Graukresse

Leider haben auch wir ein Graukresse-Problem….

Wie viele andere Pferdehalter auch, macht uns die massive Ausbreitung der Graukresse zu schaffen. Sie ist für Pferde giftig und gilt in Deutschland als eingebürgerter Neophyt. Das heisst Graukresse kommt eigentlich aus südlicheren Gefilden und ist mit ihren Sternhaaren bestens gegen Verdunstung geschützt. Aus diesem Grund hatte die Graukresse in den letzten beiden trockenen Jahren mit ihrer guten Anpassung an Trockenheit Konkurrenzvorteile. Sie hat sich extrem ausgebreitet und ich sehe oft Pferdekoppel die komplett weiß blühen…

Auch bei uns hat sie sich breit gemacht und wir müssen das Problem angehen, aber wie? Die schlimmste Graukresse-Fläche wurden im Herbst gemulcht, aber sie kommt natürlich wieder. Graukresse ist eine typische Art der „nährstoffreichen Stauden- und ausdauernden Unkrautfluren (neophytische Vorkommen)“. Das heisst, sie kann sich vor allem dort ausbreiten, wo überbeweidet wurde, viel Pferdedung und offene Bodenstellen sind. In gepflegten Grünland hat sie eigentlich keine Chance.

Außerdem ist sie ein- bis zweijährig, sommer- und winterannuell, blüht von Juni bis September und bildet Schötchen mit vielen tausenden von Samen aus. Eine Pflanze kann bis zu 7000 Samen produzieren. Zweijährig und winterannuell bedeutet, dass sich die Pflanze im ersten Jahr vegetativ ausbreitet, also Rosetten bildet. Diese Rosetten überwintern und sind bei der Graukresse extrem trittfest. Im Frühjahr werden dann Blüten und die Schötchen ausgebildet. Nach dem Aussamen stirbt die Pflanze ab! Das bedeutet, dass es durchaus Sinn macht, die Graukresse am Aussamen zu hindern, wenn man eine weitere Ausbreitung verhindern und sie langfristig eindämmen will.

Wir haben nun den Versuch gestartet, besonders schlimme Graukresse-Nester auszuzäunen und dort zu beginnen, sie rauszustechen. Sonst sieht man keine Sonne, wenn man ziellos auf der Koppel anfängt die Graukresse rauszuzupfen. Gleichzeitig muss natürlich der Beweidungsdruck von solchen Flächen genommen werden, um offene Bodenstellen zu vermeiden. Und es muss rechtzeitig gemulcht oder gemäht werden, um die Aussamung zu verhindern. Ich bin gespannt, wie wir das Problem in den Griff bekommen. Ich halte Euch natürlich auf dem Laufenden.

8 Antworten zu „Graukresse“

  1. […] ausgesetzt habe. Dieses Jahr werde ich zurück haltender sein mit dem Mulchen und zunächst nur die Graukresse vor der Samenreife mulchen. Man wird sehen, wie die Flächen dann […]

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  2. […] einem Jahr gab es auf diesem Blog schon mal einen Eintrag zur Graukresse und ich habe versprochen meine Leser auf dem Laufenden zu halten. Ich gehe davon […]

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  3. […] eine geschlossene Grasnarbe wieder herzustellen, den Parasitendruck einzudämmen und vor allem die Graukresse zurückzudrängen. Mittlerweile konnte sie sichtlich eingedämmt werden und es sind nur noch […]

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  4. […] kommt das jährliche Update zur Entwicklung der Graukresse auf unserer Hauptweide bzw. Winterkoppel. Seit 2020 geht diese Fläche zur Erholung der Grasnarbe […]

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    1. Gruß nach Glindow aus Groß Lindow,

      es ist sehr interessant, den Werdegang auf eurer Weide zu verfolgen und macht etwas Hoffnung. Wir kämpfen seit 2 Jahren gegen ähnliche Verhältnisse.
      Im letzten und diesem Jahr haben wir einen Großeinsatz auf einem Hektar Wiese durchgeführt und jeweils etwa 3m³ manuell entfernt. Ich nehme an, ihr kennt diese Mühe.

