Hagebutten

Es gibt unzählige Beiträge wie gesund Hagebutten, insbesondere für unsere geliebten Pferde sind. Man kann sie sogar getrocknet kaufen, z.b. eine 500g-Packung für 35€ bei Krämer…

Hagebutten sind die Früchte der Hundsrose (Rosa canina) oder anderer Rosen und enthalten besonders viel Vitamin C, weitere Vitamine, Mineralstoffe, Gerbsäure, Fruchtsäure und sollen für Pferde folgende Wirkungen haben:

  • abwehrsteigernd
  • alle positiven Wirkungen von Vitamin C
  • entzündungshemmend
  • schmerzlindernd
  • vorbeugend gegen Arthrose und Hufrollenentzündung

Gleichzeitig können Hundsrosen, gemeinsam mit Schlehen, Brombeeren, Weißdorn und vielen weiteren Gehölzen Gebüschinseln oder Hecken in einer Weidelandschaft bilden. Damit werden sie zum wertvollen Ökosystem und bieten:

  • Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeit (z.B. Schalenwild, Igel)
  • Nist- und Brutplatz (z.B. Dorngrasmücke, Klappergrasmücke, Sperbergrasmücke, Neuntöter, Amsel, Nachtigall)
  • Nahrungsquelle (Nektar und Pollen für Insekten, z.B. Wildbienen)
  • Früchte für Vögel (z.B. Amsel, Drosseln, Krähen, Elstern, Eichelhäher, Seidenschwanz, Kernbeißer, Finken, Meisen, Stare, Rotkehlchen)
  • Früchte für Säugetiere (z.B. Schalenwild, Fuchs, Dachs, Marder, Igel, Feldhase)

Vor allem im Winter sind Vögel auf die Früchte von Hundsrose & co. als fettreiche Nahrung und Ersatz für Insekten angewiesen. Werden die Früchte dabei als Ganzes verzehrt, werden die darin enthaltenen Nüsschen als Samen mit dem Vogelkot verbreitet.

Hundsrosen haben zwar keinen Nektar, bieten aber vielen Wildbienen- und Käferarten (z.B. Rosenkäfer) Pollen oder gar zarte Blütenteile wie die Staubblätter als Nahrung. Die Gemeine Blattschneiderbiene (Megachille versicolor) nutzt beispielsweise die Blätter und schneidet daraus „Tapiziermaterial“ für ihre Brutzellen, die in Hohlräumen angelegt werden. Die Blätter dienen auch vielen Falterraupen aus meheren Familien der Spanner (z.B. Rosen-Blattspanner), Trägspinner, Bären, Eulen (z.B. Achateule) als Nahrung. Und an den Zweigen kann man eventuell die moosartigen Gallen der Rosengallwespe (Diplolepis rosae) finden. Die Beispiele sollen verdeutlichen, wie alles zusammenhängt und wie wir auch mit kleinen Maßnahmen einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten können.

Und letztlich bieten Gebüschinseln und Hecken(-rosen) auch für den Pferdehalter viele Vorteile:

  • man kann Hagebutten selbst sammeln und spart sich das Geld bei Krämer, Loesdau & co.
  • Sonnenschutz, v.a. wenn auch Bäume im Schutz der Hecken aufwachsen
  • ein besseres Mikroklima, insbesondere in Dürreperioden
  • Windschutz, für die Pferde, aber auch für die Vegetation, die weniger stark austrocknet
  • Abgrenzung, z.b. zusätzlich zum Weidezaun zur Erhöhung der Hütesicherheit und als Schutz vor ungewollter Fütterung durch Spaziergänger
  • ein schöneres Landschaftsbild 😉
Vogelnest in einer einzeln stehenden Hundsrose
das schönere Landschaftsbild mit Gehölzreihe
ausgezäunte Pappelreihe mit Entstehung einer Hecke

Und warum sieht man dann eigentlich so wenig Pferdeweiden mit Hundsrose & co.? Vor allem entlang von Zäunen könnte man Gehölzreihen von allein entstehen lassen. Natürlich müssen die Zäune freigeschnitten werden, aber man könnte einen Korridor zwischen verschiedenen Weiden oder an Wegen anlegen, in dem sich die Gehölze von selbst etablieren.

Und auch auf der Weide selbst, warum eigentlich nicht? Selbst wenn man aus verschiedenen Gründen mulchen oder mähen muss, könnte man einzelne Gebüsche verschonen. Selbst bei relativ intensiver Beweidung kommen dornige Gehölze wie Hundsrose, Brombeere, Weißdorn, Wildbirne und Schlehe von allein und bereichern nicht nur den Speiseplan der Pferde.

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