Nach der Einsaat einer ca. 2000qm großen Fläche mit regiozertifiziertem Saatgut im letzten Jahr wurde die Einsaatfäche 2x per Hand gemäht und das Mahdgut beräumt. Dieses Jahr wurde die Fläche einmal früh beweidet und im Juni noch einmal gemäht. Aufgrund des hohen Anteils an Graukresse, die nicht im Saagut war, sondern im Bodenvorrat schlummerte, konnte das Mahdgut nur entsorgt werden. Der Sinn war eigentlich eine Mahdgutübertragung auf den anderen Weideflächen, um die Artenvielfalt zu fördern. Wie schon beschrieben, muss man hier einfach akzeptieren, dass aufgrund der Nutzungsgeschichte in Elisabethhöhe kein artenreiches Grünland reaktiviert, sondern nur neu kultiviert werden kann.
Aktuell hat sich auf der Einsaatfläche ein wunderschöner Blütenteppich aus Wilder Möhre, Rispen-Flockenblume, Wegwarte und Margarite gebildet. Die folgenden Fotos zeigen eine Bildreihe der Jahre 2022-2024 und ich finde, allein dafür hat es sich schon gelohnt:



Die Tabelle zeigt eine Liste der Pflanzenarten mit ihrem jeweiligen Anteil im Saatgut und den geschätzten Anteilen im ersten und im zweiten Jahr nach der Einsaat.

Grün sind die Arten markiert, die im Saatgut waren und auch aufgelaufen sind. Einige Pflanzen sind jedoch erst im zweiten Jahr aufgetaucht und dunkelgrün markiert. Auffällig ist, dass es sich hierbei um charakteristische Arten der Magerweiden und -wiesen wie Ruchgras, Heidenelke oder Schafschwingel handelt.
Orange sind die Arten markiert, die ich bislang noch vermisse und gern noch auf der Fläche hätte wie Wiesen-Flockenblume, Acker-Witwenblume und Kleine Braunelle. Der Rauhblättrige Schwingel ist ggf schon gekommen, da muss man sich wohl die Schwingel noch einmal genauer anschauen. Scharfen Hahnenfuß muss ich auf einer Pferdeweide nicht unbedingt haben und ich gehe davon aus, dass es ihm ohnehin zu trocken ist.
Vor allem bei der Wiesen-Flockenblume habe ich noch Hoffnung, dass sie nur etwas länger braucht und noch auftaucht. Denn in den Bereichen, in denen ich in den letzten Jahren Saatgut in schöne, offene Wühlstellen von Wildschweinen eingebracht habe, kam nach und nach doch noch die eine oder andere Pflanze aus dem Saatgut wie Wiesen-Flockenblume, Margarite oder Lichtnelke. Teilweise erst nach drei Jahren, also man muss schon sehr viel Geduld mitbringen bei der Aufwertung seiner Pferdeweide – Gut Ding will Weile haben.
Die Rispen-Flockenblume hingegen war nicht im Saatgut, hat aber schon im ersten Jahr nach der Einsaat einen hohen Anteil gebildet und ist mir sehr willkommen. Sie kommt in Brandenburg auf Trockenrasen, Magerweiden und trockenen Brachen vor und ist sehr beliebt bei Insekten.


Weggefallen sind typische, einjährige Ackerwildkräuter (Segetalarten) wie Kornblume oder Saat-Mohn, die in der Mischung nur für einen schönen Blühaspekt im ersten Jahr sorgen sollen, d.h. man könnte sie auch getrost weglassen.
Weggefallen sind im zweiten Jahr auch Segetalarten, die von allein aufgekommen sind wie Quecke, Taube Trespe, Hirtentäschel, Weißer Gänsefuß, Hohlzahn, Kompaß-Lattich, Borstenhirse, Hohe Rauke und Küsten-Kamille. Und das ist auch gut so, denn wir wollen ja lieber mehrjährige Kräuter etablieren, die sowohl Insektennahrung als auch gesundes Pferdefutter sind.
Es zeigt sich, dass es essentiell ist, der Empfehlung des Saatgutherstellers für eine erfolgreiche Ansaat zu folgen: „Je nach Witterung sind nach zwei bis drei Wochen die ersten Keimlinge zu sehen. Da einige konkurrenzschwache Kräuter sich nur langsam entwickeln ist insbesondere nach einer Frühjahrsaussaat nach 6 bis 8 Wochen ein Schröpfschnitt auf ca. 5 cm empfehlenswert. Der Schröpfschnitt dient auch zur Eliminierung eventuell vorhandener einjähriger Unkräuter (Gänsefuß, Hirtentäschel etc.), die auf keinen Fall zur Samenreife gelangen sollten. Bei starkem Befall sollte der Schröpfschnitt wiederholt werden. Das Schnittgut ist immer zu entfernen.“




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