Wir hatten einen recht harten – naja oder vielleicht seit langem mal wieder normalen Winter? Auf jeden Fall war es für Tierhalter eine Herausforderung, mit anhaltenden Minusgraden, Eisregen und geschlossener Schneedecke umzugehen.
Aber aktuell merkt man, dass die Pferde lieber grasen wollen und wir weniger Heu anbieten müssen. Als es richtig knackig kalt war, musste man zweimal in der Woche zwei Heuballen fahren, aktuell reichen zwei Ballen für sieben Pferde und zwei Kühe über eine Woche. Wenn noch etwas mehr Regen kommen würde, könnte das Gras auch noch besser wachsen und wir könnten das Heu ganz ausschleichen lassen. Laut meinem Regenmesser hatten wir in diesem Jahr bisher nur 66mm. Letztes Jahr war es auch schon mit 68mm zu trocken für diese Jahreszeit. Im Jahr 2023 hatten wir 125mm und im Jahr 2024 122mm, was auch eher im langjährigen Mittel (laut Wetterstation Potsdam) mit 100-130mm für die Monate Januar bis März liegt.
Ich kenne meinen Assan nun seit 2011 und ich weiß ja nun mittleweile, dass er ab März/April kein Heu mehr fressen möchte, er will dann lieber das frische Grün abnagen. Deshalb habe ich vor der Zeit in Glindow viele Stunden mit grasen an der Hand verbracht. Das muss ich nun zwar nicht mehr, dafür hat man natürlich vieles andere zu tun 😉
Und leider haben wir auch in diesem Frühling keinen leichten, unbeschwerten Start in die Weidesaison. Theoretisch können unsere Pferde ganzjährig grasen gehen, das heißt, wir haben eigentlich kein Thema mit an- und abweiden. Aber irgendwas ist ja immer….
Dieses Jahr haben wir eine Ponystute, die mit einer Ataxie (mit unklarer Ursache) in die Klink musste, ohne Befund wieder zurück kam und seperat untergebracht werden muss. Sie steht nun im Unterstand mit einem kleinen Auslauf davor und muss neu angeweidet und in die Herde integriert werden.
Das Problem daran ist außerdem, dass ich die Weiden, auf denen die Ponystute die anderen Pferde nicht mehr sehen würde, schließen musste, damit sie nicht in Panik gerät. Und irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, in dem die nahegelegenen Flächen abgegrast sind und die anderen Pferde wieder angeweidet werden müssten. Eine unklomplizierte Jahreszeit gibt es wohl nicht, aber auch hier werden wir wieder Lösungen finden (müssen), die für alle passen.






Schön und wohltuend sind jedenfalls die ersten warmen Sonnenstrahlen, das Vogelgezwitscher und der Beginn der Blüten bei Wildbirne, Schlehe und Kirschpflaume. Auch die Pappeln haben derzeit schöne, lilafarbende Kätzchen als Blütenstände und die ersten Frühblüher wie Rote Taubnessel, Ehrenpreis oder Lerchensporn erfreuen das Herz.
Der Plan ist für dieses Jahr die Hauptweide wieder nach dem Ausschleichen des Heus komplett zu schließen, wegen der vielen Kothaufen abzuschleppen und Ende Mai/Anfang Juni zu mulchen. Nicht weil ich ein großer Fan des Mulchens wäre, aber um die Graukresse (vor Samenreife) und den Endoparasiten Einhalt zu gebieten. Und wie jedes Jahr wird sich wohl zeigen, dass nichts so beständig ist wie die Planänderung…
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