Brennnessel

Unsere Flächen sind extrem nährstoffreich, was sich an dem massenhaften Vorkommen von Stickstoffzeigern wie Brennnessel, Sauerampfer, Kanada-Goldrute und Glatthafer zeigt.

Woran liegt das? Wir düngen nicht, außer natürlich in Form von Dunghaufen. Wenn man jedoch keine großen Menge Heu zufüttert, hat man theoretisch eine „negative“ Nährstoffbilanz, da die Biomasse durch die Weidetiere verstoffwechselt wird und man langfristig eine Aushagerung herbeiführt.

Eines der größten Herausforderungen im Naturschutz ist jedoch die Überdüngung der Landschaft mit Stickstoffeinträgen aus der Luft. Eine Aushagerung in Form von Mahd und Beweidung zur Förderung der Artenvielfalt kann somit Jahre dauern und man braucht anscheinend viel Geduld…

Wenigstens ist die Brennnessel gesund, weil sie viele Vitamine, vor allem viel Vitamin C und Mineralien wie Calcium, Kalium, Magnesium und Natrium enthält. Sie wird nur aufgrund der Brennhaare vom Weidevieh gemieden und in der Regel erst bei Frost abgeweidet. Man kann jedoch sehr leicht nachhelfen, in dem man die Brennnesselhorste abschneidet und das Material einfach liegen lässt. Ich verwende dafür eine Sense, was jedoch nicht so entscheidend ist, womit man die Brennnessel abschneidet. Letztlich geht es nur darum, dass die Brennnessel leicht angewelkt ist. Schon wenige Zeit später machen sich die Pferde darüber her und genießen einen gesunden Snack.

Aber keine Sorge, es bleiben immer noch genug Raupenpflanzen für das Tagpfauenauge übrig, das dann im Herbst gern an den Blüten der Kanada-Goldrute saugt. Und das ist wieder ein schönes Beispiel dafür, dass es nie darum geht, etwas komplett „auszurotten“, sondern eher darum ein Mosaik an verschiedenen Habitaten zu fördern. Hier und da nachhelfen, aber auch mal nichts zu tun und abwarten, was von Natur aus passiert.

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