Eine der Hauptursachen für das Insektensterben, bei dem vor allem auch Tagfalter betroffen sind, ist die Intensivierung der Landwirtschaft bei gleichzeitger Aufgabe nicht mehr rentabler Flächen wie Feuchtwiesen oder Trockenrasen. Dadurch gehen artenreiche Wiesen und Weiden verloren und mit ihnen ganze Artengemeinschaften.


Um diesem allgemeinen Trend ein Kleinod entgegenzustellen, versuchen wir mit dem Ponyhof eine Weidelandschaft zu gestalten, die Insekten und damit auch alle weiteren Artengruppen, die von Insekten abhängig sind, zu fördern. Mit dem Verzicht auf den Einsatz von Dünger, Pestiziden und der Vermeidung einer Überbeweidung soll eine arten- und kräuterreiche Weide geschaffen werden. Diese ist nicht nur der Pferdegesundheit zuträglicher, sondern leistet auch einen kleinen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.
Mit der Einrichtung eines Vegetations– und Tagfalter-Transektes soll dieser Anspruch im Verlauf der Jahre überprüft und abgebildet werden. Und dieses Jahr habe ich auch mehr Zeit finden können, um mein Tagfalter-Transekt regelmäßiger zu begehen. Das spiegelt sich enstprechend in den Zahlen wieder: 16 Arten mit insgesamt 108 Individuen bei 13 Begehungen im Vergleich zum letzten Jahr mit nur sieben Begehungen:

Aber ich denke, neben der Häufigkeit der Begehungen spielt vor allem der reichhaltige Regen eine entscheidende Rolle. Zwar mögen es Schmetterlinge warm, sonnig und trocken, aber sie brauchen auch Nektarpflanzen und davon gab es im letzten Dürresommer fast keine mehr auf unserer Weide, abgesehen von Graukresse natürlich….
Dieses Jahr hingegen gab es ein reichhaltiges Bufet aus Wegwarte, Saat-Luzerne, Malve, Schafgarbe, Rainfarn, Hundskamille, Ochsen- und Hundszunge, Disteln, Kletten etc. und natürlich auch Graukresse.




Und besonders gefreut habe ich mich über das Auftauchen der Wiesen-Flockenblume. Ich hielt es zunächst für Zufall, dass sie an einer Stelle aufgelaufen ist, an der ich vor drei Jahren mal Saatgut ausgebracht hatte. Aber sie tauchte dieses Jar auch in anderen Teilflächen erstmals auf, in denen ich mal Wildkräuter in – netterweise durch Wildschweine geschaffene – Offenstellen angesät hatte.
Wiesen-Flockenblumen haben einen besonders hohen Nekarwert für Wildbienen, Hummeln etc. und ernähren Raupen und Falter von über 40 Schmetterlingsarten. Sie kommen auf sandig bis lehmigen, trockenen bis mäßig feuchten Böden vor, blühen von Juni bis Oktober und wenn sie nicht zu stark verbissen werden, können sie sogar neue Triebe mit Blütenköpfen ausbilden und verlängern auf diese Weise das Tagfalter Bufett. Das heißt, Flockenblumen sind nicht besonders anspruchsvoll, vertragen moderaten Verbiss und sollten eigentlich auf jeder Weide vorkommen und dennoch gehört sie zu den in Brandenburg gefährdeten Arten. Was sagt das eigentlich über unsere Art der Flächennutzung aus? Oftmals ein Armutszeugnis…



Ich habe „meine ersten Flockenblumen“ vorsichtsalber ausgezäunt, auch wenn sie mit Verbiss gut zurecht kommt. Denn das Seltene ist meist besonders attraktiv, in diesem Fall als Futterpflanze für die Pferde und Kühe…
Wenn sie sich gut ausgebreitet und auf allen Flächen stabil etabliert hat, kann man die kleinen Schutzzäune sicherlich weglassen.
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