geschleppt, da sie teilweise stark vermoost war. Eigentlich sollte die Fläche Ende Juni gemäht werden, was jedoch nicht geklappt hat. So waren dann die Pferde auf der „Jägerwiese“ und im Juli wurden die „Weidereste“ bzw. die Kanada-Goldrute gemulcht.

    Leider ist im August alles verbrannt und nur die Graukresse hat die Hitze und Dürre überlebt… Nach Niederschlägen Anfang September haben sich jedoch alle Flächen wieder erholt und wurden wieder schön grün. Aktuell können die Pferde auf die Haupt- und Jägerwiese. Mal sehen, wie das nächste Jahr wird…

    September 2019
    März 2020

    Juni 2020

    Juli 2020
    August 2020
    September 2020
  • Fotopunkte II

    Neben dem Vegetations- und Tagfaltertransekt habe ich letztes Jahr im Herbst ein paar Fotopunkte eingerichtet.

    Im Folgenden möchte ich zwei davon zeigen und beschreiben, was auf diesen Flächen in punkto Weidepflege passiert ist.

    September 2019
    März 2020

    Juni 2020
    Juli 2020
    August 2020
    September 2020

    Der Fotopunkt ist auf einem Hochstand auf unserer „Jägerwiese“ mit Blick auf die „Fuchswiese“ entstanden. Auf der Fuchswiese ist ein Fuchsbau – daher der Name – und Jägerwiese hat sich natürlich aufgrund der Jagdkanzel angeboten. Von diesem Punkt aus soll über die Zeit beobachtet werden, wie wir hoffentlich die Kanada-Goldrute in den Griff bekommen.

    Über den Winter hatten wir die Skudden, welche die Goldrute ganz gut abgefressen haben und alles schön kurz gehalten haben. Im Frühjahr kamen dann die Pferde auf diese beiden Weiden und im Juli habe ich die Flächen gemulcht. Das Mulchen war ja leider etwas nach hinten losgegangen, wie bereits in dem Beitrag „Verbrannt“ beschrieben. Es blieb nichts anderes übrig als mit der Zufütterung von Heu zu beginnen, was eigentlich erst für Oktober geplant war. Mit den Niederschlägen Anfang September ist jedoch innerhalb kurzer Zeit alles wieder grün geworden und wir konnten die Pferde wieder auf diese beiden Weiden lassen.

    Eine andere Perspektive auf die Fuchs- und Jägerwiese zeigen folgende Bilder:

    September 2019
    Juli 2020
    September 2020

  • Graukresse – die Dürre-Queen

    Manchmal muss ich an meinen Dozenten für Ökolandbau denken, der immer gesagt hat: Luzerne ist die Futter-Queen….

    Ich hätte wirklich gern mehr Luzerne auf den Flächen in Glindow, aber stattdessen haben wir Graukresse – eine wahre Dürre-Queen! Nachdem die Mahd im Juni nicht geklappt hat und ich im Juli, als endlich der Mulcher repariert war, voller Optimismus gemulcht habe, ist nun alles verbrannt. Nur die Graukresse erhebt sich wie Phönix aus der Asche! Der Mulcher konnte ihr nichts anhaben, weil sie einfach zu niedrig am Boden wächst, nur umgeklappt wird bzw. erfasste Stengel einfach neu austreiben und sie am Ende noch buschiger wächst.

    Und jetzt wo sämtliche Vegetation verdorrt ist, kann sich die Graukresse – die ja mit Sternhaaren super gegen Verdunstung geschützt ist – so richtig breit machen. Eine Wahl zwischen Pest und Cholera bzw. Kanada-Goldrute und Graukresse, wobei mir im Nachhinein die Kanada-Goldrute lieber gewesen wäre. Nun heisst es wieder rausreißen, rausreißen, rausreißen….

    Wir haben noch Futter-.Reserven für eine Handvoll Tage, aber dann müssen wir anfangen wieder Heu zuzufüttern.