      Wie entsorgt ihr die Biomasse?
      Habt ihr Erfahrung, ab welchem im Boden verbleibenden Wurzelquerschnitt die Pflanze wieder austreiben kann? In der Regel sind stärkere Wurzeln bei uns bei ca. 5mm Querschnitt abgerissen.
      Nach meiner Erfahrung ist ein Mulchen im Juni (bisher gefundene Empfehlung) unzureichend. Jetzt, Mitte August, stehen die Pflanzen schon wieder in voller Blüte und stark besamt.

      Leider ist selbst bei den Tierhaltern in der Umgebung die Sensibilisierung des Themas noch sehr gering. Wäre schön, mit euch Erfahrungen auszutauschen.

      Freundliche Grüße
      Michael Hack

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  5. Hallo,
    Vielen Dank für den Erfahrungsaustusch und Grüße nach Lindow 🙂

    Wir haben in den letzten 3 Jahren Mitte Juni gemulcht, bevor Samenkapseln an der Graukresse sind und damit ganz gute Erfolge erzielt. Dieses Jahr ist es tatsächlich durch den schönen Regen schwieriger, weil sie einfach noch mal ausgetrieben hat und wieder alles weiß blüht. Ich glaube fast, es ist egal, wieviel stehen bleibt vom Stängel bei einem Schnitt oder mulchen, sie wird so oder so austreiben, wenn die Bedingungen stimmen. Aber ich weiß es auch nicht. Am besten ist sicherlich raußreißen, was wir stelleneweise auch gemacht haben.

    Eine Teilfläche, die ich gemäht und abgeräumt habe, ist auch wieder nachgewachsen, da habe ich jetzt quasi den zweiten Schnitt gemacht und abgeharkt. Ich habe auch feststellen müssen, dass die Kapseln noch nachreifen und wenn man das „Mahdgut“ nicht abräumt, also doch wieder alles aussamt…. Nervt!

    Wir haben die Graukresse auf die Mistplatte geworfen, frage mich aber auch aktuell, was man nun damit macht, so viel wie dieses Jahr hatten wir sonst nicht (weil gemulcht). Normalerweise wird der Mist bei uns abgeholt und kommt in die Biogasanlage. Mir hat aber mal ein Landwirt gesagt, dass die Graukresse-Samen nach einem Durchgang in der Biogasanlage immer noch aussamen.

    Was macht ihr mit der Biomasse?

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  6. Hallo an alle Mitlesenden!Die Pflanze wächst anscheinend am liebsten auf neutralen bis schwach sauren Böden. Hat schonmal jemand von euch kalken ausprobiert?Könnte natürlich sein, dass das auch anderen Gräsern nicht gefällt. Knaul- und Wiesenlieschgras haben ähnliche Präferenzen wie die Graukresse.Müsste man fast mal Versuche im Kleinen auf der Fensterbank machen.

    Warum mulcht ihr im Herbst? Ist es dann nicht unvortielhaft, die Samen auf der Koppel liegen zu lassen? Frage nur, weil ich auch vor habe, jetzt mal was zu tun und überlege, ob ich alles abräume oder liegenlasse. Denke Zweites wäre jetzt besser.Danke für den Austausch!liebe Grüße

    Claudia aus Altlandsberg

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  7. Hallo,

    Wir haben nur im ersten Jahr im Herbst gemulcht, als wir neu angefangen haben. Ansonsten haben wir auch die Erfahrung gemacht, dass man die Graukresse mulchen muss, bevor sie überhaupt Samenkapseln gebildet hat. Also eher Anfang Juni, weil die Samen sonst nachreifen und aus den Kapseln fallen. Mittlerweile versuche ich auf Mulchen ganz zu verzichten und die Graukresse per Hand rauszuziehen.

    Kalken habe ich noch nicht probiert, ich möchte die Bodenverhältnisse auch nicht verändern. Lieber ist mir eine geschlossene Grasnarbe und Aushagerung. Die Graukresse ist ja auch ein Nährstoffzeiger, von denen wir viel in Massen haben, wie zb Brennnessel.

    Aber wenn jemand Erfahrung mit Kalken hat, bin ich sehr an den Ergebnissen interessiert. Ich kann mir auch vorstellen, dass wir eine gewisse Versauerung der Böden haben durch die Stickstoff-Frachten aus der Luft und es so gesehen Sinn ergibt, mit kalken der Versauerung entgegen zu wirken 🤔

    Viele Grüße 😀

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