    Die letzten Futter-Reserven
  • Verbrannt

    Verbrannt

    Eine Woche Hitze hat gereicht, um die Weiden förmlich zu „verbrennen“…

    Während es im April extrem trocken war, hatte es im Mai, Juni und Juli eigentlich ganz gut geregnet. Die Bilanz der ersten Jahreshälfte sind 300mm für die Station Potsdam. Das langjährige Mittel liegt bei fast 600mm im Jahr. Einen Jahresvergleich kann man natürlich erst machen, wenn das Jahr 2020 zu Ende ist, aber es gab doch Grund zum Optimismus dieses Jahr. (Die Daten können beim DWD runter geladen werden. )

    Die Wiesen und Weiden waren schön grün und so habe ich in meinem Optimismus die Kanada-Goldruten-Fluren von Schafen abfressen lassen und Mitte Juli gemulcht. Es ging darum, im Spätsommer/ Herbst wieder Flächen mit frischem Aufwuchs zur Verfügung zustellen und natürlich die Kanada-Goldrute langfristig loszuwerden. Aber auf zwei großen Flächen mit fast 3 Hektar ist nix mehr gewachsen. Es ist einfach alles vertrocknet, was bleibt ist die Graukresse….

    Juli 2020 – Mulchen der Kanada-Goldrute

    August 2020 – ohne Worte

    War es ein Fehler zu mulchen? Ich weiß es nicht, die Kanada-Goldrute hat zumindest für ein besseres Mikroklima gesorgt und es wäre noch überständiges Landreitgras da. Aber überständiges Landreitgras und Kanada-Goldrute haben auch keinen Futterwert. Das Ziel war eigentlich frisches Grün zu produzieren, stattdessen müssen wir bald wieder anfangen Heu zu zufüttern.

    Was ist die Lehre daraus? Nicht mehr im Sommer zu mulchen, lieber im Herbst/Winter? Das wäre definitiv auch besser für die Insekten….

    Vielleicht klappt nächstes Jahr die Mahd Anfang Juni, so wie es auch eigentlich geplant war.

  • Fotopunkte

    Für die Dokumentation der Entwicklung der Flächen habe ich, neben einem Vegetationstransekt auch Fotopunkte angelegt…

    Hier möchte ich einen dieser Fotopunkte vorstellen:

    September 2019
    April 2020
    Juni 2020
    August 2020

    Dabei handelt es sich um eine Fläche, die erst 2019 für die Beweidung von meinem Vorgänger eingezäunt und durch Mulchen „erst eingerichtet“ wurde. Sie wird von Kanada-Goldrute, Rainfarn und im hinteren Teil von Glatthafer dominiert.

    Im Winter 2019/2020 wurde die Fläche von Schafen abgeweidet und im Frühjahr kamen die Pferde auf die Fläche, um gleich wieder den frischen Aufwuchs abzufressen. Im Juni kamen noch mal Schafe auf die Fläche, damit man im Spätsommer wieder eine Fläche für die Pferde zum abweiden hat. Ohne die Zwischenbeweidung oder eine andere Form der Bearbeitung wie Mahd, wäre hier nur überständiges Gras und Kanada-Goldrute, was die Pferde nicht gern fressen.

    Schafe haben dafür den Vorteil, dass sie bevorzugt Kräuter abweiden und damit Gräser bevorteilen. Damit ergänzen sie sich wunderbar mit den Pferden, welche widerum lieber Gräser fressen und Kräuter oder Stauden wie Kanada-Goldrute stehen lassen.

    Im September werde ich diesen Fotopunkt noch einmal aufsuchen, ich bin schon gespannt, ob man einen Unterschied sieht, denn die Kanada-Goldrute kommt erst im Herbst so richtig zur Geltung, wenn sie blüht.

  • Pioniervegetation

    Pioniervegetation

    Offene Bodenstellen verschwinden von ganz allein, wenn man es zulässt und den Beweidungsdruck wegnimmt….

    Anstatt teures Saatgut zu kaufen – so wie ich auch den Fehler gemacht habe – sollte man einfach auf die Kraft der Natur setzen und Pionier- bzw. Ruderalvegetation zulassen. In der Lichterfelder Weidelandschaft ist beispielsweise die Schaffung von offenen Bodenstellen durch punktuelle Überbeweidung, dann das wegnehmen des Beweidungsdruckes und das Fördern von artenreichen Pionierfluren sogar das ausgesprochene Naturschutzziel. Gehölze oder bestimmte Bereiche, die geschont werden sollen, werden ausgezäunt. Kothaufen werden an der einen Stelle weggenommen und an der anderen Stelle konzentriert, um einerseits magere Standorte mit konkurrenzschwachen Arten und andererseits Disteln, Kletten und Brennnesseln zu fördern. Auf diese Weise hat Anne Loba mit ihrer Reitgemeinschaft Holderhof ein artenreiches Mosaik geschaffen und die Vielfalt an Pflanzen, Insekten, Vögeln etc. geben ihr Recht:

    • 450 Arten Gefässpflanzen
    • 260 Arten Stechimmen
    • 290 Arten Schmetterlinge
    • 26 Arten Heuschrecken
    • 58 Brutvogelarten

    Für ihr besonderes Engagement hat Anne Loba 2017 den Berliner Naturschutzpreis erhalten.

    Bei uns gibt es auch einige Bereiche, an den es zu punktueller Überbeweidung kam. Wenn auch nicht als Naturschutzziel, sondern schlichtweg, weil dort Heuraufen standen und die Pferde aufgrund eines kranken Pferdes konzentriert werden mussten.

    Juli 2019
    Februar 2020

    April 2020
    Juli 2020

    Was zunächst von allein wächst, (wenn man die Pferde auf eine andere Fläche stellen kann) sind vor allem trittresistente Arten wie Vogelknöterich und typische Pionierarten wie Portulak, Weißer Gänsefuss, Wegrauke, Küstenkamille, Kanadisches Berufkraut und leider auch Graukresse. Aus einjährigen Ruderalfluren entwickeln sich von Natur aus mehrjährige Staudenfluren, die auch ziemlich arten- und vor allem blütenreich sind. Dazu gehören unter anderem Acker-Kratzdistel, Rainfarn, Schafgarbe, Brennnessel, Sauerampfer, Kanada-Goldrute, Wilde Möhre, Ochsenzunge, Wegwarte und Johanneskraut.

    Wenn man der Sukzession weiter freien Lauf lassen würde, entwickeln sich diese Flächen weiter zu artenarmen Dominanzbeständen aus Landreitgras, Kanada-Goldrute oder Brennnessel – je nachdem, wer Oberwasser gewinnt. Und letztlich würden erste Gehölze und schließlich Wald aufwachsen….

    Das lassen wir natürlich nicht zu, sondern wir werden diese Fläche mulchen, auch wenn es schmerzt um all der Tagfalter, Heuschrecken & co. Aber als Kompromiss lassen wir besonders schöne, blütenreiche Ecken mit Kamille, Schafgarbe, Disteln, Kletten etc. stehen, schon allein als Nektarquelle und als wichtige Struktur für Überwinterungsstadien der Insekten. In diesen Bereichen muss dann die Graukresse per Hand raußgerissen werden. Und wenn diese Fläche in einigen Wochen wieder nachgewachsen ist, können die Pferde wieder rauf….

  • Mulchen

    Ich bin nun wirklich kein Fan vom Mulchen, aber aktuell geht es leider nicht anders….

    Beim Mulchen werden zum Einen Insekten, deren Überwinterungsstadien, Vogelnester, Kleinsäuger, Reptilien etc. mitgeschreddert und zum Anderen bleibt die Biomasse als Streuschicht liegen. Das bedeutet, dass die ohnehin schon zu nährstoffreichen Flächen zusätzlich gedüngt werden. Von Artenvielfalt ist man also noch weit entfernt. Denn artenreiches Grünland gibt es nur auf ausgehagerten Flächen.

    Ein Abweiden wäre mir lieber gewesen oder wenigstens eine Mahd, aber leider bekommen wir ohne Mulchen die Kanada-Goldrute nicht in den Griff. Die Pferde fressen die Kanada-Goldrute nicht und wir haben ja auch das Luxusproblem, dass wir zu wenig Pferde für zu viel Fläche haben. Als Mahdgut ist es auch ungeeignet, höchstens als Einstreu und die Schafe haben nun wirklich ihr bestes gegeben. Aber die Goldrute kommt in den ersten Jahren der „Bekämpfung“ immer wieder und da heisst es jetzt dran bleiben….

    September 2019 – im Hintergrund sieht man die gelben Blüten der Kanada-Goldrute
    März 2020 – die Schafe haben die jungen Triebe abgefressen

    Juni 2020 – die Pferde haben sich nur auf die „Schokolade“ gestürzt und die Kanada-Goldrute verschmäht
    Juli 2020 – die „Weidereste“ muss nun der Mulcher erledigen